exchange@2015.le

Stipendiaten:

Sven Bergelt (Leipzig)

Tom Castinel (Lyon, FR)

Peggy Pehl (Leipzig)

Ian Richards (Birmingham, GB)

Anlässlich der diesjährigen Feierlichkeiten von „1000 Jahre Leipzig” organisiert das Zentrum für zeitgenössische Kunst HALLE 14 den gegenseitigen Künstleraustausch „exchange@2015.le” mit den Leipziger Partnerstädten Birmingham (GB) und Lyon (FR). In der ersten Austauschrunde wurden die Künstler Tom Castinel aus Frankreich und Ian Richards aus Großbritannien ausgewählt, für drei Monate von Anfang Mai bis Ende Juli, in Leipzig zu leben und zu arbeiten. Sie erhalten jeweils ein monatliches Stipendium in Höhe von 1.000 Euro, ein großzügiges Arbeitsatelier in der HALLE 14 und eine Unterkunft.


Stipendiaten aus Leipzig

Im April wurden auch die Leipziger Stipendiaten für den Aufenthalt in Lyon bzw. in Birmingham bekannt gegeben: Das Stipendium für den Gastaufenthalt in Birmingham, der vom 1. Juli bis 30. September dauert, erhält Medienkünstler Sven Bergelt, der von WERK und Glen Howell's Architects ausgewählt wurde. Die ENSBA Lyon entschied sich für die Künstlerin Peggy Pehl, die vom 15. September bis 15. Dezember 2015 in Lyon arbeiten wird.

Weitere Informationen zu den Stipendiaten:

www.peggypehl.de 

www.svenbergelt.de

Austausch mit Birmingham

Der Austausch mit Birmingham findet in Kooperation mit der Kunstinitiative WERK aus Birmingham statt, die in Zusammenarbeit mit dem Architekten Glenn Howells zwölf Künstlerinnen und Künstler für den Austausch vorschlug. Ian Richards’ Bewerbung überzeugte die Jury aus Jan Thomaneck und Sebastian Kretzschmar (Künstlerduo FAMED), Prof. Andreas Wolf (Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig), Dr. Caren Marusch–Krohn (Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig) und Michael Arzt (HALLE 14).

Austausch mit Lyon

Die Kunsthochschule ENSBA Lyon ist der Kooperationspartner für den zweiten Austausch. Sie hat sieben Künstlerinnen und Künstler aus Lyon für den Austausch vorgeschlagen, aus denen eine Jury, bestehend aus Prof. Joachim Blank (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig), Dr. Caren Marusch–Krohn (Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig), Neven Allanic (Künstlernetzwerk fugitif) und Michael Arzt (HALLE 14), den Künstler Tom Castinel auswählte.

Die Leipziger Kooperationspartner sind die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und die Kulturinitiative fugitif.

 

Das Projekt „exchange@2015.le” wird gefördert durch:

Abb.: Sven Bergelt, Glover Street, Birmingham, 2015

Sven Bergelt, Leipzig (DE)

Juni bis September 2015

Der Leipziger Künstler Sven Bergelt beschäftigte sich in Birmingham mit der städtischen Architektur, die er als Zeugnis urbaner Umstrukturierungs- und Erneuerungsprozesse in den Blick nahm. Ihm ging es darum, den visuellen Charakter Birminghams zu erkunden – ein Thema, das in der Stadt selbst kritisch diskutiert wird. Prägend für Birmingham und gleichzeitig symptomatisch für ein mögliches fehlendes, klares „visual image”, waren städtische Planungsmodelle, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts maßgeblich durch visuellen Utopismus und Futurismus geprägt wurden.

In seiner künstlerischen Arbeit untersuchte Sven Bergelt vor Ort, ob und wie gerade durch den Mangel einer klaren architektonischen Linie, das spezifische „visual image” Birminghams bestimmt wird. Mit seinen Arbeiten, bestehend aus Fotografie, Zeichnung und Frottage, will Bergelt dieses Image sichtbar machen. In einer Ausstellung und einem Künstlergespräch, das Ende September in Birmingham bei Glenn Howells Architects stattfand, stellte er die Arbeiten vor, die während seiner Künstlerresidenz entstanden.

