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Beata Rojek

A-i-R Wro Stipendiatin der Kulturhauptstadt Wroclaw 2016

Oktober bis November 2016

Die Künstlerin Beata Rojek wurde aus mehreren Bewerbern für das Residenzprojekt mit dem Breslauer Künstlerresidenzprogramm A-i-R Wro ausgewählt, von Oktober bis November nach Leipzig zukommen und ein Projekt für die laufende Ausstellung Terra Mediterranea: In Action [1] zu entwickeln. Rojek plante daraufhin in einem kollektiven Arbeitsprozess eine »nomadische Kunstplattform«, deren mythische Zentralfiguren die Delfine sind, die als intelligente Wesen die Zufälligkeit menschlicher territorialer, politischer und kultureller Grenzen kennen.

Rojek hatte mehrere Künstlerinnen und Musiker eingeladen, mit ihr an dieser Multimediainstallation zu arbeiten, die als Grenzen überschreitende Bewegung kreative und harmonische Entwicklungen ermöglichen soll.

Unterstützt durch

Rao Fu

Heimspielstipendiat der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

September bis November 2016

Rao Fu war 2016 der Heimspiel-Stipendiat der Kulturstiftung des Freistaates Sachsens und arbeitete von September bis November in einem der Studios in der HALLE 14.

Fu ist 1978 in Peking geboren und studierte in Dresden Malerei und Zeichnung. Die Gemälde von Rao Fu sind geprägt von östlichen und westlichen Einflüssen. Die erlernten westlichen Traditionen kombiniert er mit Techniken, Materialien und Bildwelten chinesischer Malerei. In seiner Malerei spielt er bewusst mit dieser Gegensätzlichkeit und überführt sie in eine reizvolle bildnerische Einheit. Sowohl seine Motive als auch sein Malgestus sind durch eine permanente Spannung zwischen Festigkeit und Zerbrechlickeit, Verdunklung und Aufhellung, Leichtigkeit und Schwere geprägt. Ihn interessieren dabei keine natürlichen Repräsentationen, vielmehr fängt Fu Stimmungen, die ihn umgeben ein, und gibt sie an den Betrachter weiter. Während seines Open Studios zeigt er Malereien auf Papier und plastische Arbeiten.

Weitere Informationen auf der Webseite von Rao Fu [2].

Aleš Čermák (CZ)

Stipendiat Open A.I.R. Artist in Residence Program Pilsen

Dezember 2015 bis Februar 2016

Aleš Čermák (*1984) ist bis Februar 2016 Stipendiat der HALLE 14 in Kooperation mit OPEN A.i.R. - Pilsen 2015 European Capital of Culture Artist-in-Residence Program. Er betätigt sich als Künstler, Regisseur und ist Gründer sowie Redakteur des Verlages Ausdruck Books [3]. In den letzten Jahren war sein Werk durch formale Offenheit, kontinuierlichen Aktion, Publikumsbeteiligung und Performativität geprägt, um intensiv kollektive Themen zu verhandeln, vor allem die Auswirkungen der sich verändernden globalisierten und soziopolitischen Anforderungen auf Individuen und Gemeinschaften. Während seiner Residenz realisiert er unter anderem die Performance #WeHelpYouGetAhead - eine aktuelle performative Bewegungsstudie im virtuellen Zeitalter.

Weitere Informationen unter http://alescermak.blogspot.cz/ [4]

in Kooperation mit:

Abb.: Jude Griebel, Slick Form, 2015

Jude Griebel (CN)

Stipendiat der Elizabeth Greenshields Foundation

November 2015 bis Januar 2016

Von November 2015 bis Januar 2016 ist Jude Griebel als Residenzkünstler in HALLE 14 zu Gast. Der kanadische Künstler studierte Skulptur und Keramik an der Concordia University in Kanada und schloss mit einem Master of Fine Arts ab. In seinem Werk setzt sich der Künstler mit psychologischem Unbehagen und Umwandlungsprozessen auseinander. Anhand seiner Körperstudien, die er in verschiedenen Stadien der Zusammensetzung zeigt, untersucht er unsere Phantasie und wie sie Wachstum, Konsum und Sterblichkeit auf metaphorischen und experimentellen Wegen verhandelt. In seinen Skulpturen aus Papiermaschee und Exposidharz verschmelzen physische Anatomien mit allegorischen Entsprechungen und erinnern an Dioramen, Dermoplastiken und didaktische Modelle in Museen– immer zwischen Faktum und Mysterium balancierend. Das ungewöhnliche Material Papiermaschee verweist auf ein gleichermaßen subversives und anpassungsfähiges Medium, das auf eine lange Geschichte in der Herstellung von Halloweenkostümen, der Verwendung in Amateurtheatern sowie traditionellen Handwerk und Design zurückblickt. 

 

Weitere Informationen unter: judegriebel.com [5]

 

Gefördert durch

Abb.: Christoph Roßner, Kulisse Stadt, 2015.

Christoph Roßner (DE)

Heimspielstipendium des Freistaates Sachsen

September bis November 2015

Christoph Roßner ist der Preisträger des 10. Heimspiel-Stipendiums [6], vergeben von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. 1982 in Zwickau geboren, lebt Christoph Roßner heute in Leipzig und Dresden. Er studierte an der Bauhaus Universität Weimar (2003-2006) und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (2006-2009), wo er im Jahr 2011 sein Meisterschülerstudium bei Prof. Ralf Kerbach absolvierte.

