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INHALT:


Abb.: Ricardo Basbaum, [small operatic event] Would you like to participate in an artistic experience?, 2010, Foto: Daniela Mattos.

VERANSTALTUNG

BIOCONCEPTUALISM: FROM 'WOULD YOU LIKE TO PARTICIPATE IN AN ARTISTIC EXPERIENCE?' TO THE 'COLLECTIVE-CONVERSATIONS'


Künstlergespräch mit Ricardo Basbaum (BR)


ACHTUNG: Samstag, 3. Oktober 2015, 17 Uhr
im Rahmen des 11. Lindenow-Festival der unabhängigen Kunsträume im Leipziger Westen


Der brasilianische Konzeptkünstler Ricardo Basbaum spricht im Rahmen unserer aktuellen Ausstellung „Kontrollmodus Feedback“ über seine Arbeit. Basbaums wandfüllende Diagramme stellen Kartografien von Beziehungen zwischen seinem Selbst und einem „Außen“ dar. Wie ein visuelles Gedicht werden Linien und Worte auf monochromem Hintergrund komponiert, um natürliche Begegnungen und Denkprozesse zu entwickeln. Sie sind Werkzeuge um Basbaums künstlerische Praxis mit anderen Rollen im Kunstsystem – der als Schriftsteller, Kritiker, Kurator und Makler – zu verknüpfen. Ricardo Basbaum, 1961 in Sao Paulo geboren, ist außerdem Dozent für Kunstgeschichte und –theorie an der Universität in Rio de Janeiro. In unserer Ausstellung ist sein Werk „diagram (etc-artist series)“ zu sehen.



Abb.: Rod Dickinson, Zero Sum, Foto: Walther Le Kon, 2015.

AKTUELLE AUSSTELLUNG

KONTROLLMODUS FEEDBACK


12. September bis 8. November 2015
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr
Führungen: jeden Samstag, 16 Uhr

Eintritt: 4 € / 2 € ermäßigt, jeden Mittwoch Eintritt frei

Öffnungszeiten während des 11. Lindenow:
Freitag, 2. Oktober 2015, 11 bis 23 Uhr
Samstag, 3. Oktober 2015, 11 bis 20 Uhr
Sonntag, 4. Oktober 2015, 11 bis 18 Uhr


Künstler: Ricardo Basbaum (BR), Paolo Bottarelli (IT), Rod Dickinson (GB), Ivana Franke (HR), Darsha Hewitt (CA), Satch Hoyt (GB/JM), Kapwani Kiwanga (CA/FR), Daniel Pinheiro (PT), Fabian Reimann (DE), Alberto Tadiello (IT), Suzanne Treister (GB)

Kuratiert von Elena Agudio (Association of Neuroesthetics) und Michael Arzt (HALLE 14)

