Büchertipps

Unsere Bibliothek beherbergt eine außerordentlich aktuelle Sammlung zeitgenössischer Kunstliteratur. Hier präsentieren wir Ihnen wöchentlich ausgewählte Beispiele unseres Bestandes, die uns als besondere Schätze aufgefallen sind.

BÜCHERTIPP DER WOCHE

# 13 – Seumul daseot: Koreanisch für 25

9. bis 15. März 2010

Originalsprachige Kunstkataloge und weitere Dokumente aus Kunstzentren rundum den Globus sind eine Besonderheit des in der HALLE 14 beheimateten Bücherschatzes. Zahlreiche Galerien aus aller Welt sendeten sie als Teil ihrer Bewerbungen um einen Stand an eine große europäische Kunstmesse. Die Messeleitung spendete die Bücher für eine Bibliothek in der HALLE 14.

Das Presselob, wir hätten auch „ein Buch in Koreanisch“, veranlasste uns zu einer Tiefenrecherche in dem nur zum Teil erschlossenen Buchbestand. Das vorläufige Resultat dieser Forschung lautet, dass wir nicht nur eins, sondern mindestens 25 südkoreanische Kataloge unser Eigen nennen können. An dieser Stelle können wir an den Buchtipp Nummer 1 erinnern, den außergewöhnlichen Katalog des Künstlers Jorge Pardo (*1963) zu einer Ausstellung in der P K M Gallery Seoul. Hinzu kommen noch einige Bücher, die europäische und US-amerikanische Künstler in Koreanisch vorstellen. Unsere Schatzkiste birgt eine Publikation der Galerie de Seoul aus dem Jahr 1987, die die wichtigsten Werke des französischen Ausnahme-Avantgardisten Marcel Duchamp (1887-1968) vorstellt. Ein leuchtend gelbes, quadratisches Heft, auf dessen Cover das berühmte Signum LOVE prangt, zeigt anlässlich einer Ausstellung in der Hyundai Gallery Skulpturen des US-amerikanischen Pop-Art-Künstlers Robert Indiana. Eine Publikation der Gana Art Gallery stellt Arbeiten von zehn berühmten, modernen und zeitgenössischen Bildhauern vor. Von der Hu Gallery, der Yeh Gallery, der Galerie de Seoul und der Cais Gallery haben wir zahlreiche Kataloge, die Arbeiten koreanischer Künstler präsentieren. Dazu zählen die erotischen Fotografien von Byung-Hun Min (*1955), Keramikskulpturen von Suk-Young Kang (*1949), Naive Malerei von Lee Chungwoon (*1950) und farbige Lithographien von Seung Yeon Kim (*1955).

Das Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst Koreas stellt Bae Lee (*1956) als Künstler des Jahres 2000 vor. Ein schwerer, farbiger und umfassender Katalog trägt den Titel „The Worlds of Nam June Paik“: Im Jahr 2000 stellte eine Ausstellungskoproduktion zwischen dem Solomon-Guggenheim-Museum in New York und dem Samsung Museum of Modern Art in Seoul das Œuvre Südkoreas berühmtesten Kunstsprosses Paik (1932-2006) vor. Der spätere Fluxuskünstler und Medienkunstpionier hatte allerdings das Land schon 1950 während des Koreakrieges verlassen und lebte fortan vor allem in den USA. Ebenbürtig ist ein auf 2000 Stück limitierter Katalog von Ik-Joong Kang (*1960), der „Mr. Paik“ gewidmet ist und ihm in der Widmung von 2007 – ein Jahr nach seinem Tod – ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Neujahr im Himmel wünscht. Ik-Joong gilt, obwohl er als US-amerikanischer Staatsbürger in New York City lebt, als einer der bedeutendsten südkoreanischen Künstler der Gegenwart. Seit 1999 lässt er sich von Kindern aus aller Welt Zeichnungen ihrer Träume zusenden. Zuletzt rief er in „Small pieces for peace“ (2007) dazu auf und stellte die Einsendungen als Installation parallel zum G8-Gipfel in Heiligendamm im Münster von Bad Doberan aus. In einem Brief lud er die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit folgenden Worten ein, dorthin zu kommen:

„Ich weiß, dass Sie für die Vereinigung Deutschlands gearbeitet haben, dass Sie helfen, Afrika zu entschulden. Ich weiß, dass Sie aus einem christlichen Elternhaus kommen, dass Sie für Balance sind, zwischen den Armen und den Reichen. Ich weiß, dass Sie Positives für das Klima tun und ich weiß, dass Sie sich für Menschrechte einsetzen: in China und überall. Und ich weiß auch, dass wir da noch viel zu tun haben um die Mauern durchlässig zu machen. Mauern in unseren Gefühlen, in unseren Köpfen, in der globalen Ökonomie und Ökologie. Wenn wir die Stimmen der Kinder verbinden, reißen wir die Mauern um uns ein. Und diesen unsinnigen Zaun… den brauchen Sie doch gar nicht: Angela, let’s tear down the walls!“
(Ik-Joong Kang, 21.5.2007)

Wie sie auf die Einladung reagierte, ist nicht bekannt. Der Zaun rundum den Tagungsort blieb zumindest bis zum Ende stehen.

 

Airan Kang, a&a, Seoul 2000
Gilles Allaud, Galerie de Seoul, Seoul 1992
Karel Appel, Yeh Art Gallery, Seoul 1990
Bae Lee, National Museum Of Contemporary Art, Korea 2000
Mark Brusse: About Base, Yeh Gallery, Seoul 1991
Byung-Hun Min, Cais Gallery, Seoul 2001
Chang-Dorn Park, Yeh Art Gallery, Seoul 1991
Chungwoon Lee, Yeh Gallery, Seoul 1989
Marcel Duchamp, Galerie de Seoul, Seoul 1982
Gwangju Biennale 2006, Gwangju Biennale, Gwangju 2006
Ik-Joon Kang, Velocity Co., Seoul 2007
Robert Indiana, Gallery Hyundai, Seoul 2004
Jung Kwang, 1989
Kwon Soo Park, Gallery Hyundai, Seoul 1989
Matta, Galerie de Seoul, Seoul 1985
Modern and Contemporary Sculptures, Gana Art Gallery, Seoul 1997
Oh Seyeol, Yeh Gallery, Seoul 1990
Paik Nam June: The Worlds of Nam June Paik, Ho-Am Art Gallery, Seoul 2000
Jorge Pardo: untitled, Kyoung-mee Park, sept. 27 – oct. 25, m, P K M Gallery, Seoul 2002
Passage 2009 - Universal Cube, Kunst Doc, Leipzig 2009
Seung Yeon Kim, Hu Gallery, Seoul 1986
Suk-Young Kang, Hu Gallery, Seoul 1987
Hong Myun-Seop, Gaaian Gallery, Seoul 1997
Woong Kim, Yeh Art Gallery, Seoul 1991
World Contemporary Art and International Biennales, The 6th Gwangju Biennale, Gwangju 2006

#12 - LUBOK FÜR DAS VOLK

2. bis 8. März 2010

Das russische Wort Lubok bedeutet übersetzt soviel wie „Lindenholztafel“ und verweist ursprünglich auf farbige Einblattholzschnitte. Als handkolorierte Druckgrafiken haben Lubki ihren Ursprung in der russischen Volkskunst, in der sie vom 17. bis zum Anfang des 20. Jahrhundert weit verbreitet waren: Zum einen, weil sie wegen ihres erzählerischen, patriotischen oder gesellschaftskritischen Charakters sehr beliebt waren, zum anderen, weil sie praktisch jedermann günstig erwerben konnte.