Die Gemälde und Tuschezeichnungen von Christoph Roßner zeugen von einer besonderen Freude des Künstlers an einem Spiel mit dem Sichtbaren:

„Roßner kitzelt unsere Erwartungshaltungen hervor, enttäuscht sie dann; mit einem Lächeln auf den Lippen müssen wir sie als irrelevant erkennen. Seine Wanderung auf der Grenze zwischen Figuration und Abstraktion gibt uns die Freiheit eines assoziativen Zugangs und verlangt zugleich nach einem Einfühlungsvermögen für diese andere Wirklichkeit der Dinge und die Wirkung der Farbe. Er spielt mit diesen Kippmomenten, seine Figurationen tragen abbildhafte Züge, sind als Gebäude und Landschaften, als Tassen, Stuhl oder Lampe erkennbar, um uns im gleichen Moment mit ihrer malerischen Qualität zu konfrontieren, die uns feststellen lässt, dass es hier nicht um die Illusion von Gegenständlichkeit geht, sondern um das Wirken der Farbe in ihrer zweifachen Bedeutung, als Material der Öl- oder Acrylfarbe und als Erscheinung von Blau- oder Grautönen.“
(Dr. Holger Birkholz, 2015)

Weitere Informationen zu Christoph Roßner unter www.christophrossner.de
 [7]

Jeremy Shaw, Introduction to the Memory Personality, 2012

Jeremy Shaw (CN)

eine Kooperation mit der Association of Neuroesthetics

November 2015

Jeremy Shaw war Residenzkünstler im Rahmen der HALLE-14-Ausstellung "Kontrollmodus Feedback" in Kooperation mit der Association of Neuroesthetics.

Der kanadische Künstler setzt sich in seinen Arbeiten vor allem mit ungewöhnlichen Bewusstseinszuständen und übergeistigen Erfahrungen auseinander. Über verschiedene Medien wie Video- und Musikinstallationen oder Fotografie, die auch Elemente der Popkultur aufnehmen, erforscht der Künstler die Darstellungsmöglichkeiten und Erlebbarkeit.

 

Weitere Informationen unter: jeremyshaw.net  [8]und der Association of Neuroesthetics [9]

Abb.: Ján Gašparovič, white noise, 2014.

Ján Gašparovič (SK)

Stipendiat des K.A.I.R.-Programms (Košice Artist in Residence Program)

September und Oktober 2015

Ján Gašparovič, geboren 1981 in Žilina in der Slowakei, war für zwei Monate in der HALLE 14 zu Gast. Er studierte Angewandte Kunst/Glaskunst an der Academy of Fine Arts and Design (VŠVU), Bratislava (2000- 2007), bei dem Bildhauer und Grafiker Juraj Gavula. Er ist außerdem Gründer und Leiter der im Jahr 2011 ins Leben gerufenen Plusmínusnula Gallery [10] in der slowakischen Hauptstadt.

Ján Gašparovič ist ein Grenzgänger zwischen Wissenschaft, Technologie und Kunst. In seinen Arbeiten untersucht er systematisch und experimentell Phänomene wie Klang, Licht, Raum sowie verschiedene biologische, chemische oder physikalische Prozesse. Diese werden in Versuchsanordnungen und Test erforscht und schließlich mithilfe von Objekten und Installationen wahrnehmbar gemacht. Der Künstler nutzt hierfür unter anderem Lötverfahren, Linsen, Messinstrumente, Sound-Systeme oder Wärmebildkameras und arrangiert diese sorgfältig in minimalistisch designten Raumgefügen. Solche naturwissenschaftlichen Phänomene, wie die Zersetzung und Zusammensetzung des Lichts oder Geräusch und Klang, nutzt Gašparovič zur Demonstration klarer und perfekter Form und Idee.

Die Zeit seiner Künstlerresidenz nutzte Ján Gašparovič, um sich mit verschiedenen Formen elektromagnetischer Wellen und deren Oszillation zu beschäftigen - einer seiner Interessensschwerpunkte. So führte er während seines Aufenthalts in Leipzig verschiedene Untersuchungen im Stadtgebiet zu Lang- und Kurzwellen im Radiowellen-Spektrum durch.

English information about Ján Gašparovič [11]

Nir de Volff/TOTAL BRUTAL und Renan Ran Harari

v.l.n.r. Nir de Volff, Renan Ran Harari, Katharina Maschenka Horn und Fransico Bejarano Montes de Oca. Foto: Walther Le Kon

Interdisziplinäres Residenzprojekt zwischen bildender Kunst, Tanz und Performance, Deutschland und Israel.

5. Juni bis 4. Juli 2015


Eine Kooperation von:LOFFT - DAS THEATER [12] & HALLE 14

Vier Wochen lang arbeiteten der Tänzer und Choreograf Nir de Volff und zwei Tänzer seines Ensembles TOTAL BRUTAL, Katharina Maschenka Horn und Francisco Bejarano Montes de Oca, mit dem bildenden Künstler Renan Ran Harari in einem experimentellen Residenzprojekt zusammen.

Nir de Volff, geboren in Tel Aviv (Israel), lebt seit über zehn Jahren in Berlin. Renan Ran Harari, geboren in Hedera (Israel), lebt in Leipzig und absolviert ein Meisterschülerstudium an der HGB in der Klasse für Installation und Raum bei Prof. Joachim Blank. Der Anlass für das Projekt ist das 50-jährige Bestehen der deutsch-israelischen Beziehungen, die in diesem Jahr zelebriert werden. Leitgedanke war hierbei die Idee eines utopischen Denkmals, das einmal für 150 Jahre freundschaftliche, deutsch-israelische Beziehungen stehen könnte.

Der interdisziplinäre Austausch zwischen darstellender und bildender Kunst schuf dabei eine produktive Reibungsfläche und bot einen experimentellen Raum, um die bestehenden „Topografien der Erinnerungen“ (Nir de Volff) zu durchbrechen. Mit Elementen aus Tanz, Performance und Installation und vor dem Hintergrund ihrer eigenen interkulturellen Erfahrungen, persönlichen Geschichten und bestehenden Hoffnungen, wurde ein neues Selbstverständnis künstlerisch ausgelotet - ironisch, ernst, sentimental, provokativ.