Die in der Ausstellung versammelten Künstler beschäftigen sich in ihren Arbeiten mit sozialer Kontrolle und dem allgegenwärtigen Feedback in unserer Gesellschaft. So kartografiert Ricardo Basbaum in „diagram (etc-artist series)“ (2005), das Teil der fortlaufenden „Me-You series“ (seit 2002) ist, Verbindungen auf einfarbigem Hintergrund und formt durch Linien und Worte körperliche Begegnungen, um Denkprozesse und Störungen der Feedbackkontrollmechanismen anzuregen. Paolo Bottarelli reflektiert in „Aeon of Pangaea. Everything that is said is said by an observer“ (2015) über das Konzept Autopoeisis (Selbsterhaltung von Systemen) und über unvorhersagbare Verzerrungen zwischen Ein- und Ausgabe. Die Verbreitung von Informationen ist eine Chance für Beschwörungen, nicht für Erklärungen. Rod Dickinson wiederholt in „The Milgram Re-enactment“ (2002) ein psychologisches Experiment von 1961, das die Bereitschaft untersucht, Anweisungen von Autoritäten zu folgen, selbst wenn sie gegen das eigene Gewissen sprechen. In seiner Arbeit „Zero Sum“ (2015) können die Besucher ein spieltheoretisches Dilemma nachvollziehen. Ein Rechensystem wird eine lebendige Erfahrung. Ivana Franke lädt uns ein, unsere Realität zu hinterfragen. In ihrer Arbeit untersucht sie, wie das menschliche Gehirn auf seine Umgebung reagiert und wie unser Verstand mitverantwortlich dafür ist, dass wir die Dinge auf eine bestimmte Weise sehen. In „From the Faraway Past and From the Future“ (2014) verändern sich Lichteffekte mit den Bewegungen der Betrachter im Raum. Darsha Hewitt geht Physik, Elektrizität und Technologien auf den Grund. Sie veranschaulicht ihre Funktionsweisen, macht sie erfahrbar. Ihr Comic-Poster „DIY Telephon(e) Feedback Performance“ (2015) zum Mitnehmen macht Vorschläge für eine Feedback-Performance mit dem Handy. Satch Hoyt reihte für „Sonic Transmission“ (2015) zwölf Mikrofone zu einem Ring. Wer in der Mitte steht, kann der Klanglandschaft weitere Geräusche, Klänge und Stimmen hinzufügen und ungeahnte Effekte, Interferenzen und Rückkopplungen auslösen. Kapwani Kiwanga übertrug für „Ifa-Organ“ (2013) ein Ifa-Orakel, das sie in Benin bekam, auf eine Lochkarte für eine Drehorgel. Bei dem komplexen Ifa-Zeichensystem handelt es sich um ein zentrales Element der Lebenswelt der Yoruba und anderer Religionen. Getrennt von der Orgel lädt die Karte im Ausstellungsraum den Besucher ein, ihre Weissagung zu entschlüsseln. Daniel Pinheiro widmet sich in „Distributed Self“ (2015) unseren Existenzen in den neuen Medien. Senden wir ein Bild von uns zu jemandem, wird es multipliziert und verzerrt. Unser Selbst wird neu sortiert und zusammengesetzt, aber nicht immer fehlerfrei. Fabian Reimann untersucht in „Simon says and you will follow“ (2015) ein historisches Elektronikspiel. Vier Farben blinken im Wechsel. Zu hören sind kurze und lange Töne. Ein Beschäftigungsautomat gibt uns unser Handeln vor. Die perfekte Nachahmung gewinnt – fast wie im Alltag. Alberto Tadiello konfrontiert uns in „Avorio“ (2015) mit drei mysteriösen Artefakten, zerkratzt, verschmutzt, befleckt, gereinigt, geölt. Es sind einst von Bäckern genutzte Kunststoffplatten. Ihre abstrakte Geometrie kann menschliche Züge gewinnen. Unzählige Insektenaugen starren uns an. Suzanne Treister antwortet mit der „Post-Surveillance Art“ (2014) ironisch auf die Post-Internet Art. Statt Kunst der Generation, für die das Internet selbstverständlich ist, Kunst für alle, die in der Überwachungsgesellschaft leben. Ein fintenreicher Bildermix aus Dokumenten der NSA.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite unter Ausstellungen.


Gefördert durch







Abb.: Jeremy Shaw, Quickeners (Still), 2014.

VERANSTALTUNG

QUICKENERS


Filmscreening mit anschließendem Künstlergespräch mit Jeremy Shaw (CA)


Donnerstag, 22. Oktober 2015, 19 Uhr
Ort: Luru Kino in der Spinnerei



Die Auseinandersetzung mit außeralltäglichen Bewusstseinszuständen und übergeistigen Erfahrungen bilden ein zentrales Motiv in den Werken von Jeremy Shaw. Um konkrete Methoden ihrer Darstellung und des Erlebbarmachens zu erforschen, setzt der kanadische Künstler unterschiedliche Medien ein. Seine Video- und Musikinstallationen, aber auch Fotografie-Techniken beziehen sich hierbei ebenso auf populärkulturelle Elemente und tragen experimentellen Charakter.

Jeremy Shaw ist im Rahmen der Ausstellung „Kontrollmodus Feedback“ Residenzkünstler der HALLE 14 in Kooperation mit der Association of Neuroesthetics. Diese Veranstaltung findet während seines einmonatigen Aufenthalts statt.


Abb.: Ján Gašparovič, 2015.