Der Maler Christoph Ruckhäberle gründete im Jahr 2008 den Lubok-Verlag. Seitdem gibt er dort gemeinsam mit dem Grafiker Thomas Siemon unter dem Titel „Lubok“ eine Reihe originalgrafische Künstlerbücher mit Linolschnitten heraus. Jeder Band enthält die Grafiken von circa 10 verschiedenen Künstlern und Künstlerinnen. Die Linolschnitte werden eigens für diese Publikation angefertigt. Gedruckt werden sie von den Originaldruckstöcken auf der Schnellpresse „Präsident“ aus dem Jahr 1958 in der Druckerei der edition carpe plumbum auf der Leipziger Baumwollspinnerei. Jede Seite dieser vorwiegend im Hochdruckverfahren produzierten Bücher ist einzigartig. Die Nummer 1 der Lubok-Reihe erschien 2007 in einer Auflage von 500 Stück und ist bereits vergriffen. Seitdem sind bisher sieben weitere Lubki in verschiedenen Auflagen erschienen. Außer der Reihe veröffentlicht der Verlag Künstlermonografien mit Linolschnitten. Er vereint damit Grafik-Originale in bezahlbaren Künstlerbüchern und macht Druckkunst für viele Menschen zugänglich, also „Bilder fürs Volk“, wie in Anspielung auf die ursprüngliche Herkunft der Lubki auf der Webseite des Verlages geschrieben steht.

Auch die Gäste der Kunstbibliothek der HALLE 14 können sich von dem visuellen, haptischen und aufgrund des Geruchs der Druckerschwärze auch olfaktorischen Unikatsanspruch der Bücher überzeugen. Neben allen Ausgaben der Lubok-Reihe ist unsere Bibliothek im Besitz der Monografie „Porträts“ (2009) von Christoph Ruckhäberle, welche 88 Original-Linolschnitte des Malers enthält, sowie den Lubok-Monografien von Johannes Eckhardt, Volker Pfüller, Katharina Immekus, Tal R, Gabriela Jolowicz, Katja Schwalenberg, Jirka Pfahl, André Butzer und Christoph Feist.

Christoph Ruckhäberle, Thomas Siemon (Hrsg.): Lubok 1-8, Leipzig, Lubok Verlag, 2007 - 2010

Bisherige Büchertipps

#11 – Nach dem Zapfenstreich: Musik und Kunst im Dialog

23. Februar bis 1. März 2010

In einer innerstädtischen Baseler Kaserne wurde 1978 die „Kulturwerkstatt Kaserne“ gegründet, die eine Umnutzung der ehemaligen Militäranlage mit künstlerischen und kulturellen Projekten vorsah. Bis heute, 30 Jahre später, ist die Kaserne Basel ein zentraler städtischer Ort für die freie zeitgenössische Theater-, Tanz- und Performanceszene, sowie für Konzerte im Bereich der Populärmusik.

Vom 6. Mai bis 26. Juni 1988 fand als Kooperationsprojekt zwischen dem „raum für kunst“und der Kulturwerkstatt die Ausstellung „Annäherungen“ statt. Sie widmete sich dem Dialog zwischen bildender Kunst und Neuer Musik. Kunstsparten übergreifend kollaborierten Musiker und bildender Künstler miteinander und gestalteten aus dieser künstlerischen Begegnung heraus eine gemeinsame Ausstellung. Ausgangspunkt für alle teilnehmenden Künstler und Musiker war dabei der Raum als Voraussetzung, als Rahmen oder als Raum im Raum. Ergebnisse dieser Interaktionen waren verschiedenste Raum-Skulptur-Bild-Klang-Installationen.

Vier Duos zeigten im „raum für kunst“ ihre Rauminterventionen, namentlich Catrin Lüthi-Künzli und David Johnson, Franz Goldschmidt und Rob Hordijk, Werner Merkofer und Bernhard Wulff sowie Elisabeth Masé und Hans Wüthrich, für die die Beziehung zwischen bildender Kunst und Neuer Musik im „Leerraum“ lag, „dort, wo weder Form noch Farbe noch eine festgelegte Klangfolge zu dominieren versucht.“ Der Fokus des Musikers Wüthrich war auf die Beschaffenheit der Wand gerichtet. Er nahm sich einen Stein und fuhr damit die gesamte Wand entlang. Die entstandenen Geräusche wurden aufgenommen. Auch ging er damit über die an der Wand gehängten Holz- und Metallplatten von Elisabeth Masé. Auf diese Weise wurde nicht nur der Raum, sondern auch ihre Werke akustisch „sichtbar“ gemacht.