Am Samstag, den 4. Juli 2015, wurde die Performance, die während des Projektes von den Künstlern zusammen erarbeitet wurde und den Abschluss des Residenzprojekts bildete, einmalig aufgeführt. Im Anschluss standen die Künstler für ein Publikumsgespräch bereit. Eine Veranstaltung im Rahmen der Jüdischen Woche in Leipzig [13].

Weitere Informationen im Veranstaltungsrückblick

Susanna Inglada

Foto: Ola Glimåker

Dezember 2014

Die spansiche Künstlerin Susanna Inglada studierte Theaterwissen- schaft und Freie Kunst in Barcelona sowie anschließend in Groningen, Niederlande, wo sie heute auch lebt. Als Trägerin des “Werkbijdrage Jong Talent” (Startstipendium) des Mondriaan Fund [14], Niederlande, war sie für fünf Wochen in Leipzig.

Susanna nutzt vielfältige Techniken wie Zeichnung, Malerei und Video, welche sie zu großflächigen Raumcollagen verbindet. Durch Zusammenfügen dieser einzelner figurativer und abstrakter Fragmente lässt eigene Narrative entstehen, die sich zu komplexen Szenarien verdichten. Als Sujets tauchen immer wieder Formen von Gewaltakten oder emotionalen Ausbrüchen auf, werden Opfer und Täter zu Handelnen einer Geschichte, in die der Betrachter mit hinein gezogen wird. Gewalt als Motiv spielte schon in der spanischen Malerei eine wichtige, immer wiederkehrende Rolle und ist als ein zentraler Einfluss bei Susanna Inglada erkennbar. Daneben interessieren die Künstlerin auch Erscheinungs- und Ausdrucksformen des Unbewussten, Unheimlichen, Verdrängten, wie sie beispielsweise in filmischen Werken eines David Lynch, Luis Buñuel oder Lars von Trier zur Darstellung kommen. Während ihres fünfwöchigen Aufenthalts hat die Künstlerin in ihrem Studio eine Rauminstallation erschaffen, welches sie zum Winterrundgang der SpinnereiGalerien am 10. Januar 2015 präsentierte.

Weitere Informationen unter www.susannainglada.com [15]

Isabel Cordeiro (PT)

Detail einer Arbeit von Isabel Cordeiro, Foto: Isabel Cordeiro.

Fundacao Calouste Gulbenkian

September bis Oktober 2014


In ihren Arbeiten untersucht die aus Portugal stammende Künstlerin, wie Gemälde an Architektur erinnernde dreidimensionale Räume abstecken.

Während ihres Aufenthaltes schuf Isabel Cordeiro im großzügigen Studio 7 eine Serie von filigranen Skulpturen. Cordeiro experimentierte hier an der Grenze, wo sich malerischer und architektonischer Raum überschneiden. Dafür konstruierte die Künstlerin Strukturen aus Aluminium und Holz, die als Gerüst für malerische Elemente dienen. Es gelang ihr so, einen eigenen, von der Fläche unabhängigen Raum für ihre Malerei zu umreißen. Abschließend wurden ihre Arbeiten während eines Open Studios öffentlich präsentiert.

Weitere Informationen unter www.isabelcordeiro.com [16]

Claudia Kleiner (DE)

Claudia Kleiner, „ohne Titel“, Öl auf Leinwand, 2014.

Heimspielstipendium des Freistaates Sachsen

September bis November 2014


Bereits zum 9. Mal hat die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen das Heimspiel-Stipendium [17] vergeben. In diesem Jahr wurde die Dresdner Malerin Claudia Kleiner von der Jury für das dreimonatige Stipendium inklusive  Atelier in der HALLE 14 ausgewählt. Kleiner hat 2013 ihr Meisterstudium an der Hochschule für bildende Künste Dresden abgeschlossen, wo sie bei Prof. Peter Bömmels studierte.

In zwei Open Studios stellte die Malerin ihre Arbeiten öffentlich vor: während des Herbstrundgangs der SpinnereiGalerien zeigte sie zu Beginn ihres Aufenthaltes mitgebrachte Arbeiten; Ende November päsentierte sie die Ergebnisse, die während ihrer dreimontaigen Residenzzeit entstanden. Claudia Kleiners Arbeiten zeichnen sich durch abstrakt-expressionistische Farblandschaften aus, die zwischen bekannten, konkreten und wagen Formen navigieren.

Weitere Informationen unter www.claudiakleiner.de [18]

Anna Orton & Ortonandon (Dundee, GB)

Studio von Anna Orton, Foto: Anna Orton

Stipendiatin von HospitalfieldArts (Arbroath, GB)

August bis September 2014

Die schottische Künstlerin Anna Orton stellt das Autobiografische in den Vordergrund ihrer Werkes. Individuelle Erfahrungen werden in größere gesellschaftliche Zusammenhänge gebracht. Mythen, Erzählungen, Dramen, belauschte Gespräche und Alltägliches verschmelzen in ihren Drucken, Gemälden, Modellen, Skulpturen und Publikationen. Ihre Arbeiten entstehen oft in enger Kooperation mit den Ortonandons, einer Künstlerinnengruppe, die aus Anna und ihren Schwestern Katie und Sophie besteht. Ihre geschwisterliche Dynamik ist meist Ursprung und Kern ihrer Performances und Kunstprojekte. Im Rahmen ihrer Residenz in Leipzig wird Anna Orton eine Performance entwickeln, die sie dann gemeinsam mit Katie und Sophie im Rahmen des September-Rundgangs zur Aufführung bringen wird.

