Zentrum für zeitgenössische Kunst

© Michael Moser

 

 

Vorschau

Rundgang der SpinnereiGalerien

Sa, 3. Mai 2014, 11-21 Uhr

So, 4. Mai 2014, 11-18 Uhr


Weitere Informationen unter im Flyer.

18.04.2014

Ausstellung

Does Humor Belong in Art?

Eine internationale Gruppenausstellung

3.05. - 6.07.2014

TYMEK BOROWSKI (PL), JANNICKE LÅKER (NO), YOSHUA OKÓN (MX), YOUNG-HAE CHANG HEAVY INDUSTRIES (KR), BOB AND ROBERTA SMITH (GB), EGILL SÆBJÖRNSSON (IS)


Humor als Ausdrucksform, Kulturprodukt, Kontaktmedium und Gemeinschaftsbildner, Existenzgrundlage alles Zwischenmenschlichen und Leidabwehrstrategie des Seelenlebens ist elementar und universal, entlastend und entwaffnend, unbestimmt und kryptisch, stimulierend und verführerisch, seltsam und schwer zu analysieren. Humor ist Erlöser, Ermöglicher, Mutmacher, Trost und, wenn klug eingesetzt, Schutzschild und Waffe zugleich, ein Instrument, das uns erlaubt, über Leiderfahrung, Missstände und Todesfurcht zu triumphieren, der finale Rettungsring, wenn Zweifel, Skepsis und Ausweglosigkeit drohen.
Oft findet Humor seinen Ausdruck in der Kunst durch die Überlagerung von visueller und sprachlicher Ebene oder Wortspiele, die Spiegelung des eigenen (Gesellschafts)Systems oder Kontextverschiebungen, das Umkehren von Sinn, Logik und gesundem Menschenverstand oder durch das Kollidieren verschiedener Wertesysteme, Alltagsrealitäten und Vorstellungen. Dem zeitgenössischen Künstler, der sich des Humors bedient und mit den strategischen Mitteln der Andeutung oder Übertreibung, Albernheit oder Parodie, Irritation oder Ironie alle festen Rollen und Einstellungen, Normen und Verpflichtungen dementiert, ist diese Ausstellung mit sieben Positionen gewidmet.
Kann im Humor, auch dem in der Kunst, eine gesellschaftliche oder politische Sprengkraft verborgen liegen? Gibt es eine größere Macht als die des Lachens? Welchen Platz nimmt der Humor in der gegenwärtigen Kunstpraxis ein? Gehört Humor zur Kunst?

17.04.2014

Veranstaltung

Aus der Kulturgeschichte des Lachens

Vortrag von Rainer Stollmann (Kulturwissenschaftler, Bremen)

Mittwoch, 14. Mai 2014, 20 Uhr


Lachen ist eine anthropologische Konstante: Menschen aller Hautfarben lachen. Und Tiere? Hundebesitzer bejahen das. Wie alt ist das Lachen? Mindestens acht Millionen Jahre, denn schon der Vorfahr von Mensch und Affe lachte. Lachen ist älter als der aufrechte Gang, die Sprache, die Gehirnentwicklung und der Werkzeuggebrauch. Und wozu ist diese seltsame Eigenschaft, die aussieht wie ein epileptischer Anfall, der Spaß macht, in der Evolution nützlich? Säugetiermütter erleichtern ihren Kindern den Weg in die Selbständigkeit durch Kitzeln. So wird Trennungsangst in Trennungslust umgewandelt. Lachlust wäre damit das Gegenteil von sexueller Vereinigungslust. Nähere Infos unter http://www.halle14.org/veranstaltungen.html

16.04.2014

Veranstaltung

Ho Ho hahaha - Drei Übungsstunden Kunst und Humor zu verbinden

mit Antje Hellriegel (Lachyogatrainerin, Mitglied im HumorCare Deutschland e.V., Leipzig) und den Kunstvermittlerinnen der HALLE 14

Freitags, 16. Mai, 23. Mai und 30. Mai 2014, jeweils 15 Uhr (1. Runde)

Freitags, 13. Juni, 20. Juni und 27. Juni 2014, jeweils 15 Uhr (2. Runde)

3-er-Karte 12 EUR (ermäßigt 10 EUR)

Anmeldung unter 0341/4924202 oder office@halle14.org erwünscht


Während Kinder noch bis zu 400-mal am Tag lachen können, schrumpfen die tagtäglichen Lacher im Erwachsenenalter auf schmale 15 Mal. Dabei ist es sprichwörtlich, dass Lachen gesund ist. Diesem Missstand nahm sich der indische Arzt Dr. Madan Kataria 1995 an, als er den ersten Lachklub in einem Park Mumbais gründete. Zuerst versuchte er die Menschen mit Witzen zu erheitern. Da das nur mäßig funktionierte und das menschliche Gehirn ohnehin nicht zwischen gespieltem und echtem Lachen unterscheidet, konzentrierte er sich schnell auf die physiologische Komponente. Daraus entstand Lachyoga, eine Kombination aus Klatsch-, Atem- und Pantomimeübungen wie dem Hahn, dem Gorilla oder dem Löwen, gepaart mit einer kindlichen Verspieltheit.