Eine ähnliche Herangehensweise, nämlich die des Rauminneren, hatten auch Peter K Frey und Niklaus j. Lenherr, die - neben Matthias Frey und Markus Eichenberger sowie Claudia Roth und Alfred Zimmerlin - die Wechselwirkungen ihrer akustisch-visuellen Zusammenarbeit im Ausstellungsraum Kaserne präsentierten.

Ausstellungsbegleitend wurden die Resultate dieser Symbiose von bildender Kunst und Neuer Musik in einem Begleitheft festgehalten. Da die visuelle Dokumentation nicht die akustischen Momente dieser Annäherungen wiedergeben kann, liegt in der Pappschatulle dem Heft auch eine Kompaktkassette bei. Auf dieser Kassette befinden sich Originalaufnahmen der Ausstellungen. Ist es einmal ein dumpfes gleichmäßiges Klopfen, Poltern oder Knattern, kommen in einer Live-Veranstaltung auch Kontrabass, Saxophon, Klarinette und Synthesizer zum Einsatz. Die Hintergrundstimmen von Ausstellungsbesuchern und der eigentümliche Charme dieser Kassette zusammen mit den Bildern lassen die Ausstellung nach über 20 Jahren wieder lebendig werden und machen diese Dokumentation zu etwas Besonderem.

Annäherungen - bildende Kunst und Neue Musik, Ausstellungsraum Kaserne, Kulturwerkstatt Kaserne, raum für kunst, Basel 1988

#10 - Eine Hommage an den Ficker

16. bis 22. Februar 2010

Was ist wohl der Inhalt einer Ausstellung, die sich „Der Ficker“ nennt? Die Antwort könnte so nah liegen, wäre aber zu einfach. Um unsere Leser nicht lange im Dunkeln verharren zu lassen, lösen wir des Buchtipps Rätsel: Der Name „Der Ficker“ ist ein Ausstellungs- und Publikationstitel verschiedener österreichischer Künstler und bezieht sich auf den Innsbrucker Verleger und Schriftsteller Ludwig Ficker von Feldhaus (1880-1967). Ludwig Ficker von Feldhausen ist Kennern bekannt als Förderer und Verleger von Georg Trakl, Karl Kraus  oder Ludwig Wittgenstein sowie als Herausgeber der Halbmonatszeitschrift für Kunst und Kultur „Der Brenner“. Die Zeitschrift avancierte während ihres Bestehens von 1910 bis 1954 zu einer der wichtigsten Plattformen für Kulturkritik und avantgardistische Literatur im deutschsprachigen Raum. Als Hommage an diese Zeitschrift initiierte Franz West eine Art Wiederaufnahme mit der Publikation „Der Ficker“. Zu den beteiligten Künstlern zählen neben Franz West, Benedikt Ledebur, Martin Kippenberger, Jörg Heiser, Albert Oehlen, Rudolf Polanszky, Peter Cole und das Künstlerduo Clegg&Guttmann.

Mit Text- und Bildbeiträgen stellen sie sich in die Tradition des „Brenners“ und verorten sich im kulturellen Umfeld Innsbrucks. Ihre Arbeiten, die 2005 in der Galerie Elisabeth & Klaus Thoman in Innsbruck zu sehen waren, kreisen vorwiegend um den Begriff der Collage, den die Künstler als das verbindende Moment zwischen ihren Werkgruppen sehen. Das offenbaren die im Katalog abgedruckten Gespräche und Diskussionsrunden zwischen den Künstlern und dem Herausgeber Benedikt Ledebur, in denen sie ihre Arbeitsmethoden und ihre künstlerische Herkunft reflektieren. In Interviews wie zum Beispiel „Dialektik der Fälschung oder wie sich Kaninchen rückwärts fortpflanzen“ (zwischen Ledebur und West) werden sprachtheoretische und philosophische Themen in derart interessanter Manier behandelt, dass dieses Buch weit über einen Katalog zur Ausstellung hinausgeht.