STUDIOPROGRAMM

UNGRASPABLE


Open Studio von Ján Gašparovič (K.A.I.R.-Stipendiat)

 

Donnerstag, 29. Oktober 2015, 18 Uhr


Ján Gašparovič erforscht in Leipzig während seiner Residenz drei Elemente einer unsichtbaren und unbegreifbaren physikalischen Welt. Keime, Pilze und andere Mikroorganismen, die ständig auf unserer Haut sind, werden als Mikro-Landschaft in Petrischalen sichtbar. Ein spezielles Messinstrument ruft uns beständig unsere moderne Paranoia vor Elektrosmog ins Gedächtnis zurück. Seine Kisten schützen davor. Das dritte Element ist eine Temperatur, die eine dünne Linie zwischen zwei Aggregatzuständen bildet.

Weitere Informationen finden Sie unter www.jangasparovic.blogspot.sk und Košice Artist in Residence Program.

Gefördert durch





Abb.: HALLE 14 e.V., 2015.

BUCHTIPP DES MONATS

DAS KUNSTWERK UND SEINE GESELLSCHAFT

 

von Jörg van den Berg, 168 Seiten, Leipzig, 2015


Der Kunstverein Friedrichshafen zeigte 2014 die Ausstellungsreihe „diezeiten: More Than Fifteen Minutes“. Diese bestand aus elf Kunstwerken, welche jeweils einzeln in Friedrichshafen präsentiert wurden. Von September bis November 2014 waren die Werke in der HALLE 14 in einer Ausstellung zusammengefasst. In dem Buch „Das Kunstwerk und seine Gesellschaft“ von dem Kurator Jörg van den Berg sind diese Ausstellungen und alle Arbeiten nun umfassend dokumentiert. Es lässt uns den Rundgang durch die Werkschauen nacherleben und bietet Texte zu den einzelnen Kunstwerken und zum großen Thema Zeit.

Die ausführliche Besprechung können Sie auf unserer Webseite unter Büchertipps nachlesen. Das Buch finden Sie in unserer Kunstbibliothek, wo Sie es sich von Dienstag bis Freitag, 11 bis 18 Uhr, ansehen und im Besucherzentrum erwerben können. „Das Kunstwerk und seine Gesellschaft“ ist zum Preis von 20 Euro zzgl. Versandkosten auch postalisch direkt über die HALLE 14, den Kunstverein Friedrichshafen und die Stiftung Federkiel zu beziehen.


Abb.: Blick in die Präsentation von Weltraum.Erde.Mensch., Foto: Walther Le Kon, 2015.

KUNSTVERMITTLUNG

AKTUELLE PROJEKTE IM HERBST


Me in TV / Meine TeleVision

Changing Sights - Spuren der Veränderung

Kreativschock in den Herbstferien

Präsentation Weltraum.Erde.Mensch.


Vor kurzem begann das Kunstvermittlungsprogramm das Projekt „Me in TV / Meine TeleVision“ mit Schülerinnen und Schülern der 8. und 9. Klassen der Helmholtzschule Leipzig. Die Jugendlichen beschäftigen sich im Rahmen des Projektes mit Authentizität und Selbstinszenierungen von YouTube-Stars und in Reality-TV-Formaten. Dabei werden stereotype Inszenierungsformen herausgearbeitet, die die Grundlage für eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema mittels Performance und Video bilden.

Im Oktober besuchen zwei Schülergruppen des Johannes-Keppler-Gymnasiums Großzschocher die HALLE 14, um an dem eintägigen Fotografie-Workshop „Changing Sights – Spuren der Veränderung“ teilzunehmen. Die Jugendlichen werden die Leipziger Fotografin Margret Hoppe in ihrem Atelier besuchen und im Spinnerei Archiv Massiv zur Geschichte der Baumwollspinnerei informiert. Anschließend erkunden sie das Gelände und fotografieren je ein Motiv, das Veränderungsprozesse ihrer Meinung nach besonders gut abbildet.

In den Herbstferien findet in Kooperation mit der Helmholtzschule und dem Schulclub der Helmholtzschule „Kreativschock“ statt. Schülerinnen und Schüler aus Leipzig-Lindenau haben dann die Möglichkeit, sich in den Bereichen Theater, Streetart, neue Medien, Modedesign und Kunst an Workshops des Helmholtzclubs zu beteiligen. Die Jugendlichen werden ihren Stadtteil über Soundaufnahmen, Interviews, Fotografien, Texte, Collagen und Skizzen erforschen und persönliche Beobachtungen beschreiben. In der HALLE 14 können die Jugendlichen in der ersten Herbstferienwoche (12. bis 16. Oktober, 10 bis 17 Uhr) die kreativen Prozesse in der Kunst und im Design erleben und erlernen und ihre Eindrücke in einer selbst kreierten Foto-Story, Video-Performance, einem Linoldruck oder Malerei verewigen.

