ÜBER DEN DILETTANTISMUS

Rahmenprogramm zur Ausstellungseröffnung

Weil zum Loblied auf den Dilettanten auch die Ermunterung zum Selbstversuch gehört, veranstalteten wir zur Eröffnung der Ausstellung „Über den Dilettantismus” im Rahmen des Rundgangs ein umfangreiches Programm, das die Gäste auffordert, sich einzumischen: Am Sonnabend, den 15. September 2012, laden die Künstler Per Olaf Schmidt, Thomas Tudoux, Adam Knight und Simone Bogner, Ian Bourn, Hagen Betzwieser und Kel Glaister zu Workshops, Vorträgen und Performances ein. Am Sonntag, den 16. September 2012, gab es ein Tischtennistunier und ein Kuratorengespräch.

Foto: Initiative für Zeitgenössische Stadtentwicklung

Ans Eingemachte! Von Beeren, Birnen und Bohnen.

Eine Veranstaltung in drei Akten

(I. Akt – Die Sammlung)

15. September bis 13. Oktober 2012

Hobby- und Profigärtner waren aufgerufen, sich an unserer Obst- und Gemüsesammelaktion zu beteiligen, denn am 13. Oktober 2012 ging es in der temporären Küche der Dilettanten ans Eingemachte. Die Gartenfrüchte konnten in einer Sammelkiste im Besucherzentrum der HALLE 14 abgegeben werden. Mit dem Gemeinschaftsgarten „Annalinde“, einem Projekt der Initiative für zeitgenössische Stadtentwicklung, experimentierten wir kulinarisch und luden im Rahmen des Festivals der Dilettanten, am 11. November 2012, um 11 Uhr zum großen Brunch ein.

 

Foto: Claus Bach

Technikmetamorphosen

Sonnabend, 15. September 2012, 13 Uhr
Ort: Besucherzentrum der HALLE 14

Workshop mit Per Olaf Schmidt (DE)

Per Olaf Schmidts künstlerischer Dilettantismus greift spontane Impulse meist unmittelbar für die Umsetzung seiner Arbeit auf. Kontrollierte Improvisation und Zufall, Do-It-Yourself-Ästhetik und Widersprüche formen sein Werk. Er nimmt Gebrauchsgegenstände auseinander und baut sie liebevoll neu zusammen. So entstehen wundersame Maschinen mit neuen Funktionen. In einem Workshop werden wir gemeinsam in seine Welt eintauchen und Alltagsgegenstände de- und refunktionalisieren. Die Teilnehmer waren eingeladen, kaputte Elektrogeräte mitzubringen, die wir gemeinsam auseinander und mit etwas Geschick als etwas Neues auch wieder zusammenbauten.

 

Foto: Claus Bach

Hyperaktiver Dilettantismus

Sonnabend, 15. September 2012, 14 Uhr
Ort: Besucherzentrum der HALLE 14

Künstlergespräch mit Thomas Tudoux (FR)
in englischer Sprache

Der französische Künstler Thomas Tudoux beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit der Überbewertung von Arbeit, Fortschritt, Vollautomatisierung und Nützlichkeit. In seinen doppeldeutigen Arbeiten verleiht er dem Arbeitswahn Ausdruck, ohne ihn tatsächlich anzuerkennen oder moralisierend abzulehnen. Ein Gespräch über den Dilettantismus als Widerstandsakt.

 

Foto: Claus Bach

On Peninsula Projects/Über Halbinselprojekte

Sonnabend, 15. September 2012, 16 Uhr
Ort: Besucherzentrum der HALLE 14

Künstlergespräch mit Ian Bourn (GB)
in englischer Sprache

Die Arbeiten des Londoner Videokünstlers und Schauspielers Ian Bourn kreisen seit 1978 um Ausschnitte der eigenen Vergangenheit, um Sprache und Humor. Er gestaltet spannungsgeladene visuelle Diskurse zwischen Fiktion und Metapher. Im Rahmen der Ausstellung präsentierte Bourn eine performative Video- und Malerei-Installation als Teil seines „Peninsula Projects“ („Halbinselprojekt“). Im Gespräch erzählte er uns mehr über seine Arbeitsweise und die Produktion experimenteller Geschichten.

