HOW TO SURVIVE? – Strategien der Revitalisierung mit Kunst und Kultur

25. und 26. Oktober 2010

Öffentliches Symposium über Wege und Chancen von kulturell geprägter Revitalisierung und über nachhaltige Überlebensstrategien für private und öffentliche Kulturinitiativen


Die Wiederbelebung leer stehender Fabrikgebäude und -gelände durch alternative Kulturzentren, Kunsträume, Künstlerateliers, subkulturelle Projekte und andere Zwischennutzungskonzepte konnte bereits in vielen europäischen Städten zur Aufwertung von Stadtvierteln beitragen und die Attraktivität von Städten steigern. Diese Erkenntnis veranlasst Kommunalpolitik und Stadtverwaltungen, die sogenannte Creative Class mit unterschiedlichen Steuerungsinstrumenten zu unterstützen und zu stimulieren. Kann das, was oftmals informell, spontan und ungeregelt – also von unten nach oben (bottom-up) – entstand, auch von oben nach unten (top-down) initiiert und geplant werden? Was könnten diese unterschiedlichen Ansätze voneinander lernen? Welche strukturellen, ökologischen und urbanen Strategien verlangt die Verstetigung von Umnutzung und Aufwertung?

Das Symposium HOW TO SURVIVE? – Strategien der Revitalisierung mit Kunst und Kultur fand im Rahmen des EU-geförderten Projektes SECOND CHANCE statt, bei dem die Revitalisierung von ehemaligen Industrieflächen in Venedig, Krakau, Ljubljana, Nürnberg und Leipzig mit Kunst und Kultur im Mittelpunkt steht. In diesem öffentlichen Symposium diskutierten Fachleute aus den Bereichen Kunst und Kultur, Architektur, Ökologie und Soziologie, Stadtplanung und Stadtentwicklung Entwicklungstendenzen und Chancen von Revitalisierungsmaßnahmen sowie nachhaltige Überlebensstrategien für private und öffentliche Kulturzentren.

Der SECOND-CHANCE-Projektpartner HALLE 14 in der Leipziger Baumwollspinnerei war Organisator und Veranstaltungsort des Symposiums. In der 20.000 m² großen, fünfgeschossigen Produktionshalle hat das Thema Revitalisierung mit Kultur bereits eine längere Tradition: Die Wiederbelebung der HALLE 14 als gemeinnütziges Kunstzentrum begann im Jahr 2002 mit dem internationalen Symposium Wie Architektur sozial denken kann.

Programm

 

Montag, 25. Oktober 2010

Begrüßung

17:30 Uhr

Eröffnungsrede 

19 Uhr

mit Raoul Bunschoten von CHORA architecture and urbanism, London

 

Dienstag, den 26. Oktober 2010:

Panel Gentrifizierung – Gentrifizierung reißt Fronten auf

10:30 bis 12 Uhr

mit Sandy Fitzgerald, Kulturmanager und Künstler, Olivearte, Dublin (IE), Lia Ghilardi, Noema Research and Planning Ltd, London (UK) und Ulrike Sitte, Gängeviertel e.V., Hamburg

Moderation: Thyra Veyder-Malberg, Journalistin, Leipzig

Der Begriff Gentrifizierung fasst sehr komplexe Prozesse von struktureller Aufwertung bis zur Verdrängung sozialschwacher Bevölkerungsgruppen zusammen und ist daher Gegenstand – teils heftig geführter – politischer Auseinandersetzungen. Doch sind Städte ohne Wandel und Stadtviertel, in denen die Durchmischung schwindet und Schichten sich voneinander absondern, eine Alternative zur Gentrifizierung? Wie lässt sich die Aufwertung von Stadtvierteln durch Kommunen und lokale Akteure gestalten, sodass ihre Prozesse für die Anwohner nachvollziehbar und offen bleiben? Wie können kulturelle Initiativen diesen Prozess mitgestalten und begleiten, um einer Instrumentalisierung von Kunst und Kultur in der Stadtentwicklung entgegenzuwirken?

Panel Energy Balance – Erneuerbare Energien in die Kultur

14 bis 15:30 Uhr

mit Claus Anderhalten, Anderhalten Architekten, Berlin, Raoul Bunschoten, CHORA architecture and urbanism, London (UK), Freddy Paul Grunert, ZKM Karlsruhe und Werner Wiartalla, Ingenieur und Mitbegründer der ufaFabrik Berlin e.V.

Moderation: Kerstin Faber, Stiftung Bauhaus Dessau

Kunst- und Kultureinrichtungen sollten als Vordenker und Reflektor für gesellschaftliche Prozesse und Entwicklungen in der Pflicht stehen, ökologische Nachhaltigkeit zu demonstrieren und Klimabewusstsein öffentlich zu machen. Wie werden Kultureinrichtungen zu Denkräumen für die Herausforderungen des Klimawandels und zu klimabewussten Vorbildern? Welche effizienten Energiekonzepte und umweltfreundlichen Technologien eignen sich für Revitalisierungsprojekte?

Panel Governance – Bottom-Up oder Top-Down

16:00 bis 17:30 Uhr

mit Daniela Brahm, ExRotaprint gGmbH, Berlin, Marko Brumen, New Times New Models, Pekarna magdalenske mreže, Maribor (SI), Irene Wigger, Kantensprung AG, Basel (CH)

Moderation: Stefan Rettich, KARO Architekten, Leipzig

Welche Steuerungsmodelle und Managementstrukturen erlauben es, Spontaneität, Erfindungsgabe, Flexibilität und Kreativität zu erhalten oder zu erzeugen? Welche Governancemodelle erweisen sich als belastbar und anpassungsfähig? Und welche sind geeignet, subkulturelle Zwischennutzungsprojekte in die Nachhaltigkeit zu überführen? Wie können Stadtverwaltung, öffentliche Einrichtungen und private Initiativen hier zusammengehen?

Das Symposium fand im Rahmen des Projektes SECOND CHANCE – From Industrial Use to Creative Impulse statt, das vom EU-Programm CENTRAL EUROPE kofinanziert wird.


Hier können Sie das Programm des Symposiums als PDF (670 kb) herunterladen.

Click here to download the English version of the symposium programm as PDF (670 kb).