Anna Orton ist nach Delia Baillie und Valerie Norris die dritte Stipendiatin eines vom British Council und Creative Scotland geförderten Künstleraustauschs zwischen dem Künstlerresidenzprogramm HospitalfieldArts (Arbroath, GB) und dem Zentrum für zeitgenössische Kunst HALLE 14 in Leipzig.

Weitere Informationen unter ortonandon.com [19] und hospitalfield.org.uk  [20]

Im Noa (Seoul, KR)

Im Noa, Moments of Anonymity, 2012

Juli und August 2014

Die südkoreanische Medienkünstlerin Im Noa lebt und arbeitet in Seoul und verbringt eine zweimonatige Residenz in Leipzig. Im hat 1999 an der Parsons School of Design in New York und 2002 bis 2003 am Chelsea College of Art and Design in London studiert. In ihrer interdisziplinären, fotografischen Arbeit untersucht sie die Bedeutung von Medienbildern aus Filmen und Fotoalben im sozialen und politischen Kontext über längere Zeit. Sie interessiert wie Medien unseren Alltag durchdringen und unseren Wahrnehmung und Erinnerung verändern.

Auf der Suche nach anonymen, unbeabsichtigten Aufzeichnungen verlorener Momente reinszenierte Im in der Serie „Going Back Home“ (2011-12) Fotografien aus dem Album ihres verstorbenen Vaters sowie präparierte Tier, die er zu Lebzeiten gesammelt hatte.

In der Fotoserie „Forbidden Fantasies“ (2014) bereist Im visuell das isolierte Nordkorea, in dem sie Stills aus sozialistischen Filmen wie Jean Luc Godards „Die Chinesin“, Bernardo Bertoluccis „Der große Irrtum“ und Kangchul Lees „Piagol“ gestellten Bildern aus der kommunistischen Volksrepublik gegenüberstellt.

Weitere Informationen unter www.imnoa.com [21] 

Samir Harb (PS) & Danny Wagner (DE)

Ausstellung "Gegen den Strich ziehen" von Samir Harb und Danny Wagner, Akademie Schloss Solitude Stuttgart, 2014, Foto: Frank Kleinbach

Austauschprojekt mit der Akademie Schloss Solitude (Stuttgart, DE)

Juni bis Juli 2014

Diesen Sommer startete ein erster Künstleraustausch zwischen der Akademie Schloss Solitude und der HALLE 14. Ein Stipendiat des Stuttgarter Künstlerresidenzprogramms und ein Leipziger Künstler erhielten dabei die Chance für jeweils einen Monat in Leipzig und Stuttgart zu arbeiten und gemeinsame Projektideen zu entwickeln.

Für Solitude nahm der Architekt und Cartoonist Samir Harb aus Ramallah an dem Austausch teil. Seine Forschung setzt sich mit territorialen Transformationsprozessen in den besetzten palästinensischen Gebieten auseinander. In Installationen und grafischen Erzählungen werden Dinge, Ereignisse, Dialoge, Beschreibungen und Archivmaterial neu geordnet und umgeschichtet. Danny Wagner nahm als Leipziger Künstler an dem Pilotprojekt teil. Verschiebungen und Überlagerungen geographischer und politscher Prozesse spielen in seinen Arbeiten wie „Chrysopylae (San Francisco)“, „Itu Aba (South China Sea)“ und „Tatuve (Guadalcanal, Solomon Sea)“ ebenfalls eine Rolle. Aus künstlerischen Recherchen entstehen installative Werkgruppen aus Papierobjekten zwischen Zeichnungen und Skulptur, Dokumenten und Listen.

In einem Künstlergespräch in der HALLE 14 erläuterten Harb und Wagner am 3. Juli 2014 ihre Arbeitsweise von der Recherche bis zur Zeichnung. Zum Abschluss des Projektes präsentierten sie die gemeinsame Ausstellung „Gegen den Strich ziehen“ [22] (25. Juli bis 10. August 2014) auf der Akademie Schloss Solitude.

Weitere Informationen unter www.akademie-solitude.de [23] und www.danny-wagner.com  [24]

Nina Kopp (DE/NL)

Abb: Nina Kopp, Konservierung, 2014

Mai bis Juli 2014

Die deutsche Künstlerin Nina Kopp arbeitete während ihrer dreimonatigen Residenz an einem Projekt zum Thema Kleingärten. Ihre Projekte entstehen aus einer Faszination für ein Thema, ein Objekt oder Dinge des Alltags heraus.

In Leipzig, der Hauptstadt der Schrebergärten, recherchierte und untersuchte sie zunächst an verschiedenen Orten (z.B. Deutsches Kleingärtnermuseum, Filmarchiv, Kleingartenkolonien), wobei sie auch das Gespräch mit Verantwortlichen der Stadt, Kulturwissenschaftlern und Kleingärtnern suchte, um ein umfassendes und möglichst komplettes Bild vom und zum Thema zu erlangen. Ihre Herausforderung liegt in der Suche nach dem Kern oder dem Wesen des gewählten Themas oder Objektes.

Kopp entwickelte unter dem Titel „Wachstum und Konservierung“ eine zweiteilige Arbeit, die sie während einem Open Studio am 23. Juli 2014 präsentierte: Eine ortsspezifische Installation zum Thema Wachstum, die Fotografien, Texte und Zeichnungen kombiniert und eine Installation zum Thema Konservierung. Über ihre Erfahrungen mit den Kleingärten Leipzigs gab sie in einem Künstlergespräch mit der Leipziger Kuratorin und Kunstredakteurin Britt Schlehahn Auskunft.