Benedikt Ledebur (Hrsg.): Der Ficker (Dt./Engl.), Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Innsbruck 2005

#9 - Binäre Gegensätze: Alt/Neu, Text/Bild, Mann/Frau

9. bis 15. Februar 2010

Was ist das? Es sieht aus wie eine Videokassette, ist nur noch größer, zu groß, um sie in einen Videorecorder zu bekommen. Fraglos steht man vor diesem Relikt aus offenbar vergangenen Tagen und weiß sich nicht anders zu helfen, als Google und Wikipedia – die allwissenden Informationsmaschinen unserer Zeit – zur Identifikation heranzuziehen. Und man wird fündig – es handelt sich hierbei um das erste Kassettenformat für die Aufnahme und Wiedergabe von Bild und Ton – eine U-matic, also den Vorläufer einer Videokassette. Sie wurde Ende der 1960er (1968/69) entwickelt und vorwiegend in Sendeanstalten zur elektronischen Berichterstattung verwendet. Bis zum Ende der 1990er Jahre war dieses Videoformat als Vorgänger der DVD in der Kunstwelt und in Ausstellungen häufig anzutreffen. Um die Vielfalt und Einzigartigkeit unserer Mediensammlung zu beweisen, zeigen wir unseren Gästen immer gern diese U-matic. Ein Journalist beschrieb sie einst als „so groß wie heute normale Laptops“.

In dieser 32 Sekunden langen, digitalen Animation von Kiki Seror nimmt die franko-amerikanische Künstlerin real stattgefundene Konversationen aus Sex Rooms im Internet und transformiert diese in ihrer Arbeit in Bilder, die einem rosafarbenen Kreuz, einem Negligé, einem Tattoo oder menschlichen Körperflüssigkeiten ähneln. Die in New York lebende Künstlerin arbeitet vorwiegend mit digitalen Medien. Mit ihren Arbeiten versucht sie vor allem die binären Dynamiken zwischen männlich/weiblich und Text/Bild darzustellen und gleichermaßen zu zerlegen. Im Wesentlichen untersucht sie dabei Sprache als subversives Werkzeug und versucht teils mit Sprache, teils mit stumpfen, pornografischen Bildern die traditionellen Klischees von Geschlechteridentitäten zu dekonstruieren. So auch in der Animation „Fly-By Mission: Invisible Invaders“ aus dem Jahr 2000, die man sich aufgrund eines fehlenden U-Matic-Abspielgerätes in unserer Bibliothek leider nicht anschauen kann.

Für Eindrücke dieser Arbeit sei man aber auf die bei uns vorliegende Fotodokumentation der italienischen Galerie Borromini Arte Contemporanea verwiesen. Auf der Internetplattform Smartvideoserver.org können zwei weitere Animationen von Seror, „Paradise Lost“ und „Phantom Fuck“, online abgerufen werden.

Kiki Seror. Fly-By Mission: Invisible Invaders 2000, 00:32 min Loop, Courtesy I-20 Gallery, 2000

Kiki Seror, Borromini Arte Contemporanea, Ozzano Monferrato, 2003

#8 - Sprachattacke

2. bis 8. Februar 2010

Schon namentlich steht das seit den 1960ern aktive Künstlerkollektiv Art&Language für einen „Linguistic Turn“ der Kunst. Die Künstlergruppe, zu dessen bekanntesten Vertretern Terry Atkinson, Michael Baldwin, David Bainbridge und Harold Hurrell gehörten, schuf sich mit dem 1969 erstmalig herausgegebenen, gleichnamigen Magazin ein eigenes Diskursforum.

