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Panzer-Mann-Tango

Augustusplatz, Leipzig
Do, 4. Juni 2009

Eintritt frei


Ein Denkmal zum 4. Juni 2009, dem 20. Jahrestag des Massakers auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking, ins Leben gerufen von tanzenden Menschen.

Auf Initiative der australischen Künstlerin Deborah Kelly - u.a. Co-Kuratorin der aktuellen HALLE-14-Ausstellung TERRA NULLIUS [1] - wurden weltweit Aufführungen des Panzer-Mann-Tangos auf öffentlichen Plätzen organisiert: u.a. in Brisbane (AU), Erfurt (DE), Leipzig (DE), London (GB), Mexico City (MX), Perth (AU), Singapur (SG, in einem Theater), Sydney (AU), Taichung (TW), Washington DC (US) und Weimar (DE). Ziel der Performance ist es, mit dem Tanz den Opfern des Massakers zu gedenken und die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Im April 1989 versammelten sich mehrere Tausend Menschen auf Pekings Platz des himmlischen Friedens und forderten von der Regierung Redefreiheit, kollektive Verantwortung und Demokratie. Eine 10 Meter große Statue aus Pappmaché, bekannt als die Göttin der Demokratie, wurde von Kunststudenten angefertigt, um die Forderungen des Protests zu versinnbildlichen. Kurz nach der Errichtung dieser Statue rollten Panzer auf den Platz und massakrierten die Demonstranten dort und in den umliegenden Straßen. Die Göttin wurde von einem Panzer zermalmt.

Die Geschichte dieser blutigen Tragödie wurde in China verschwiegen; auch unter der Beihilfe von Google, welches einwilligte, seine Suchmaschine auf dem chinesischen Markt zu zensieren.

Am 5. Juni, als die Panzer wiederum rollten, stoppte ein einzelner Mann mit nichts als Einkaufstüten in den Händen den Vormarsch der Panzer. Er wurde der Panzer-Mann. Als die Panzer versuchten, ihm auszuweichen, bot er ihnen die Stirn. Er wich ihnen aus, schlängelte sich um sie herum, schritt auf sie zu. Sein Vorgehen sprach für die Stimmen, die von der Staatsgewalt zum Schweigen gebracht wurden. Als wir den Panzer-Mann-Tango tanzten, folgten wir seinen Schritten. Wir markierten die Zeit. Wir tanzten ihn uns in Erinnerung.

Weitere Informationen unter www.forget2forget.net [2] und www.forget2forget.twoday.net [3] (Deutsch)
Weitere Videos auf Youtube [4]