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Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung "Passion des Sammelns"

Donnerstag, 26.05.2005
Das Museum als epistemologische Baustelle. Zum Sammeln zeitgenössischer Kunst – das Beispiel Karl-Ernst-Osthausen-Museum.
Vortrag von Michael Fehr, Kunsthistoriker, Direktor des Karl-Ernst-Osthausen-Museum, Hagen

Vor dem Hintergrund der nahezu unüberschaubaren Kunstproduktion und der zunehmenden Kommerzialisierung des Kunstbetriebs stellt der Vortrag am Beispiel des Karl-Ernst-Osthaus-Museums Hagen, einem städtischen Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, eine Sammlungsstrategie vor, die sich nicht am Markt-, sondern am Erkenntniswert der Kunstwerke orientiert und auf den Aufbau einer Sammlung als ein Gemeinschaftskunstwerk abzielt.


Donnerstag, 28.07.2005
Privatsammler als öffentliches Ereignis.
Vortrag von Wolfgang Ullrich, Kunsttheoretiker, freier Autor, Unternehmensberater, München

Seit einiger Zeit wird sowohl in Kunstzeitschriften wie auch in anderen Medien vermehrt über PrivatsammlerInnen berichtet. Sie äußern sich nicht nur zu Fragen ihrer Sammlung, sondern als ExpertInnen zu diversen kunstspezifischen Fragen. Von KuratorInnen oder KunsttheoretikerInnen übernehmen SammlerInnen allmählich, so scheint es, die Hoheit über die Kunstdiskurse. Der Vortrag untersucht und analysiert dieses Phänomen, fragt, wie es dazu kommen konnte, und erörtert, welche Folgen das für die Kunst haben könnte.


Donnerstag, 08.09.2005
Impulsgeber, Lückenbüßer oder Profiteure? Gegenwartskunst aus privaten Sammlungen und die öffentliche Aufgabe des Museums.
Vortrag von Hanne Zech, Kunsthistorikerin, Stellvertretende Direktorin des Neuen Museums Weserburg, Bremen

Am Beispiel des Neuen Museum Weserburg, das seit 1991 als Sammlermuseum strukturiert ist, und anderen aktuellen Beispielen wird über den Wandel der Rolle des Museums - insbesondere solcher von zeitgenössischer Kunst - gesprochen werden. Welche Erwartungen von Politik und Gesellschaft gehen mit dem Bedeutungswandel von Privatsammlungen einher? Weitere Schwerpunkte des Vortrages sind die Unterschiede von öffentlichen und privaten Sammlungen sowie die Gratwanderung, auf die sich Museen wie Sammler beständig begeben, wenn sie junge Kunst präsentieren.


Freitag, 16.09.2005
Das ganze Drum und Dran ist genauso viel wert wie die Exponate.
Gespräch mit den Sammlern Rik Reinking, Hamburg, Thomas Andrea, Berlin, und Karsten Schmitz, München
Einführung von Frank Motz, Moderation von Gerd Harry Lybke, EIGEN+ART, Berlin/Leipzig


Donnerstag, 29.09.2005
Anhäufen als Kunst: Von Reliquienschreinen und Wunderkammern zur Objektkunst des 20. Jahrhunderts.
Vortrag von Susanne Altmann, Kunsthistorikerin und Kuratorin, Dresden

Straußenei und Himmelsglobus, spielzeugkleines Alltagsgerät und antike Skulpturen - die Wunderkammer der Renaissance war das Museum vor dem Museum. Ihre unsystematisch scheinende Fülle von Exponaten löst bis heute Staunen und Entzücken aus. Darüber hinaus geben Inventare und Installationsprinzipien solcher Kabinette Aufschluss über das menschliche Sammelverhalten - und den Drang zum Repräsentieren. Ganz ähnlich skurril und aufwändig, oft von Sammeleifer begleitet, zeigen sich die zeitgleichen Gestaltungsprogramme des Reliquienglaubens: modernde Knochen umgeben von kostbarem Zierat. Aus dem bizarren Fundus solcher vormusealen Welten bedien(t)en sich auch Gegenwartskunst und Moderne - die Protagonisten dafür heißen Joseph Cornell, Ed Kienholz, Joseph Beuys oder Mark Dion. In ihren Werken - Kästen, Vitrinen oder Dioramen - verschränkt sich die Freude am Anhäufen mit kuriosen Mikrokosmen, trifft der morbide Charme von vergänglichen Gegenständen auf kunstfertige Bildnerei.