INHALT

VERANSTALTUNG: LOUNGE 14 #2 - IM STRUDEL DER AUFWERTUNG
AUSSTELLUNG: BETZWIESER & BUTTERSTEIN: CINEMATOGRAPHY AND NEWS DEPARTMENT 2.1
KREATIVE SPINNER: KUNSTJOURNALE - WINTERFERIENPROGRAMM 2010
BIBLIOTHEK: BUCHTIPP DER WOCHE #8
VORSCHAU: NÄCHSTER RUNDGANG AM 1. MAI 2010

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Filmstill aus: Empire St. Pauli, 2009

VERANSTALTUNG

Lounge14 #2 – Im Strudel der Aufwertung – Beispiel Hamburg

Do, 11. Februar 2010, 19 Uhr

Gespräch und Filmscreening mit Irene Bude (Mitautorin des Films „Empire St. Pauli“, Hamburg) und Michael Ziehl (Initiative „Komm in die Gänge!“, Hamburg)

Moderation: Doreen Mende (Kuratorin, Berlin)


Die Stadtentwicklung hat Künstler und Kreative als Pioniere, Indikatoren und Katalysatoren von Aufwertungsprozessen entdeckt. Die Kreative Klasse gilt als Wachstumsgarant und Standortvorteil. Doch was bleibt von den geschaffenen Kreativ- und Freiräumen alternativer Stadtviertel, wenn die prognostizierte Wertsteigerungsspirale einsetzt? Hamburgs berühmtester Stadtteil St. Pauli erfährt in Verbindung mit Europas größtem Stadtentwicklungsprojekt Hafen City eine rasante Aufwertung, die die Mieten heraufschnellen lässt und weniger gut Betuchte zwingt, wegzuziehen.

Der Dokumentarfilm „Empire St. Pauli – Von Perlenketten und Platzverweisen“ (2009) von Irene Bude und Olaf Sobczak zeigt anhand von Interviews mit Stadtteilakteuren widersprüchliche Interessen in der aktuellen Entwicklung auf. Der unter Creative-Commons-Lizenz veröffentlichte Film begreift sich selbst als aktives Statement in diesem Prozess. Seine Vorführungen regten zu Diskussionen an, die unterschiedliche Stadtteilinitiativen beflügelte.

Unter dem Motto „Komm in die Gänge!“ besetzte eine Initiative von rund 200 Künstlern und Kreativen im August 2009 ein Dutzend leerstehende, denkmalgeschützte Häuser in der Hamburger Innenstadt, die als Gängeviertel bekannt sind. Unter anderem machten sie dadurch auf die knappen und teuren Atelierräume ihrer Stadt aufmerksam und stellten die soziale Frage neu: Statt einem unternehmerischen Verständnis von Stadtpolitik fordern sie eine Stadt für alle. Überraschend fand diese Besetzung breite Zustimmung in Medien und allen politischen Lagern. Leipzigs Baubürgermeister Martin zur Nedden lud die Künstler sogar ein, nach Leipzig überzusiedeln. Doch die Künstler erstritten sich das Bleiberecht. In der Folge räumte der Senat stadtplanerische Fehlentscheidungen ein und kaufte die Häuser für viel Geld vom Investor zurück. Die zukünftige Entwicklung ist allerdings offen. Die Stadt will das Gebäudeensemble selbst entwickeln, während die Initiative ihr Nutzungskonzept durchsetzen möchte, das unter anderem sozialgerechten Wohnraum und ein soziokulturelles Zentrum vorsieht. Um das Gängeviertel vor Gentrifizierung zu schützen, soll es selbstverwaltet bleiben.

Zur zweiten Lounge14-Veranstaltung präsentiert Irene Bude den Film „Empire St. Pauli“ (2009, 85 min) und der Stadtplaner Michael Ziehl stellt die Initiative „Komm in die Gänge!“ vor, um dann gemeinsam mit dem Publikum zu diskutieren.

Weitere Informationen auf unserer Webseite unter Veranstaltungen.

Gefördert durch





Hagen Betzwieser & Angela Butterstein, Camera Dolly System, 2009

AUSSTELLUNG

Hagen Betzwieser & Angela Butterstein: Cinematography and News Department 2.1

17. Januar bis 14. Februar 2010


Die aktuelle Ausstellung von Hagen Betzwieser und Angela Butterstein im Projektraum des Besucherzentrums ist noch bis Freitag, den 12. Februar 2010, zu sehen. Ihre skulpturale Installation Cinematography and News Department 2.1 regt an, sich mit dem Verständnis von Materialität in der Kunst in Bezug auf neue Technologien auseinanderzusetzen.

Weitere Informationen auf unserer Webseite unter Ausstellungen.


KREATIVE SPINNER

Kunstjournale

Noch freie Plätze beim Winterferienangebot

8. bis 18. Februar 2010
Montags bis donnerstags, 11:30 bis 14 Uhr


In der nächsten Woche beginnen die Winterferien. Kreative Spinner bietet zwei Kurse an, in deren Mittelpunkt das zeitgenössische Kunstgeschehen steht, das durch die lange Leipziger Tradition der Grafik und Buchkunst geprägt ist. Diese Tradition soll aufgegriffen werden, indem die Teilnehmer eigene Kunstbücher gestalten.

Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren erkunden Kunsträume, Ateliers und Werkstätten der Leipziger Baumwollspinnerei, sprechen mit Galeristen und Künstlern und lernen unterschiedliche künstlerische Verfahren kennen. Inspirationen und Beobachtungen fassen sie in einem persönlich gestalteten Kunstbuch zusammen.

Vorschau: Ab 17. März 2010 bietet Kreative Spinner unter dem Titel Kunstreisen jeden Mittwoch (16 bis 17:30 Uhr) einen offenen Workshop an. Mit der Leipziger Malerin Maria Sainz-Rueda können die Teilnehmer zwischen 10 und 14 Jahren die Leipziger Baumwollspinnerei erkunden und persönliche Bücher gestalten.

Anmeldungen nehmen wir gern telefonisch (0341/492 42 02) oder per E-Mail (kreative-spinnerØhalle14.org) entgegen.

Weitere Informationen unter www.kreativespinner.de

Gefördert durch


Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Fonds Sozokultur
Stadt Leipzig
Stiftung Federkiel für zeitgenössische Kunst und Kultur
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Fonds Sozokultur
Stadt Leipzig
Stiftung Federkiel für zeitgenössische Kunst und Kultur
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Fonds Sozokultur
Stadt Leipzig
Stiftung Federkiel für zeitgenössische Kunst und Kultur


BIBLIOTHEK

BÜCHERTIPP DER WOCHE

#8 - Sprachattacke

2. bis 8. Februar 2010


Schon namentlich steht das seit den 1960ern aktive Künstlerkollektiv Art&Language für einen „Linguistic Turn“ der Kunst. Die Künstlergruppe, zu dessen bekanntesten Vertretern Terry Atkinson, Michael Baldwin, David Bainbridge und Harold Hurrell gehörten, schuf sich mit dem 1969 erstmalig herausgegebenen, gleichnamigen Magazin ein eigenes Diskursforum.

Sowohl dieses Kunstjournal als auch ihre Arbeiten nutzten sie als Plattform für die kritische Analyse der Beziehungen zwischen Kunst, Gesellschaft und Politik, womit sie eine Entmystifizierung der Kunst bezweckten. Hauptkritikpunkt war die Nicht-Sprachlichkeit klassischer Kunstformen wie Malerei und Skulptur. Ihr Ziel war es, die Sprache in die Kunstproduktion zu überführen. Von diesem sprachlich-analytischen Standpunkt aus plädierte Art&Language für theoretisch orientierte Arbeiten und wurden damit neben Joseph Kosuth und Lawrence Weiner zu den wichtigsten Mitbegründern der Konzeptkunst. Ihre teilweise kontroverse Programmatik brachte dem Künstlerkollektiv in manchen Kreisen auch den liebevollen Spitznamen „radical bad boys“ der Konzeptkunst ein. Höhepunkt dieser Kooperation war 1972 der Auftritt bei der Documenta 5 mit ihrem umfangreichsten Werk „Index 0001“, das aus einem ganzen Raum voller Karteikästen mit Hunderten von Kärtchen und komplizierten sprachlichen und logischen Bezügen bestand. Seit 1976 besteht dieses Projekt im Wesentlichen aus der theoretisch-kritischen Zusammenarbeit zwischen Michael Baldwin, Mel Ramsden und Charles Harrison.

Der 2005 erschienene, englischsprachige Band „Art&Language: Writings“ ist eine Art Reminiszenz an die mannigfaltigen Aktivitäten der drei Künstler. Auf den 300 Seiten sind theoretische Arbeiten, Buchbesprechungen, Songtexte, Briefe, Ausstellungskritiken bis hin zu einem Exzerpt eines Librettos vereint, die einen umfassenden Einblick in die Arbeiten von „Art&Language“ von 1980 bis 2002 geben und so einzigartige Kenntnisse über ihr Kunstverständnis vermitteln. Wie der Klappentext hervorhebt, sind die Texte nicht nur als Überblick zu verstehen, sondern sollen gleichzeitig die radikale Umwertung des modernistischen Projektes demonstrieren: „We aim to be amateurs!“

Art&Language: Writings, Lisson Gallery, Arte Distrito, Madrid 2005

Die Bibliothek der HALLE 14 stellt Ihnen wöchentlich einen Tipp der Woche aus ihrem Fundus vor. Aktuelle Büchertipps finden Sie auf unserer Webseite unter Bibliothek.

VORSCHAU

NÄCHSTER RUNDGANG AM 1. MAI 2010

Jetzt schon vormerken! Am 1. Mai 2010 findet der nächste Rundgang der SpinnereiGalerien statt. Die HALLE 14 wird an diesem Tag ihre neue Ausstellung „An das Gerät!“ (1.5.-25.7.2010) eröffnen. Auch bei den Partnern der HALLE 14 werden neue Ausstellungen zu sehen sein: Die Columbus Art Foundation zeigt die Ausstellung „schrägterrain“ (1.5.-13.6.2010) und der Universal Cube präsentiert unter dem Titel „Blockade“ (1.5.-30.5.2010) eine Kooperation mit der Klasse von Prof. Birgit Brenner (Akademie der Bildenden Künste Stuttgart).

Weitere Informationen unter www.spinnereigalerien.de

HALLE 14
Leipziger Baumwollspinnerei
Spinnereistr. 7
04179 Leipzig
fon +49 341 4924202
fax +49 341 4924729
officeØhalle14.org
www.halle14.org

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