 

Foto: Claus Bach

Massive, LIVE, Moon Smelling.

Sonnabend, 15. September 2012, 16:30 Uhr
Ort: Ausstellungshalle

Performance mit WE COLONISED THE MOON (Hagen Betzwieser & Sue Corke)

Wie riecht eigentlich der Mond? Diese Frage beantwortete WE COLONISED THE MOON, eine Kooperative der Künstler Hagen Betzwieser und Sue Corke. Betzwieser, der das „Institut für Allgemeine Theorie“ (IAT) ins Leben gerufen hat, welches sich als Labor für omnidisziplinäre Gedankenexperimente versteht, agiert zwischen Wissenschaft, Fiktion, Kunst und Handwerk und ist unter anderem dieser Frage nachgegangen. Während der Performance „Massive, LIVE, Moon Smelling.” konnten die Teilnehmer den Geruch des Mondes einatmen.

 

Foto: Claus Bach

In Camera: ein Lesedrama für die Galerie

Sonnabend, 15. September 2012, 17:30 Uhr
Ort: Ausstellungshalle

Szenische Lesungen mit Kel Glaister (AU)

Die Arbeit „In Camera: ein Lesedrama für die Galerie“ der australischen Künstlerin Kel Glaister beruht auf dem Drama „Geschlossene Gesellschaft“ (frz.: „Huis Clos“) von Jean-Paul Sartre, in der ein Narzist, ein Feigling und ein Intrigant gemeinsam in der Hölle gefangen sind. Schnell wird klar, dass niemand sein Geheimnis, den Grund der Höllenfahrt, preisgeben will und so foltern sich die Charaktere gegenseitig. Sie sind voneinander abhängig, ziehen sich an und stoßen sich gleichzeitig ab. In Glaisters Arbeit ist die Hölle eine Galerie, in deren Mittelpunkt Künstler, Kunstwerk und Besucher stehen. Ein Auszug aus ihrem Stück wurde in einer szenischen Lesung in der Ausstellungshalle vorgetragen.

 

Foto: Claus Bach

Ping Pong Diplomacy

Sonntag, 16. September 2012, 13 Uhr
Ort: Ausstellungshalle

Tischtennistunier

Zu „Ping Pong Diplomacy“ wurde der Künstler Peter Haakon Thompson von einer Reise des US-amerikanischen Tischtennisteams 1971 durch China inspiriert. Die Profis agierten als Amateurdiplomaten und halfen, die Beziehungen zwischen beiden Ländern aufzutauen. In seinem Projekt benutzt Thompson sein eigenes Hobby als Mittel der Kunstproduktion, um die Welt des Tischtennis mit jener der Kunst zu verbinden. Mittels offener Workshops und Spielstunden entwickelt er neue Beziehungen mit und zwischen Kunst- und Tischtennisenthusiasten. Das Team der HALLE 14 lud sportbegeisterte Ausstellungsbesucher zum Match. Spiel, Satz und Sieg!

 

Foto: Claus Bach

Es ist ja immer ganz gut, wenn noch mal jemand was drüber erzählt

Sonntag, 16. September 2012, 15 Uhr
Ort: Besucherzentrum der HALLE 14

Kuratorengespräch mit Frank Motz und Katja Meyer

Frank Motz, künstlerischer Leiter der HALLE 14, und Katja Meyer, kuratorische Assistentin, laden zum Gespräch über den Dilettantismus. Diese Veranstaltung schuf Raum für „Alles was noch zu sagen ist“ und „Alles was noch nicht gesagt wurde“. Es war ein wortgewaltiges Pingpong in lustvoll-dilettantischer Manier.

Gefördert durch