Zentrum für zeitgenössische Kunst

© Michael Moser

 

 

Kunstvermittlung

Pflanzen pflanzen – Kunst in Kübeln

Wächst Kunst? Kann man Kunst ernten?


Mit diesen und ähnlichen Fragen startete im Oktober 2013 das Kunstvermittlungsprojekt „Pflanzen pflanzen – Kunst in Kübeln“, in dessen Rahmen Schülerinnen und Schüler des Horts der 46. Grundschule Leipzig gemeinsam mit Studierenden der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät Leipzig Strategien des Urban Gardening kennen lernen und selbst ausüben. Bis Sommer 2014 kommen die Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren und die Studierenden regelmäßig in die HALLE 14 widmen sich dem Thema „Gärtnern im städtischen Raum“. Dabei werden sie durch den eigenen Anbau von Pflanzen in ihrer unmittelbaren Umgebung eine völlig neue Perspektive auf Kunst, Ernährung und biologische Prozesse erlangen und den städtischen Raum auf spielerische und kreative Weise mitgestalten. Bisher erkundeten die Kinder die Gartenanlagen der Initiative für zeitgenössische Stadtentwicklung AnnaLinde. Weiterhin entdeckten sie wild wachsende essbare Pflanzen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld und beschäftigten sich in der Ausstellung „The Politics and Pleasures of Food“ der HALLE 14 mit Werken der zeitgenössischen Kunst. Momentan ist eine Ausstellung mit den Werken der Kinder, die in der Auseinandersetzung mit Pflanzen in der Stadt bis jetzt entstanden sind. Von Zeichnung und digitaler Fotografie über Skulpturen aus Papier und Installationen bis hin zu Pflanzbehältern im Sinne des Upcycling und Minigärten wurde die kalte Jahreszeit genutzt, um sich auf selbsttätige Weise mit dem Gedanken des Urban Gardening auseinanderzusetzen.

Noch bis 18.04.2014 können Sie die Ausstellung besuchen. Im weiteren Verlauf des Projekts werden die Kinder auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei und auf dem Gelände der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät Leipzig Gemüse anbauen und dafür auch eigene Pflanzbehälter bauen. Diese werden im Sinne der Nachhaltigkeit größtenteils aus wiederverwerteten Materialien erstellt. Die Pflanzen in ihren selbst gebauten Kübeln werden eine Ausstellung der besonderen Art bilden und den Besuchern der ehemaligen Baumwollspinnerei und der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät die Erfolge des Projekts vor Augen führen.

 

15.03.2014

Studioprogramm

KÜNSTLERAUSTAUSCH ZWISCHEN LEIPZIG UND SCHOTTLAND STARTET

 


Im März 2014 startet ein vom British Council und Creative Scotland geförderter Künstleraustausch zwischen dem Künstlerresidenzprogramm HospitalfieldArts (Arbroath, GB) und dem Zentrum für zeitgenössische Kunst HALLE 14 in Leipzig. Im Rahmen des fünfmonatigen Austauschs werden drei Künstler aus Schottland teilnehmen und neben einem Stipendium, ein Studio in der HALLE 14 und eine Unterkunft gestellt bekommen.

Auf Einladung der HALLE 14 wird HospitalfieldArts die in Dundee lebenden Künstler Delia Bailie (März bis April), Valerie Norris (Mai bis Juni) und Mick Peter (August) nach Leipzig schicken. Sie sollen hier Zeit finden, fernab alltäglicher Verpflichtungen konzentriert an neuen Werken zu arbeiten und Leipzig erkunden, um neue Anregungen zu entdecken und Kontakte zur hiesigen Kunstszene zu knüpfen.