An dem Projekt interessierte Jugendliche melden sich bitte direkt über den Schulclub der Helmholtzschule an, entweder per Telefon: 0341 48 02 449 oder E-Mail: kife.helmholtzstrasseØweb.de.

Bis zum 8. November ist außerdem weiterhin die Präsentation der Ergebnisse der Sommerferienworkshops „Weltraum. Erde. Mensch. Forscher und Fälscher!“ in der HALLE 14 zu sehen.

„Me in TV / Meine TeleVision“ wird gefördert durch




„Kreativschock“ wird gefördert durch





Abb.: Lamm & Kirch, 2015.

GASTVERANSTALTUNG

AMERIKA - DAS PFERD UND SEIN REITER


Lebt wohl, Wilde! Lebt wohl, Reisen! (Claude Levi-Strauss, Traurige Tropen)

 

Premiere: Dienstag, 27. Oktober 2015, 20 Uhr
Termine: 29. bis 31. Oktober, 3. und 5. November 2015, jeweils 20 Uhr
Eintritt: 6,50 € / 4 € ermäßigt
Abendkasse: ab 19:30 Uhr


Julian Rauter (Konzept, Regie, Ton), Andi Willmann (Konzept, Bühne), Manuell Müller (Video)

„Das Pferd und sein Reiter“ bildet den Auftakt der mehrteiligen Theaterserie „AMERIKA“ von Theatermacher Julian Rauter und Bühnenbildnerin Andi Willmann. Beide arbeiten seit 2013 kontinuierlich an gemeinsamen Projekten an der Schnittstelle zwischen Theater, bildender Kunst und Architektur.

„AMERIKA“ befasst sich mit Reliquien, Ikonen und Schlüsselerzählungen US-amerikanischer Populärkultur. Der erste Teil der Serie konzentriert in den Veranstaltungsräumen der HALLE 14 eine medial und architektonisch verwobene Landschaft, in der ein von der Last seines Reiters befreites Pferd positioniert ist und sich erinnert. Begleitet von Tonsamples alter Hollywoodfilme und architektonischen Versatzstücken werden die Besucher in „AMERIKA“ den Überresten und Phantomen eines verlassenen Ortes kollektiver Imagination begegnen.

Weitere Informationen unter www.jrauter.com/amerika.

Julian Rauter wird gefördert im Artist Development Programm von




„AMERIKA” wird gefördert durch






Abb.: Tom Castinel, Bacchanale, Video (Still), 2015.

VORSCHAU

ABSCHLUSSAUSSTELLUNG VON EXCHANGE@2015.LE


Eröffnung: Donnerstag, 26. November 2015, 19 Uhr
Dauer: 27. November 2015 bis 28. Februar 2016
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 11 bis 18 Uhr


Künstler: Sven Bergelt (DE), Tom Castinel (FR), Peggy Pehl (DE), Ian Richards (GB)

Zum Abschluss des Austauschprogramms „exchange@2015.le” mit Leipzigs Partnerstädten Birmingham und Lyon anlässlich von „1000 Jahre Leipzig” kommen Ende November alle beteiligten Künstler noch einmal in Leipzig zusammen für eine gemeinsame Ausstellung. Gezeigt werden Arbeiten, die während der jeweiligen Residenzaufenthalte in Birmingham, Lyon und Leipzig entstanden.

Das Austauschprojekt findet in Kooperation mit WERK, Glen Howells Architects und der École nationale supérieure des beaux-arts de Lyon, der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und fugitif statt.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite unter Studioprogramm.


Der Künstleraustausch und die Abschlussausstellung werden gefördert durch







HALLE 14
Leipziger Baumwollspinnerei
Spinnereistr. 7
04179 Leipzig
fon +49 341 4924202
fax +49 341 4924729
officeØhalle14.org
www.halle14.org

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