Die Künstlerinnen Sabrina Asche und Bérénice Gaça Courtin präsentieren in unserer aktuellen Ausstellung „Botenstoffe“ jeweils eine Vielzahl von Textilkunstwerken, Fotografien, Videos und Zeichnungen. Asche verfolgt unter dem Übertitel „Global Threads“ die Bewegungen von Material, Arbeit und Kapital und zeigt, wie sich diese in Textilien, Infrastrukturen und gesellschaftlichen Entwicklungen einschreiben. Courtin untersucht unter dem Titel „Webs of Power“ Gemeinsamkeiten zwischen dem Widerstand ihres Großvaters Kazimierz Gaca (1920–1997) gegen die nationalsozialistische Besatzung im Zweiten Weltkrieg und dem Protest gegen den erstarkenden Autoritarismus der Gegenwart.
Zum Abschluss der Ausstellung sprechen die Künstlerinnen gemeinsam mit dem Kurator Michael Arzt darüber, wie sich mithilfe von Textilkunst historische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge sichtbar machen oder auch geheime Botschaften übermitteln lassen. Das Gespräch fragt unter anderem nach Parallelen zwischen dem Jacquardwebstuhl und der Verschlüsselungsmaschine Enigma sowie nach dem Paretoprinzip, dem zufolge wir 80 % unserer Zeit lediglich 20 % unserer Kleidung tragen.
Diese Künstlerinnengespräch bildet mit der vorausgehenden Performance „Webs of Power: Songs for a Secret Forest“ den Abschluss unserer internationalen Gruppenausstellung „Botenstoffe“ (bis 08.08.2026).