Sowohl dieses Kunstjournal als auch ihre Arbeiten nutzten sie als Plattform für die kritische Analyse der Beziehungen zwischen Kunst, Gesellschaft und Politik, womit sie eine Entmystifizierung der Kunst bezweckten. Hauptkritikpunkt war die Nicht-Sprachlichkeit klassischer Kunstformen wie Malerei und Skulptur. Ihr Ziel war es, die Sprache in die Kunstproduktion zu überführen. Von diesem sprachlich-analytischen Standpunkt aus plädierte Art&Language für theoretisch orientierte Arbeiten und wurden damit neben Joseph Kosuth und Lawrence Weiner zu den wichtigsten Mitbegründern der Konzeptkunst. Ihre teilweise kontroverse Programmatik brachte dem Künstlerkollektiv in manchen Kreisen auch den liebevollen Spitznamen „radical bad boys“ der Konzeptkunst ein. Höhepunkt dieser Kooperation war 1972 der Auftritt bei der Documenta 5 mit ihrem umfangreichsten Werk „Index 0001“, das aus einem ganzen Raum voller Karteikästen mit Hunderten von Kärtchen und komplizierten sprachlichen und logischen Bezügen bestand. Seit 1976 besteht dieses Projekt im Wesentlichen aus der theoretisch-kritischen Zusammenarbeit zwischen Michael Baldwin, Mel Ramsden und Charles Harrison.

Der 2005 erschienene, englischsprachige Band „Art&Language: Writings“ ist eine Art Reminiszenz an die mannigfaltigen Aktivitäten der drei Künstler. Auf den 300 Seiten sind theoretische Arbeiten, Buchbesprechungen, Songtexte, Briefe, Ausstellungskritiken bis hin zu einem Exzerpt eines Librettos vereint, die einen umfassenden Einblick in die Arbeiten von „Art&Language“ zwischen 1980 und 2002 geben und so einzigartige Kenntnisse über ihr Kunstverständnis vermitteln. Wie der Klappentext hervorhebt, sind die Texte nicht nur als Überblick zu verstehen, sondern sollen gleichzeitig die radikale Umwertung des modernistischen Projektes demonstrieren: „We aim to be amateurs!“

Art&Language: Writings, Lisson Gallery, Arte Distrito, Madrid 2005

#7 - MAGNUM OPUS

26. Januar bis 1. Februar 2010

Schon Gewicht und Umfang dieses Kataloges trägt dem Schaffen des Schreibkünstlers, Lautpoeten und Schriftstellers Carlfriedrich Claus (1930-1998) Rechnung. Als Individualist in Isolation des real existierenden Sozialistischen Realismus pflegte er aus seinem Annaberger Domizil grenzüberschreitenden Gedankenaustausch mit zahllosen Künstlern und Philosophen der Avantgarden des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Sprach-  und Schriftexperimenten wie „Geschichtsphilosophisches Kombinat“, „Aggregat K“ und „Basale Sprech-Operationsräume“ gilt er gleichzeitig als Pate und Brückenglied zwischen den historischen Avantgarden und der oppositionellen Kunstszene der DDR, die nicht zuletzt eine Keimzelle für zeitgenössische Künstler ostdeutscher Provenienz bildete, die es in den internationalen Kunstbetrieb schafften.

Die Kunstsammlung Chemnitz ist die Heimstätte der Schriftblätter, Tondokumente, Briefe und Tagebücher, die Claus’ intermediäres Lebenswerk bilden. 2005 zeigte eine umfassende Ausstellung die geistigen Koordinaten von Claus’ Kunstuniversum auf und setzte seine Arbeiten in den Kontext der klassischen Moderne von Paul Klee bis Jackson Pollock. Der dazugehörige Katalog bietet auf 544 Seiten nicht nur großformatige, farbig und edel gedruckte Reproduktionen zahlreicher Werke von Claus und seinen Brüdern und Schwestern im Geiste, sondern auch eine Auswahl seiner Briefe, Zeugnisse von Weggefährten und kunsthistorische Aufsätze.