Sven Bergelt, geboren 1983 in Freiberg/Sachsen, studierte an der Muthesius Kunsthochschule Kiel (2003-2006) und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig (2006-2012), wo er nach seinem Diplom, von 2012-2014 sein Meisterschülerstudium bei Prof. Alba D'Urbano in der Klasse für Intermedia absolvierte.

Weitere Informationen zu Sven Bergelt unter www.svenbergelt.de

↑zurück

Abb.: Ian Richards, Look behind, 2015. Foto: Ian Richards

Ian Richards, Birmingham (GB)

Mai bis Juli 2015

Während seiner Residenzzeit in Leipzig knüpfte Ian Richards thematisch an ein früheres Projekt an, in welchem er sich HIV- Infizierten widmete. Ihm ging es darum zu erkunden, welche Gedanken und Gefühle Betroffene hier und Birmingham in Bezug auf ihre Krankheit haben und wie davon ihr Leben bestimmt wird oder nicht.

Deshalb nahm der britische Künstler Kontakt zum Verein AIDS-Hilfe Leipzig und zur Organisation Baseline UK auf und suchte das Gespräch mit AIDS-Kranken. Aus Fragmenten dieser Gespräche kreierte Ian Richards kurze Gedichte über menschliche Fehlbarkeit und Chancen, die als Aufforderung zur Auseinandersetzung mit der Thematik dienen sollen. Parallel zum Christopher Street Day Leipzig sollen die Gedichte nun mittels verschiedener Medien in die Öffentlichkeit gebracht werden, unter anderem am Stand der AIDS-Hilfe Leipzig, aber auch an verschiedenen öffentlichen Orten in der Stadt. In seinem Open Studio wird Ian abschließend Ergebnisse und Erfahrungen aus seinen Projekten vorstellen und sich mit Interessierten austauschen.

Der 1974 geborene englische Künstler verfolgt einen multidisziplinären Ansatz zwischen Kunst, Wissenschaft und sozialem Engagement. Hierfür nutzt er künstlerische Ausdrucksmittel wie Grafik, Illustration, 3D-Animation und Installationen ebenso wie Interventionen im öffentlichen Raum.

Open Studio am 23. Juli 2015, ab 18 Uhr.

Weitere Informationen zu Ian richards unter www.heavyobject.com

↑zurück

 

Abb.: Tom Castinel, Bacchanale, 2015.

Tom Castinel, Lyon (FR)

Mai bis Juli 2015

Form, Tanz, Energie. Mit diesen Worten beschreibt Tom Castinel sein künstlerisches Schaffen. Spielerisch bewegt er sich zwischen Musik, Performance, Video, Installation, Zeichnung und Collage und variiert diese ähnlich eines Samplings und Mixings. So arrangiert er zum Beispiel grafische Elemente in einem Notensystem, um sie dann als materielle Objekte ins Dreidimensionale zu übersetzen.

In Leipzig sammelte Tom alltägliche, gefundene Gegenstände, Billigdekor oder auch Haushaltsgeräte aus einem Ramschladen und ließ diese anschließend - von ihrer Funktion separiert und im Sinne eines Objet trouvé  - zum Teil einer absurden Installation und Performance werden. In seinen Performances tritt Tom Castinel mit seinen Objekten in eine rhythmische Interaktion, bei der Choreografie und Gestus zwischen Nonsens und Abstraktion oszillieren. Auf diese Weise ironisiert der französische Künstler bestehende kulturelle Bedeutungskontexte und Regelsysteme, um mögliche Alternativen der Wahrnehmung und Beziehung von Mensch und Materialität der Welt, als Basis westlicher Zivilisation, aufzuzeigen. Zum Open Studio wird Tom Castinel ein Video seiner in Leipzig entstandenen Performance präsentieren sowie eine Installation, verschiedene Objekte, Collagen und Grafiken.

Open Studio am 23. Juli 2015, ab 18 Uhr.

Weitere Infromationen zu Tom Castinel unter www.tomcastinel.com