Weitere Informationen unter studiokopp.com [25]

Haley Andres, Abbie Baldwin, Kristan Shuford (US)

Abb.: Abbie Baldwin, Cyclic, Radierung, 2014

Stipendiatinnen der University of Puget Sound (Tacoma, US)

Juni bis Juli 2014

Bereits zum zweiten Mal schickte die University of Puget Sound aus Tacoma im US-amerikanischen Bundesstaat Washington Absolventinnen ihres Kunstinstituts nach Leipzig. Die drei Künstlerinnen Haley Andres, Abbie Baldwin und Kristan Shuford verbrachten zwei Monate in Leipzig, um die Stadt kennen zu lernen und in einem Studio der HALLE 14 gemeinsam zu arbeiten.

Malerische Gesten stehen im Mittelpunkt von Haley Andres’ künstlerischen Schaffen. Dabei steht vor allem das Material, seine spezifischen Verhaltensweisen und Interaktionen im Vordergrund. In Leipzig konzentrierte sich Andres auf kleinere Studien.

Abbie Baldwins Skulpturen, Installationen und Radierungen beschäftigen sich mit dem Kreislauf von Leben und Tod und den damit verbundenen Übergangszuständen von Körperlichkeit. In Leipzig hat sie sich mit der Idee des Sammelns beschäftigt und mit gefundenen Materialien wie Draht, Tinte, Insekten und Feuer experimentiert.

Kristan Shuford bewegt sich in ihrer künstlerischen Tätigkeit zwischen Performance und Skulptur. In ihren installativen Arrangements, die mitunter Bühnen für Performances sind, übersetzt sie Tanzbewegungen in skulpturale Gemälde.

Einen Einblick in ihr Schaffen während der Sommerresidenz in Leipzig gaben die drei Künstlerinnen im Rahmen einer Open-Studio-Veranstaltung am 18. Juli 2014. Die in Leipzig entstandenen Werke werden zudem in einer Ausstellung an ihrer Universität präsentiert.

Weitere Informationen unter pugetsound.edu/art [26], www.aabaldwin.com [27], www.haleyandres.weebly.com [28] und kristanshuford.com [29]

Valerie Norris (Dundee, GB)

Valerie Norris, The Palace at 4am, 2013, Foto: Alan Dimmick

Stipendiatin von HospitalfieldArts (Arbroath, GB)

Mai bis Juni 2014

Valerie Norris arbeitet im Grenzbereich zwischen Malerei und Skulptur und experimentiert mit Verbindung und Zergliederung an den Schnittstellen zwischen Wirklichkeit und Einbildung, zwischen Natur und Kunstfertigkeit und zwischen dem Nachsinnen über das Transformationspotential von Objekten und alltäglichem Schutt. Ihre Werke entstehen aus Archivbildern, Fundobjekten, Gebrauchtwaren, Zitaten aus Magazintexten, Filmen, Mode, Musik, Natur, Literatur und Poesie. Im Zwischenspiel von Malerei, Objekten, Formen, Farben, Bildern und Texten entstehen neue Bedeutungsebenen.

Während ihrer Residenz an der HALLE 14 hat Norris eine Serie neuer, kleinformatiger Arbeiten, u.a. Collagen, Skulpturen, Gemälde und Texte, geschaffen, die sie im Rahmen des abschließenden Open Studios am 27. Juni 2014 präsentierte.

Norris nutzte eine Reihe ortsspezifische, gebrauchte Materialien und Fundstück als Ausgangspunkt für ihre Ideen rundum Farbe, Sprache und Form. Dabei interessierte sie sich für die Verwendung offener Strukturen, das Spiel und nicht-lineare Erzählstrukturen als Versuchsanordnung. Auf die spezifische Farbpalette von DDR-Design, auf literarische Strukturen und Aufzeichnungsformen bezugnehmend erkundet die Arbeit Wahrnehmungsverschiebungen und Spannungen zwischen Realität und Vorstellungskraft.

Norris war die zweite von drei Stipendiaten eines vom British Council und Creative Scotland geförderten Künstleraustauschs zwischen dem Künstlerresidenzprogramm HospitalfieldArts (Arbroath, GB) und dem Zentrum für zeitgenössische Kunst HALLE 14 in Leipzig.

Weitere Informationen unter valerienorris.tumblr.com [30] und hospitalfield.org.uk  [31]

Nam Jinu (Seoul, KR)

Abb.: Nam Jinu, The Guardian of the Kingdom, 2014

April bis Mai 2014

Nam Jinu ist ein südkoreanischer Maler, der in Seoul an der Hong-ik University Bildende Kunst studierte. Er benutzt für seine Bilder Bleistift, Buntstift oder Acryl auf Papier oder Leinwand. Seine Motive sind Clowns, die sogenannten „Clown Squids“ und „Squid Clown Gentleman“. Die „Clown Squids“ haben häufig Tentakeln wie Tintenfische, große Augen, einen Mund, der bis zu den Ohren reicht und sind in leuchtende, knallige Farben getaucht. Nach Aussage des Künstlers verkörpert der „Squid Clown Gentleman“ sein Alter Ego. Die „Clown Squids“ sind Elite-Truppen in Nam Jinus fiktionalem Königreich und dienen ihrem Schöpfer, dem „Squid Clown Gentleman“. Letzterer hat Menschengestalt, trägt einen schwarzen Anzug und Hut, ein weiß geschminktes Gesicht und einen großen, roten Mund wie ein Joker.

„Diese seltsame Welt ist eine Bühne voller Komödie und Satire über die ‚wirkliche’ Gesellschaft, die Identitäten von Individuen und kulturellen Tragödien formt.“ (Nam Jinu)

Die bunten, fantastischen Bilder sind sein Weg sich auch in der „realen“ Welt zurecht zu finden.