Wann haben Sie eigentlich zuletzt aus vollem Herzen gelacht? Testen Sie in drei Sessions mit der Lachyogatrainerin die positiven Energien des Lachens und besuchen Sie danach beschwingt mit unseren Kunstvermittlerinnen die Ausstellung „Does Humor Belong in Art?“ Auch beim Gespräch über ausgewählte Werke darf herzlich gelacht werden! Melden Sie sich jetzt an, die Platzzahl ist limitiert!

16.04.2014

Kunstvermittlung

Pflanzen pflanzen – Kunst in Kübeln

Wächst Kunst? Kann man Kunst ernten?


Mit diesen und ähnlichen Fragen startete im Oktober 2013 das Kunstvermittlungsprojekt „Pflanzen pflanzen – Kunst in Kübeln“, in dessen Rahmen Schülerinnen und Schüler des Horts der 46. Grundschule Leipzig gemeinsam mit Studierenden der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät Leipzig Strategien des Urban Gardening kennen lernen und selbst ausüben. Bis Sommer 2014 kommen die Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren und die Studierenden regelmäßig in die HALLE 14 widmen sich dem Thema „Gärtnern im städtischen Raum“. Dabei werden sie durch den eigenen Anbau von Pflanzen in ihrer unmittelbaren Umgebung eine völlig neue Perspektive auf Kunst, Ernährung und biologische Prozesse erlangen und den städtischen Raum auf spielerische und kreative Weise mitgestalten. Bisher erkundeten die Kinder die Gartenanlagen der Initiative für zeitgenössische Stadtentwicklung AnnaLinde. Weiterhin entdeckten sie wild wachsende essbare Pflanzen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld und beschäftigten sich in der Ausstellung „The Politics and Pleasures of Food“ der HALLE 14 mit Werken der zeitgenössischen Kunst. Momentan ist eine Ausstellung mit den Werken der Kinder, die in der Auseinandersetzung mit Pflanzen in der Stadt bis jetzt entstanden sind. Von Zeichnung und digitaler Fotografie über Skulpturen aus Papier und Installationen bis hin zu Pflanzbehältern im Sinne des Upcycling und Minigärten wurde die kalte Jahreszeit genutzt, um sich auf selbsttätige Weise mit dem Gedanken des Urban Gardening auseinanderzusetzen.

Noch bis 18.04.2014 können Sie die Ausstellung besuchen. Im weiteren Verlauf des Projekts werden die Kinder auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei und auf dem Gelände der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät Leipzig Gemüse anbauen und dafür auch eigene Pflanzbehälter bauen. Diese werden im Sinne der Nachhaltigkeit größtenteils aus wiederverwerteten Materialien erstellt. Die Pflanzen in ihren selbst gebauten Kübeln werden eine Ausstellung der besonderen Art bilden und den Besuchern der ehemaligen Baumwollspinnerei und der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät die Erfolge des Projekts vor Augen führen.

 

15.03.2014

Studioprogramm

KÜNSTLERAUSTAUSCH ZWISCHEN LEIPZIG UND SCHOTTLAND STARTET

 


Im März 2014 startet ein vom British Council und Creative Scotland geförderter Künstleraustausch zwischen dem Künstlerresidenzprogramm HospitalfieldArts (Arbroath, GB) und dem Zentrum für zeitgenössische Kunst HALLE 14 in Leipzig. Im Rahmen des fünfmonatigen Austauschs werden drei Künstler aus Schottland teilnehmen und neben einem Stipendium, ein Studio in der HALLE 14 und eine Unterkunft gestellt bekommen.

Auf Einladung der HALLE 14 wird HospitalfieldArts die in Dundee lebenden Künstler Delia Bailie (März bis April), Valerie Norris (Mai bis Juni) und Mick Peter (August) nach Leipzig schicken. Sie sollen hier Zeit finden, fernab alltäglicher Verpflichtungen konzentriert an neuen Werken zu arbeiten und Leipzig erkunden, um neue Anregungen zu entdecken und Kontakte zur hiesigen Kunstszene zu knüpfen.

