PERFORMANCES

Emrah Gökdemir: Merging the in-visible borders, 2019 (Performance in Beirut, Libanon); Foto: Melisa Kurtulus

SEEKING YOUR OWN DESERT

Performance von Melih Apa und Mehmet Fahracı

APHASIC-APHONIC CIRCUMAMBULATION

Performance von Emrah Gökdemir und Kenan Nuraydın

Samstag, 6. Juli 2019, 16 Uhr

Für die Ausstellung »Vergessene Aufklärungen« haben die Künstler Melih Apa, Mehmet Fahracı, Emrah Gökdemir und Kenan Nuraydın zwei neue Performances entwickelt, die am 6. Juli 2019 erstmals in Leipzig aufgeführt werden.

Der Künstler Melih Apa lehrt Kunst an der Mersin Universität in der Südtürkei. Gemeinsam mit dem ebenfalls in Mersin lebenden Künstler Mehmet Fahracı führt er in der HALLE 14 die neue Performance »Seeking Your Own Desert« auf. Sie nimmt Bezug auf den US-amerikanischen Kurzfilm »Film« (1965) nach einem Drehbuch des irischen Dramatikers Samuel Beckett. »Ein Mensch kann sich von allen anderen fernhalten, sich selber kann er nicht entkommen« fasste Keaton den Plott zusammen. Apa und Fahracı aktualisieren die Fragestellungen von »Film«: Was passiert mit uns, wenn wir an einem Ort sind, wo wir nicht sein sollten? Wie sieht es auf der Erde aus, wenn jeder Unterschlupf überfüllt ist?

Erfahrung ist die Grundlage von Erinnerung, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Ohne ein Bewusstsein für Geschichte können keine neuen Ideen vorangebracht werden. Doch durch Wiederholung und oberflächliches Auswendiglernen droht die Erfahrung der Geschichte im Dogma zu erstarren. Die aus Antakya stammenden Künstler Emrah Gökdemir und Kenan Nuraydın untersuchen in ihrer neuen Performance »Aphasic-Aphonic Circumambulation« den Zerfall der Erfahrung im Dogma.

GINAN SEIDL : »SPIN« & KHALED ABDULWAHED: »BACKYARD«

Abb.: Ginan Seidl, Spin, 2017

Filmscreening mit anschließendem Gespräch

Donnerstag, 11. Juli 2019, 19 Uhr
Eintritt: 4 €, ermäßigt 2 €
Adresse: Luru Kino (Leipziger Baumwollspinnerei), Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig

Der syrische Künstler und Filmemacher Khaled Abdulwahed lebt seit 2015 in Berlin. In seiner experimentellen Videoarbeit »Backyard« (26 min, 2018) lässt er eine verlorene Fotografie eines zerstörten Kakteenfeldes wieder entstehen. Kakteen wachsen überall im Nahen Osten. Die dornigen, zähen Pflanzen sind Symbole der Widerstandsfähigkeit. Das Kakteenfeld in Khaled Abdulwaheds Film gehörte Bauern, die im Sommer die Früchte in den Straßen von Damaskus verkauften. Das Kaktusfeld wurde 2012 während der Revolution zerstört und der Krieg begann, seine eigene Landschaft zu formen. Sorgfältig rekonstruiert der Filmemacher Stück für Stück die Aufnahme an der Wand seiner Berliner Wohnung, wobei er auch der gewalttätigen Deformation des Kakteenfeldes folgt.
Abdulwaheds Filme wurden u.a. bei der Berlin Art Biennale, im Centre Georges Pompidou und dem Arab World Institute in Paris sowie von ARTE gezeigt. Seit 2017 ist Khaled Abdulwahed Mitglied des kuratorischen Teams für die Sektion Forum Expanded der Berlinale.

Ginan Seidls Essayfilm »Spin« (80 min, 2017) betrachtet eine Drehbewegung im Spannungsfeld der theoretischen Physik und des Sufismus. Unaufgeregt beobachtet er unterschiedliche Haltungen und Wissenskonzepte in Bezug auf wiederkehrende Bewegungen. Dafür besuchte Ginan Seidl Sufi-Rituale in Istanbul und eine Scheichin. Diese Aufnahmen kontrastiert sie mit Textzitaten und einem Interview mit einem Physiker.
Ginan Seidl erhielt für ihre installativen und filmischen Arbeiten bereits zahlreiche Auszeichnungen und wurde u.a. durch das Backstory Residenzprogramm des Goethe Instituts in Beirut, die Professional Media Master Class und das EMARE-Stipendium in Mexiko unterstützt. Ihre Filme wurden u.a. auf der Berlinale, FID Marseille, CPH:DOX und beim DOK Leipzig gezeigt. 

Weitere Informationen unter backyard.pong-berlin.de und ginanseidl.net.

Foto: Walther Le Kon

Ausstellungsführungen

Jeden Sonnabend, 14 Uhr

 

 

Wer Hintergründe und Informationen zur aktuellen Ausstellung »Vergessene Aufklärungen« erfahren möchte, ist herzlich zu den öffentlichen Führungen jeden Sonnabend um 14 Uhr eingeladen. Selbstverständlich bieten wie Ihnen auch Führungen nach Vereinbarung an.

Weiter Informationen unter Ausstellungen