Delia Baillie (Dundee, GB)

Abb.: Delia Baillie, Well, 2012

Stipendiatin von HospitalfieldArts (Arbroath, GB)

März bis April 2014

Um ihren künstlerischen Ansatz zu verdeutlichen, erzählt die Malerin Delia Baillie die Anekdote eines sichtbar aufgewühlten, jungen Mannes, der im Gang eines Busses steht. Obwohl es leere Sitze gibt, nimmt er immer den gleichen in Anspruch, der diesmal schon besetzt ist. Jedes Mal, wenn der Bus hält, reißt er sich am linken Ohr und zählt flüsternd drei Mal bis Drei. Zwanghaftes Verhalten wird oft als hindernd angesehen, jedoch ist es auch nicht ungewöhnlich, dass bildende Künstler den Akt des Wiederholens von Formen als reinigend betrachten. Obwohl Baillie im Akt des Malens oder den daraus resultierenden Bildern keine therapeutische Funktion sieht, bemerkt sie bei sich selbst den Wunsch Illusionen von Zeit und Raum zu entwickeln, die einen Ausgleich zwischen Zahlenfolgen und dem Unerwarteten schaffen.

Die Künstlerin nutzt die Verbindungen zwischen geschichteten und collagierten Materialien und die Manipulation von Pigmenten und Farben, um zu ergründen, wie Gesellschaften mit den unsichtbaren Aspekten des Menschseins und der Kollision von äußerer und innerer Erfahrung umgehen. In dem zweimonatigen Aufenthalt konzentriert sie sich auf eine neue Werkgruppe.

Baillie war die erste von drei Stipendiaten eines vom British Council und Creative Scotland geförderten Künstleraustauschs zwischen dem Künstlerresidenzprogramm HospitalfieldArts (Arbroath, GB) und dem Zentrum für zeitgenössische Kunst HALLE 14 in Leipzig. Am 3. Mai 2014, während des Frühjahrrundgangs, zeigte sie in Leipzig entstandene Gemälde in einem Open Studio.

Weitere Informationen unter www.deliabaillie.com [32] und hospitalfield.org.uk [33]

Eric Kaiser (Nancy, FR)

Abb.: Eric Kaiser, Fahnenständer, 2013

Januar bis März 2014

Der 1958 in Frankreich geborene Maler Eric Kaiser verbrachte eine Residenz von Januar bis Ende März in der HALLE 14 mit der Unterstützung der Stadt Nancy und der CIC Bank. Bevor er die Entscheidung fällte, professioneller Künstler zu werden, arbeitete er bereits im Ballett und Theater, Radio und Marketing. Die ersten Bilder waren lyrische, rhythmische Abstraktionen, doch die Leidenschaft fürs Figurative führte ihn alsbald zum akademischen, traditionellen Akt, der bis heute das Zentrum seines Werkes bildet, dem er auch immer wieder zu entrinnen sucht. Dabei bedienen sich seine Motive unserem kollektiven Bildgedächtnis mit Bezug auf aktuelles Weltgeschehen. Die Serie „The Prisoner of Light“ (2004) zeigt männliche Akte inspiriert von den Gefangenenfotografien aus Abu Graib. Das Bild „we do not want to believe or to see...“ (2006) zeigt einen Dunkelhäutigen an Land kriechen, während im Hintergrund eine Gruppe Weißer am Strand sitzt; eine Szenerie, die sich, ob wir wollen oder nicht, jeden Sommer an der Südküste Europas tausendfach wiederholt. In den letzten Jahren sind es scheinbar unschuldige Motive aus unserer alltäglichen Landschaft, die mitnichten weniger verstörend sind.

Weitere Informationen unter www.eric-kaiser.com [34]

Jaroslav Kysa (London, GB)

Abb.: Jaroslav Kysa, Eingefrorerener Pflasterstein, fliegend im Raum, 2013, Foto: Robert Beske

Stipendiat des K.A.I.R.-Programms (Košice Artist in Residence Program, Košice2013)

September bis November 2013

Jaroslav Kysa, 1981 in Sillein, Slowakei, geboren, lebt und arbeitet zur Zeit in London. Kysas Objekte, Installationen, Fotografien und Videos zeichnen sich durch die Aneignung und die ästhetische Wahrnehmung von Alltagsobjekten und Waren aus, mitunter auch von Ausschnitten aus Alltagssituationen. Dabei relativiert er die Funktionalität des jeweils gewählten Objekts oder Phänomens, in dem er es von einer anderen als der gewohnten Seite zeigt, es in den Kontext der Kunst stellt und gleichzeitig die Grenzen zwischen Alltag und Kunst hinterfragt. Diese Strategie nutzt er auch in seinen Interventionen im öffentlichen Raum, wo er sogenannte Testsituationen heraufbeschwört. „Ich arbeite mit der Erinnerung von Orten und lokalen Geschichten. Durch spitzfindige, manchmal geringfügige Einflussnahme verändere ich ihre Wahrnehmung“, erläutert Kysa. Durch seine Eingriffe an einem bestimmten Schauplatz in Zeit und Raum will er für ein zufälliges Publikum die Möglichkeit schaffen, die historische und damit politische Dimension und Aussagekraft ihrer unmittelbaren Wirklichkeit zu entdecken. Dabei beleuchtet er häufig Ereignisse, die entweder tabu oder schlicht vergessen sind.

In Leipzig nutzte er sein Studio, um verschiedene „instabile Objekte“ zu erschaffen, die sich mit dem Potenzial von Kunst und Erinnerung auseinandersetzen. Diese präsentierte er am 28. November 2013 bei seinem Open Studio [35] unter dem Motto „There is nothing more invisible than a monument“, das er einem Aufsatz des Schriftstellers Robert Musil entnommen hatte. Ein Blatt Papier war getränkt mit Tränen, die Kysa beim Versuch, eine Dokumentation über Europas dunkle Vergangenheit ohne zu blinzeln zu schauen, vergoss. Ein Element als pars pro toto für ein ehemaliges Denkmal und ein Stein als Metapher für aktuelle Unruhen in Europa („Eingefrorerener Pflasterstein, fliegend im Raum“) schwebten ruhelos. Ebenfalls ruhelos rollte ein Ring auf einem Sockel, während eine in einen anderen Sockel eingelassene, sich drehende Kugel es unmöglich machte, etwas oder jemanden darauf zu platzieren.

