Marlene Rigler (links) und Daniel Schörnig (rechts) im Gespräch auf der Lounge14 #11, Foto: Denis Bury

LOUNGE14

 

#11 – RAND ZONEN KUNST ZENTREN

Mittwoch, 9. März 2011

Eintritt frei

Gesprächsrunde mit Marlene Rigler (Platform3, München) und Daniel Schörnig (Künstler, Leipzig), im Anschluss Filmvorführung: „Untitled 5.03“ von Peter Downsbrough (Künstler, Brüssel)

Kulturelle Revitalisierung, z.B. ehemaliger Industrie- und Hafenanlagen, ist ein Katalysator für das Neuentstehen von Kunst- und Kulturzentren in europäischen Metropolen. Solche Initiativen liegen selten in den Zentren, sondern in den Randzonen der Städte. Diese Situation bleibt nicht folgenlos für die Kulturproduktion. Wenn statt der Kunsthallen im Zentrum Kulturfabriken in den Peripherien entstehen, könnte darin ein Symptom für die geistige Randlage der Kunst – die der geografischen folgt oder vorausgeht – gesehen werden. Wie erfindet sich ein Kunstzentrum angemessen in dieser Situation und warum kommen Besucher in die Peripherie? Diese Fragen erörterten zur ersten Lounge14 in diesem Jahr die Direktorin und Kuratorin der Münchner Platform3, Marlene Rigler, und der Leipziger Künstler Daniel Schörnig in einem Gespräch.

Platform3 erschließt seit März 2009 auf 2.000 m² eines ehemaligen Industriegeländes in der Münchner Peripherie Räume für zeitgenössische Kunst. Dort gibt es seitdem Ateliers, aber auch Ausstellungen, Diskursveranstaltungen und ein Kuratorenweiterbildungsprogramm. Marlene Rigler initiierte u.a. in Zusammenarbeit mit vielen europäischen Kunstzentren das „Projekt Peripherie“.

Daniel Schörnig betrieb gemeinsam mit dem Künstler Oliver Kossack von 1998 bis 2004 in der Leipziger Peripherie Neu-Lindenaus den ersten permanent bespielten Off-Space, Kunstraum B/2, auf der Leipziger Baumwollspinnerei. Die Spinnerei ist heute mit zehn Galerien und dem Kunstzentrum HALLE 14 ein lebendiger, pulsierender und weltbekannter Kunstort. Der Kunstraum B/2 erfand sich 2005 als einzige Produzentengalerie auf dem Gelände neu.

Als Ausklang der Lounge14 #11 wurde der Film „Untitled 5.03“ (Video, s/w, 14' 05", Sound) des US-Künstlers Peter Downsbrough (*1940, in Brüssel lebend) gezeigt. Der konzeptuelle Filmemacher beschäftigt sich mit Stadt- und Industrieräumen, die er in langen Travellings und stets in Schwarz-Weiß aufnimmt. Dabei schafft er semantisch beladene, architektonische Räume.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Kunststoff e.V. Leipzig.

Weitere Informationen unter www.platform3.de und www.kunststoff-kunst.de