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© prostoRož, Visions O3, 2007

OFFENE RÄUME, OFFENER AUSGANG

Do, 11. April
Eintritt frei

Offene Gesprächsrunde in englischer und deutscher Sprache

Die Arbeiter gingen, die Künstler und Bürger kamen. Künstler und Kulturarbeiter prägt eine besondere Affinität zu den Ruinen des Industriezeitalters. Die brachliegenden Leerräume geben Ansporn, sie mit neuem Sinn oder utopischen Gedanken zu füllen. In Leipzig gibt es noch viele vor sich hin verfallender Industriekomplexe, die auf Neugestaltung warten. Doch wer entscheidet, was mit diesen Arealen geschehen soll und nach welchen Kriterien?

Getragen von dem Wunsch, kollektive Arbeitsweisen auszutesten und dadurch Austausch zu beflügeln, stießen die drei an diesem Abend zur Diskussion eingeladenen Künstler Prozesse mit offenem Ausgang an.

Dem Hamburger Künstler Mark Matthes, der schon seit geraumer Zeit in Leipzig lebt und arbeitet, sind die Wechselwirkungen zwischen urbanen Aktivitäten und kollektiven, willentlich unkontrollierbaren Prozessen Anregungen für seine künstlerische Arbeit. Im vergangenen Jahr initiierte er den „Betriebsausflug“, einen Austausch Hamburger und Leipziger Künstler.

Maša Cvetko, Architektin in Ljubljana und seinerzeit Stipendiatin der HALLE 14 im Rahmen des EU-Projekts Second Chance, hat im vergangenen Jahrzehnt mit ihrem Büro prostoRož zahlreiche öffentliche Plätze neugestaltet. Die Offenheit der Leipziger, basisorientiert Umnutzungen von Stadträumen anzustoßen und für die Stadtentwicklung zu nutzen, begeisterte sie. Gemeinsam mit der Initiative Bürgerbahnhof Plagwitz (IBBP) arbeitete sie an einem Gestaltungskonzept für das ehemalige Güterbahnhofareal im Leipziger Westen.

Maxi Kretschmar vertrat die IBUg (Industriebrachenumgestaltung), Urban Culture Festival, Laboratorium für internationale Urban Artists und – Lebensgefühl. Seit 2006 verwandeln Künstler der internationalen Graffiti-, Street Art- und Medienkunstszene vergessene Zeugen der sächsischen Industriekultur zu temporären Gesamtkunstwerken. Das IBUg-Team setzt in einer Region, die durch industriellen und demografischen Wandel umfangreichen Veränderungen ausgesetzt ist, Impulse im kreativen Umgang mit der Vergangenheit.

Die drei Diskutanten stellten im Gespräch ihre Projekte vor und diskutierten die Ansätze und Utopien ihrer Arbeitsweisen.

Weitere Informationen unter www.prostoroz.org [1], markmatthes.tumblr.com [2] und www.ibug-art.de  [3]