Zu den Künstlern: Um ihren künstlerischen Ansatz zu verdeutlichen, erzählt die Malerin Delia Bailie (*1977) die Anekdote eines sichtbar aufgewühlten, jungen Mannes, der im Gang eines Busses steht. Obwohl es leere Sitze gibt, nimmt er immer diese in Anspruch, die schon besetzt sind. Jedes Mal, wenn der Bus hält, reißt er sich am linken Ohr und zählt drei Mal bis Drei. Zwanghaftes Verhalten wird oft als Behinderung angesehen. Bailie sieht jedoch im Erschaffen sich wiederholender Formen einen Akt von Katharsis. Sie nutzt die Verbindungen zwischen geschichteten und collagierten Materialien und die Manipulation von Pigmenten und Farben um zu ergründen, wie Gesellschaften mit den sichtbaren Aspekten des Menschseins und der Kollision von äußerer und innerer Erfahrung umgehen. In dem zweimonatigen Aufenthalt möchte sie sich auf eine neue Werkgruppe konzentrieren. (www.deliabailie.com)
Valerie Norris (*1972) arbeitet im Grenzbereich zwischen Malerei und Skulptur und experimentiert mit Verbindung und Zergliederung an den Schnittstellen zwischen Wirklichkeit und Einbildung, zwischen Natur und Kunstfertigkeit und zwischen dem Nachsinnen über das Transformationspotential von Objekten und alltäglichem Schutt. Ihre Werke entstehen aus Archivbildern, Fundobjekten, Gebrauchtwaren, Zitaten aus Magazintexten, Filmen, Mode, Musik, Natur, Literatur und Poesie. Im Zwischenspiel von Malerei, Objekten, Formen, Farben, Bildern und Texten entstehen neue Bedeutungsebenen mit Referenzen zu Kubismus, Konstruktivismus, Dada und Surrealismus. (valerienorris.tumblr.com)
Wenn es um das konzertante Zusammenspiel von Skulptur, Grafik und Text geht, ist Mick Peter (*1974) ein Virtuose: Wie auf einer Bühne verweisen Zeichnungen auf Details von Skulpturen. Durch die Skulpturen nehmen die gezeichneten Charaktere Gestalt an. Die Texte eröffnen eine Vielzahl an literarischen und mündlichen Bezügen. Die Skulpturen bilden wiederum die Bühne für die Erzählung der Texte und die Texte hauchen den Skulpturen Leben ein. Das Überraschungsmoment in diesem Kreislauf der Referenzen ist einem Anti-Realismus geschuldet, der alltägliche Objekte absichtlich falsch wiedergibt, wo die Illusion durch das Wissen um ihre Ersetzung zerstört wird. Fasziniert von Comics und der obskuren Welt des Science Fiction schafft Peter in Zeichnungen und Skulpturen ausgetüftelte, unerklärbare Szenen, die den Rahmen für einen Comic Strip, eine Illustration oder eine metaphysische Geschichte bilden könnten. (www.mickpeter.com)
HospitalfieldArts
(Arbroath, Schottland, GB): Seit über 120 Jahren empfing das Hospitalfield House und dessen wundervolle Umgebung an der schottischen Nordseeküste Förderkünstler, Studierende, Lehrende, Schriftsteller und andere, die im weiten Feld zeitgenössischer Kunst, Design und kultureller Ideen arbeiten. Dieser Ort spielt eine zentrale Rolle in den Künsten und im kulturellen Klima Schottlands. Mit dem 2013 erneuerten Programm soll der Ansatz, Gegenwartskultur zu fördern und Fragen zur Rolle von Kunst und Kultur heute zu stellen, auch in der Zukunft fortgesetzt werden. (hospitalfield.org.uk)

Der Künstleraustausch wird gefördert durch: BRITISH COUNCEL (http://www.britishcouncil.de) und Creative Scotland (http://www.creativescotland.com/taxonomy/term/10/all).

22.02.2014

Studioprogramm

Nam Jinu - Neuer Residenzkünstler aus Südkorea

 


Nam Jinu ist ein südkoreanischer Maler, der in Seoul an der Hong-ik University Bildende Kunst studierte. Seit Anfang April ist er Gastkünstler in der HALLE 14 und wird dort bis Ende Mai in einem Studio arbeiten.

Nam Jinu benutzt für seine Bilder Bleistift, Buntstift oder Acryl auf Papier oder Leinwand. Seine Motive sind Clowns, die sogenannten „Clown Squids“ und „Squid Clown Gentleman“. Die „Clown Squids“ haben häufig Tentakeln wie Tintenfische, große Augen, einen Mund, der bis zu den Ohren reicht und sind in leuchtende, knallige Farben getaucht. Nach Aussage des Künstlers verkörpert der „Squid Clown Gentleman“ sein Alter Ego.
Die „Clown Squids“ sind Elite-Truppen in Nam Jinus fiktionalem Königreich und dienen ihrem Schöpfer, dem „Squid Clown Gentleman“. Letzterer hat Menschengestalt, trägt einen schwarzen Anzug und Hut, ein weiß geschminktes Gesicht und einen großen, roten Mund wie ein Joker. „Diese seltsame Welt ist eine Bühne voller Komödie und Satire über die ‚wirkliche’ Gesellschaft, die Identitäten von Individuen und kulturellen Tragödien formt.“ (Nam Jinu) Die bunten, fantastischen Bilder sind sein Weg sich auch in der „realen“ Welt zurecht zu finden.

 

 

21.02.2014