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Beate Engl: APPARAT

Foto: Beate Engl, APPARAT, 2014.

 


Mittwoch, 25. März, 19 Uhr

Katalogpräsentation und Gespräch zwischen Beate Engl (Künstlerin) und Daniela Stöppel (Kunsthistorikerin, Kunstraum München)

Bereits ein Jahr bevor die Galerien auf die Spinnerei zogen, installierte Beate Engl im Rahmen der programmatischen Ausstellung „Schichtwechsel“ zu Aspekten (verschwundener) Arbeit, Arbeiterschaft und Arbeiterbewegung die Audioarbeit „betaversion 1.0 – Rosa Luxemburg transformed“ auf dem Dach der HALLE 14 unter einer von unbekannter Hand auf Halbmast gehissten Arbeiterfahne. Engl modifizierte dafür eine Rede, die Rosa Luxemburg am 27. Mai 1913 im Felsenkeller in Leipzig-Plagwitz an die „Proletariermassen“ gerichtet hat, zu einer Ansprache über den globalisierten Kunstbetrieb.

Zehn Jahre später legte Engl ihr Künstlerbuch „APPARAT“ (2014, hrsg. v. Badischer Kunstverein) vor, das eine Auswahl ihrer Arbeiten umfasst. Diese nutzen Fahnen, Megaphone, Rednertribünen, Werbedisplays und weitere Objekte der Machtrhetorik als Ausgangspukt und Material, um die Symbolik von Repräsentation und Propaganda spielerisch zu verfremden. Gestaltung und Illustrationen wurden in enger Zusammenarbeit mit der Leipziger Grafikerin Alexandra Rusitschka entwickelt und orientieren sich an Drucksachen der russischen Avantgarde.

Im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Daniela Stöppel wurden diese (kunst-)historischen Verweise und die Grenzen künstlerischer Praxis im öffentlichen Raum zum Agitprop ausgelotet. Daniela Stöppel beschäftigt sich mit Symbolsprachen der frühen Avantgarde und wird den Fokus im speziellen auf die konstruktivistischen Vorbilder Engls lenken.