Mit „Oberfläche der Erinnerung“ (2013) hinterließ Kysa auch eine Intervention vor einem Mietshaus auf dem Spinnerei-Gelände. Der Künstler hat durch das Polieren einiger Pflastersteine einen Spiegeleffekt erzeugt, oder den eines Eisfelds. Die Arbeit ist eine Metapher für verschwundene Leben in der Nachbarschaft.

Weitere Informationen zu Jaroslav Kysa unter www.jaroslavkysa.com [36]
Weitere Informationen zum K.A.I.R.-Programm unter www.kair.sk [37]

Tony Franz (Dresden, DE)

Abb.: Besucherin des Open Studios von Tony Franz am 28. November 2013, Foto: Robert Beske

Heimspiel-Stipendiat der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

September bis November 2013

Der 1985 in Zwickau geborene Künstler Tony Franz hat an der Hochschule für Bildende Künste Dresden studiert. Auf der Suche nach einer eher für die Malerei typischen Ausdruckskraft neigen seine Zeichnungen dazu, Genregrenzen zu überschreiten. Als Vorlagen für seine Arbeiten bemüht Franz die Kunstgeschichte ebenso wie Film, Mode und Internet: Alltagsgegenstände, cineastisch Momentaufnahmen und Porträts, abstrakt tobende Muster und Wortmarken, wie in Grafit gemeißelt. Dabei sind seine Bilder von einer malerischen Dichte und skulpturalen Plastizität, die von einer ganz »eigenen Form der Radierung«, einer ebenfalls kraftaufwendigen Arbeitsweise, herrühren: Mit dem Radiergummi konturiert Franz aus bereits eingefärbten Flächen hellere Partien heraus. Es ergibt sich so ein meisterliches Spiel von Schwarz und Weiß, Hell und Dunkel, das die gewählten Motive bisweilen eindrücklich dramatisiert.

Während seines Aufenthalts in Leipzig arbeitete er an einer neuen Reihe von Zeichnungen („Kette”), experimentierte mit der Verfremdung seiner Zeichnungen mittels farbiger Folien und verfolgte das Thema um die Entführung des Lindbergh-Babys 1932 weiter. In seinem Open Studio [38] am 28. November 2013 zeigte Franz neue und ältere Arbeiten.

Weitere Informationen zu Tony Franz unter www.tonyfranz.de [39]

Weitere Informationen zum Heimspiel-Stipendium unter ww.kdfs.de [40]

Louise Blake & Erin Wheary (Tacoma, US)

Abb.: Erin Wheary und Louise Blake im Studio 7 vor ihren Arbeiten

University of Puget Sound

Juli 2013

Im Sommer 2013 ermöglichte die University of Puget Sound in Tacoma (Washington, US) ihren Absolventinnen Erin Wheary und Louise Blake einen einmonatigen Studioaufenthalt in Leipzig. Erin Wheary hat in Tacoma Druckkunst und Skulptur und Louise Blake Malerei studiert. Beide ließen sich in ihrer bildnerischen Arbeit von den vorgefundenen Räumen inspirieren.

Louise Blake befasste sich während ihrer Zeit in der HALLE 14 vor allem mit dem Medium der Wasserfarben. Besonders die strukturale Komplexität abplatzender Farbteile der Ziegelwände stand im Fokus ihres Interesses. Die skurrilen Muster, die sich aus zufällig entstehender Ablösung ergeben, faszinierten sie und brachten einige beeindruckende Arbeiten hervor. In einer Serie von Bildern entwickelte sie halbabstrakte Kompositionen zwischen mikroskopischen und teleskopischen Welten.

Durch ihr Interesse an Beziehungen zwischen Flächen faszinierte Erin Wheary die Funktionalität des Industriegebäudes. Die Komplexität und verbrauchte Qualität der Räume dokumentierte sie in klaren, architektonischen Zeichnungen.

Weitere Informationen unter www.pugetsound.edu [41] 

Peter Cábocky (Košice, SK)

Blick ins Open Studio von Peter Cábocky, 2013 Foto: Falk Messerschmidt

Stipendiat des K.A.I.R.-Programms (Košice Artist in Residence, Kosice 2013)

Juni bis August 2013

Der 1976 geborene, slowakische Künstler Peter Cáboky ist durch das Košice Artist in Residence Program (K.A.I.R.) nach Leipzig entsandt worden. Cáboky, der in Dublin (Irland) und am Chelsea College of Art and Design in London (GB) studiert hat, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Im K.A.I.R.-Programm ist er bereits der vierte Stipendiat aus Košice in Leipzig.

Cábokys abstrakte Malerei widmet sich der unvollkommenen geometrischen Form und lotet so spielerisch die Grenzen und Wirkung von Medium und Material aus. Cáboky sagt über seine Arbeiten, der Aspekt des Zweifels sei ihnen eigen. Es gehe nicht darum modernistische Reinheit zu beschreiben. Vielmehr sei ihre Sprache offener und weiter auf die Antagonisten Farbe und Monochromie sowie Fläche und Tiefe gefasst. Der Zweifel findet so eine bildlich-verspielte Darstellung für den Betrachter.

Als Abschluss seines Aufenthaltes präsentierte Cáboky als Ergebnis seines Aufenthalts acht kleinformatige Malereien sowie ein Wandbild in dem Open Studio „How to build a submarine in ninety days“ (15. bis 18. August 2013).