Zu den Künstlern: Um ihren künstlerischen Ansatz zu verdeutlichen, erzählt die Malerin Delia Bailie (*1977) die Anekdote eines sichtbar aufgewühlten, jungen Mannes, der im Gang eines Busses steht. Obwohl es leere Sitze gibt, nimmt er immer diese in Anspruch, die schon besetzt sind. Jedes Mal, wenn der Bus hält, reißt er sich am linken Ohr und zählt drei Mal bis Drei. Zwanghaftes Verhalten wird oft als Behinderung angesehen. Bailie sieht jedoch im Erschaffen sich wiederholender Formen einen Akt von Katharsis. Sie nutzt die Verbindungen zwischen geschichteten und collagierten Materialien und die Manipulation von Pigmenten und Farben um zu ergründen, wie Gesellschaften mit den sichtbaren Aspekten des Menschseins und der Kollision von äußerer und innerer Erfahrung umgehen. In dem zweimonatigen Aufenthalt möchte sie sich auf eine neue Werkgruppe konzentrieren. (www.deliabailie.com)
Valerie Norris (*1972) arbeitet im Grenzbereich zwischen Malerei und Skulptur und experimentiert mit Verbindung und Zergliederung an den Schnittstellen zwischen Wirklichkeit und Einbildung, zwischen Natur und Kunstfertigkeit und zwischen dem Nachsinnen über das Transformationspotential von Objekten und alltäglichem Schutt. Ihre Werke entstehen aus Archivbildern, Fundobjekten, Gebrauchtwaren, Zitaten aus Magazintexten, Filmen, Mode, Musik, Natur, Literatur und Poesie. Im Zwischenspiel von Malerei, Objekten, Formen, Farben, Bildern und Texten entstehen neue Bedeutungsebenen mit Referenzen zu Kubismus, Konstruktivismus, Dada und Surrealismus. (valerienorris.tumblr.com)
Wenn es um das konzertante Zusammenspiel von Skulptur, Grafik und Text geht, ist Mick Peter (*1974) ein Virtuose: Wie auf einer Bühne verweisen Zeichnungen auf Details von Skulpturen. Durch die Skulpturen nehmen die gezeichneten Charaktere Gestalt an. Die Texte eröffnen eine Vielzahl an literarischen und mündlichen Bezügen. Die Skulpturen bilden wiederum die Bühne für die Erzählung der Texte und die Texte hauchen den Skulpturen Leben ein. Das Überraschungsmoment in diesem Kreislauf der Referenzen ist einem Anti-Realismus geschuldet, der alltägliche Objekte absichtlich falsch wiedergibt, wo die Illusion durch das Wissen um ihre Ersetzung zerstört wird. Fasziniert von Comics und der obskuren Welt des Science Fiction schafft Peter in Zeichnungen und Skulpturen ausgetüftelte, unerklärbare Szenen, die den Rahmen für einen Comic Strip, eine Illustration oder eine metaphysische Geschichte bilden könnten. (www.mickpeter.com)
HospitalfieldArts
(Arbroath, Schottland, GB): Seit über 120 Jahren empfing das Hospitalfield House und dessen wundervolle Umgebung an der schottischen Nordseeküste Förderkünstler, Studierende, Lehrende, Schriftsteller und andere, die im weiten Feld zeitgenössischer Kunst, Design und kultureller Ideen arbeiten. Dieser Ort spielt eine zentrale Rolle in den Künsten und im kulturellen Klima Schottlands. Mit dem 2013 erneuerten Programm soll der Ansatz, Gegenwartskultur zu fördern und Fragen zur Rolle von Kunst und Kultur heute zu stellen, auch in der Zukunft fortgesetzt werden. (hospitalfield.org.uk)

Der Künstleraustausch wird gefördert durch: BRITISH COUNCEL (http://www.britishcouncil.de) und Creative Scotland (http://www.creativescotland.com/taxonomy/term/10/all).

22.02.2014

Studioprogramm

Nam Jinu - Neuer Residenzkünstler aus Südkorea

 


Nam Jinu ist ein südkoreanischer Maler, der in Seoul an der Hong-ik University Bildende Kunst studierte. Seit Anfang April ist er Gastkünstler in der HALLE 14 und wird dort bis Ende Mai in einem Studio arbeiten.

Nam Jinu benutzt für seine Bilder Bleistift, Buntstift oder Acryl auf Papier oder Leinwand. Seine Motive sind Clowns, die sogenannten „Clown Squids“ und „Squid Clown Gentleman“. Die „Clown Squids“ haben häufig Tentakeln wie Tintenfische, große Augen, einen Mund, der bis zu den Ohren reicht und sind in leuchtende, knallige Farben getaucht. Nach Aussage des Künstlers verkörpert der „Squid Clown Gentleman“ sein Alter Ego.
Die „Clown Squids“ sind Elite-Truppen in Nam Jinus fiktionalem Königreich und dienen ihrem Schöpfer, dem „Squid Clown Gentleman“. Letzterer hat Menschengestalt, trägt einen schwarzen Anzug und Hut, ein weiß geschminktes Gesicht und einen großen, roten Mund wie ein Joker. „Diese seltsame Welt ist eine Bühne voller Komödie und Satire über die ‚wirkliche’ Gesellschaft, die Identitäten von Individuen und kulturellen Tragödien formt.“ (Nam Jinu) Die bunten, fantastischen Bilder sind sein Weg sich auch in der „realen“ Welt zurecht zu finden.

 

 

21.02.2014