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TUNE IN 

Performance von Lia Haraki

Samstag, 17. September 2016, 16 Uhr

Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung von »Terra Mediterranea: In Action« [1] zeigte die zyprische Künstlerin ihre Performance »Tune In«. Lia Harakis performatives und tänzerisches Vorgehen erinnert an meditative Methoden.

Mit »Tune In« verfolgt sie einen Prozess, der sich zwischen Bewegungen und Gefühlen entwickelt. Haraki begibt sich auf die Suche nach dem inneren Rhythmus des Körpers und des Bewusstseins. Der Vorgang ist ebenso ein Verinnerlichen wie ein Veräußerlichen. Die, 1975 in Limassol geborene, Künstlerin nimmt ihren Herzschlag mit einem Stethoskop auf und macht ihn über Mikrofone im Raum hörbar. Dieses Kontinuum beschreibt einen Zustand der inneren Ruhe, der in der Bewegung nach außen wirkt und repetitiv fortgeführt werden soll wie der Puls, der zu hören ist. Das Tanzprojekt schafft ein Bewusstsein für das Gegenwärtige - einen Zustand, der für den Betrachter fühlbar wird. Haraki betrachtet den Körper als Träger von Identität und als Subjekt, das das Potential zur Transformation hat. Sie untersucht den Prozess, wie Bewegung aus einem intuitiven Impuls heraus entstehen kann. Die Stimme verwendet sie häufig als Ton, der ebenso mit dem Körper wie mit der Performance verbunden ist. Selbst beschreibt die zyprische Tänzerin ihre Arbeiten als »visuelle Klanglandschaften und hörbare Choreografien«. Sie wirken eindringlich, manchmal sogar beängstigend. Die Performance »The truth well faked« beispielsweise wurde als Schlag in die Magengrube bezeichnet. Haraki fragt, wie es Kunst schaffen kann, über den »Horror« unserer Zeit zu sprechen. Sie beschreibt die Schuldgefühle einer Generation, die sich verantwortlich für das Sterben in unmittelbarer Nähe fühlt und appelliert an die Verantwortung derer, die nicht leiden.