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125 Jahre Spinnerei

20. und 21. Juni 2009


Am Sonnabend jährte sich die Gründung der Aktiengesellschaft Leipziger Baumwollspinnerei am 20. Juni 1884 zum 125. Mal. Dass, vor allem nach Ende der Produktion von Baumwollgarnen, noch Leben in den denkmalgeschützten Gründerzeithallen herrscht, feierte die SPINNEREI samt ihren Nutzern – und wir feiern selbstverständlich mit!

Höhepunkt war sicherlich die Festrede der Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonnabend, den 20. Juni 2009 um 10:30 Uhr. Bei einem Besuch in der HALLE 14 informierte sie sich über die Projekte des Kunstvermittlungsprojektes Kreative Spinner. Anschließend eröffnete Frau Merkel die dritte WERKSCHAU in der Halle 12, die eine aktuelle Übersicht über die in der SPINNEREI ansässigen Künstlerinnen und Künstler bot.

Wir boten der Öffentlichkeit an, die HALLE 14 an diesem Wochenende in einem vielseitigen Führungsprogramm besser kennenzulernen. Der US-amerikanische Künstler Peter Santino [1] gab mit einem Vortrag einen Ausblick auf die kommende Ausstellung KUNSTFEHLER - FEHLERKUNST. Außerdem präsentierten wir eine neue Ausgabe der hauseigenen Zeitschrift Vierzehn [2]. Für die jungen Gäste hat Kreative Spinner ein Angebot mit dem Titel Joseph, der Hase und ich [3] vorbereitet.

 

Sonnabend

14 Uhr
Führung durch die Ausstellungen 
Frank Bölter – It's aqua origami, all right, but is it art?

Julia Staszak – Seid doch friedlich!
mit Jörg van den Berg (Direktor der Columbus Art Foundation)
Treff: 2. OG der HALLE 14

15 und 18:30 Uhr
Führung durch die Ausstellung 
TERRA NULLIUS – Zeitgenössische Kunst aus Australien
mit Frank Motz (Kurator HALLE 14)
Treff: Ausstellungsfläche der HALLE 14 (EG)

17 Uhr
Geführter Rundgang durch die HALLE 14
mit Ute Volz (Geschäftsführerin HALLE 14 e.V.)
Treff: Besucherzentrum HALLE 14

Sonntag

13 und 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung 
TERRA NULLIUS – Zeitgenössische Kunst aus Australien

Treff: Ausstellungsfläche der HALLE 14 (EG)

14 und 17 Uhr
Geführter Rundgang durch die HALLE 14
mit Ute Volz (Geschäftsführerin HALLE 14 e.V.)
Treff: Besucherzentrum HALLE 14

Weitere Informationen unter www.spinnerei.de [4]

Peter Santino mit einer Sprachdolmetscherin und zwei Gebärdensprachdolmetschern

VON DER KUNST DES SCHEITERNS

Vortrag des Künstlers Peter Santino (US)

Sa, 20. Juni 2009, 16 Uhr

Am Jubiläums-Sonnabend boten wir mit einem Vortrag des US-amerikanischen Künstlers Peter Santino (geb. 1948) eine Vorschau auf unsere nächste Ausstellung KUNSTFEHLER – FEHLERKUNST (12. September – 25. Oktober 2009). Santino wird neben anderen Künstlern in der Schau vertreten sein.

Peter Santino über seinen Vortrag: „Ich bin Amerikaner. Für mich und für Amerika begann das Scheitern Anfang 1968. Es ist wahr, dass es seit vierzig Jahren vom Scheitern des Wachstums und der Blüte eingenommen ist, aber die Saat wurde 1968 ausgebracht. Vor zwanzig Jahren wurde das Scheitern zentraler Inhalt meiner künstlerischen Arbeit und 1990 gründete ich das Institut des Scheiterns (Failure Institute) als eine Denkfabrik, Ideenschmiede (Thinktank) und eine Art Vermittlungsort für jene, die beunruhigt über das fortwährende Scheitern waren. Fellowships wurden ausgelobt (vornehmlich als Gegenleistung für Spenden) und das Institut des Scheiterns bekam 1994 eine Internetpräsenz. Viele Projekte wurden speziell für das World Wide Web ausgeführt, was positive wie negative Beachtung fand. Am 31. Dezember 1999 um 23:59:59 Uhr GMT (Greenwich Weltzeit) löschte ich alle Daten vom Server und das Institut des Scheiterns hörte auf zu existieren. Doch natürlich begann das Scheitern gerade erst. Seit dem Ende des Instituts des Scheiterns wurden wir Zeugen des Scheiterns der Türme und des dramatischsten und zerstörerischsten Scheiterns von politischer Führung, das die Vereinigten Staaten je erlebt haben. Meine Arbeit wurde weitergeführt, indem sie sich selbst mit dem Scheitern, aber auch mit Entschuldigung und Wiedergutmachung auseinandersetzte. Wir sind möglicherweise noch nicht an einem Punkt der Wiedergutmachung angelangt, aber vielleicht wäre es für mich dieses Mal angemessen, meine Entschuldigung für meine Arbeit als Künstler auszusprechen. Ich habe diese Entschuldigung seit 1995 in vielen verschiedenen Formen entworfen und diesmal findet sie sich in der ACC Galerie Weimar in Sand geschrieben und wird ab September in Leipzigs HALLE 14 erneut in Sand geschrieben stehen.”

Die Schau KUNSTFEHLER – FEHLERKUNST (kokuratiert von Silke Bitzer, Freiburg i.Br.) ist übrigens bereits in der ACC Galerie Weimar zu sehen - bis zum 9. August 2009. 

Weitere Informationen dazu unter www.acc-weimar.de [5]