Weitere Informationen zu Peter Cábocky unter www.cabocky.net [42]
Weitere Informationen zu K.A.I.R. - Košice Artist in Residence unter www.kair.sk [43] 

Maša Cvetko (Ljubljana, SI)

Maša Cvetko, 80 sqm, Installation, 4. & 5. Mai 2013

Stipendiatin im Rahmen des EU-Projekts Second-Chance

Februar bis Mai 2013

Die slowenische Künstlerin Maša Cvetko, Stipendiatin innerhalb des EU-Projekts Second Chance, erhielt im Rahmen eines Residenzstipendiums die Möglichkeit, von Anfang Februar bis Ende Mai 2013 vier Monate in Leipzig zu arbeiten.

Die studierte Architektin arbeitet mit ihrer „partizipatorischen Architektur” zu einem Großteil in öffentlichen Räumen. Dabei ist es ihr wichtig, ein neues Bewusstsein für innerstädtische Räume zu schaffen. Die Interventionen und Installationen ihres Architekturbüros prostoRož zielen auf die aktive Teilhabe der Stadtbewohner im öffentlichen Leben. Im Tabor Park in Ljubljana beispielsweise organisierte prostoRož im Mai 2013 kommunale Events unter Einbezug von verschiedenen Organisationen und ehrenamtlich mitarbeitenden Bürgern, bei denen es um die Koordination kultureller, sportlicher oder Bildungsveranstaltungen ging. Sowohl der soziale Austausch der Stadtbevölkerung als auch die Anregung für künftige kommunale Projekte standen dabei im Mittelpunkt.

Maša Cvetko suchte in Leipzig Kontakt zu Menschen, die sich für die Wiederbelebung von verlassene Gebäuden und Brachen einsetzen, wie z.B. die Initiative Bürgerbahnhof Plagwitz, der sie bei der Planung einiger Projekte half. In ihrer während einem Open Studio am 4. und 5. Mai 2013 gezeigten Installation „80sqm“ (2013) reflektierte Cvetko am Beispiel ihres 80 m2 großen Ateliers über mögliche Nutzungen des Raumes, den sie als vorwiegend am Laptop arbeitende Kreative als luxuriös empfand. In der öffentlichen Diskussionsrunde „Offene Räume, Offener Ausgang“ am 11. April 2013 diskutierte Maša Cvetko zusammen mit dem Leipziger Künstler Mark Matthes und den Vertretern des Festivals IBug (Industriebrachenumgestaltung) für Street Art und urbane Kultur, Maxi Kretzschmar und Thomas Dietze, über unterschiedliche Strategien zur künstlerischen Bespielung von Brachen. Als belebende Maßnahme im Umfeld der HALLE 14 schuf Maša Cvetko einen „Temporary Spring Garden“, der seitdem zum Verweilen im sogenannten Giardino im Hinterland der HALLE 14 einlädt.

Weitere Informationen zu Maša Cvetko unter www.prostoroz.org [44]
Weitere Informationen zum Second-Chance-Projekt unter www.secondchanceproject.eu [45]

Lia Cecchin (Venedig, IT)

Abb.: Lia Cecchin, I'm showing your work because it's better than mine (homage to Christian Frosi), Installation, 2013, Foto: Claus Bach, Weimar

Stipendiatin im Rahmen des EU-Projekts Second-Chance

Februar bis Mai 2013

Im Rahmen des EU-Projekts Second Chance der HALLE 14 mit Partnern in Venedig, Ljubljana, Kraków und Nürnberg erhielt die 1987 geborene, italienische Künstlerin Lia Cecchin ein viermonatiges Residenzstipendium.

Cecchin identifiziert sich als Künstlerin mit dem Begriff des Helden, der sich ständig auf neue Situationen einstellen und sich ihnen anpassen muss. Dabei ist der Begriff des Fremden die Inspiration, aus der ihre Arbeiten hervorgehen. Ihre Installationen und Videoarbeiten sollen dem Betrachter das gleiche inspiratorische Credo des neuen und unbekannten Elements vermitteln.

In der Installation „I don't want to be a hero. I don't want to die for you“ (2011/13), die Cecchin in einer Open-Studio-Präsentation am 4. und 5. Mai 2013 präsentierte, waren lediglich drei verschlossene Umzugskartons in einem leeren Studio zu sehen. Auf einer ausliegenden Liste war der Inhalt der Kartons akribisch aufgelistet, nämlich alle Werkzeuge, Notizen, Bücher und so weiter, die Cecchin für ihren Aufenthalt hier mitgebracht oder besorgt hatte. In diesem Spiel zwischen Verbergen und Präsentieren stellte Cecchin die Grundlagen ihres künstlerischen Schaffens auf Reisen aus. Außerdem zeigte sie die Arbeit „I'm showing your work because it's better than mine (homage to Christian Frosi)“ (2013). Für den in Leipzig entstandenen Film „Il cielo non è più con noi“ (2013) eignete sich Lia Cecchin einen Dialog aus einer Jeanne-d’Arc-Verfilmung an, der als Untertitel den Movens der minimalen, aber deshalb umso atmosphärischeren, filmischen Handlung bildet. Mit Silvia Vecchini gemeinsam kuratierte Cecchin ein Filmprogramm für das hier ansässige Luru-Kino und zusammen mit den in Leipzig lebenden Künstlerinnen Katharina Merten und Lætitia Gorsy stellte sie ihre Arbeit in einem Artist Talk am 24. Mai 2013 vor.

Weitere Informationen zu Lia Cecchin unter www.liacecchin.com [46]
Weitere Informationen zum Second-Chance-Projekt unter www.secondchanceproject.eu [47]