Ingrid Mössinger, Brigitta Milde (Hrsg.): Schrift. Zeichen. Geste. Carlfriedrich Claus im Kontext von Klee bis Pollock, Kunstsammlung Chemnitz, Wienand Verlag, Köln 2005

#6 – Soundsuits. Eine Box voller Klanganzüge

19. bis 25. Januar 2010

„Nick Cave, Soundsuits, 2009, Jack Shainman Gallery” liest man auf einem kleinen Zettel auf einer großen weißen Box, die uns im letzten Jahr mit zahlreichen Büchern, Mappen, DVDs und so weiter als Spende einer großen europäischen Kunstmesse erreichte. Mit dem Namen Nick Cave verbindet man „The Bad Seeds”, Duette mit Kylie Minogue und Songs wie „Baby I´m on Fire“ oder „As I sat sadly by her side“. Dass der Sänger und Songwriter aber in die Kunstwelt eingestiegen ist, wäre neu. Gespannt öffnet man diese Box. Immerhin könnte der Name „Soundsuits“ (auf Deutsch etwa: Klanganzüge) eine Anspielung auf sein musikalisches Schaffen sein.

Auf den Musiker stößt man beim Öffnen der Schachtel nicht, dafür allerdings auf ein buntes Potpourri. Neben einer Pocketkamera, Buttons und Spielkarten enthält der Karton eine aufblasbare Standfigur, eine Art Weihnachtsbaumanhänger, einen Magneten, ein Poster und vieles mehr. Auf all diesen Dingen sind Menschen in eigenwilligen Kostümen abgebildet, den so genannten „Soundsuites.“ Aufgrund des folkloreartigen Charakters dieser eigenartigen Ganzkörperanzüge, denkt man an Ritualkleidung, vielleicht australischer Ureinwohner. Ein Hinweis auf den australischen Sänger Nick Cave? Nein, die beiliegende Beschreibung der New Yorker Galerie offenbart, dass es sich hier nicht um Kunst des bekannten Musikers handelt, sondern um einen in Chicago (US) lebenden Namensvetter: den Tänzer und Künstler Nick Cave. Dieser kombiniert in seinen „Soundsuits“ Modern Dance mit Textilkunst. Medien- und Materialvielfalt der Box ist charakteristisch für Caves Kunst. Aus Zweigen, Menschenhaar, Sisal, Knöpfen, Federn, Pailletten, Blättern und Ähnlichem kreiert er seine eigenwilligen Kostüme, die sich zudem durch auffällige Farbgestaltung, Muster und traditionelle Ornamente auszeichnen.

In groß angelegten Tanz-Performances auf Straßen, in Ausstellungsräumen und öffentlichen Gebäuden verwandeln sich Tänzer durch die Kostüme in lebende Skulpturen. Das volle Spektrum der Geräusche und Klänge, die diese opulenten Anzüge erzeugen, das Rauschen und Rascheln geben dem Projekt den Namen „Soundsuits.” „Art should always be an exchange” sang sein australischer Namensvetter.

Nick Cave, Soundsuits, Jack Shainman Gallery, 2009

 

#5 - Frankfurter Zwischenfälle mit Andy-Double

12. bis 18. Januar 2010

Catchy! Das berühmte Siebdruck-Porträt Andy Warhols auf Buchrücken und Titel zieht das Interesse des Kunstfreunds magisch an. Doch der Name, der den Umschlag ziert, will nicht zu den geweckten Erwartungen passen: Oskar? Der Untertitel „a novel“ verspricht uns einen englischen Roman, doch die unnummerierten, dicht, sachlich, auf Deutsch bedruckten Seiten in der Anmutung eines Copyshop-Readers lassen eher an ein Drama denken. Die Urheber der mysteriösen Zusammenstellung, Michael S. Riedel und Dennis Loesch, sucht man lang. Fündig wird man lediglich im Impressum, das gleichzeitig verrät, dass es sich um die 64. Nummer einer 500er Auflage handelt, die 2003 in Paris gedruckt wurde. Stand auf der Rückseite nicht „printed in U.S.A“?

Der Kunstjournalist und Situationismus-Experte Roberto Ohrt berichtet in einem vorangestellten Essay über den mutmaßlichen Hintergrund dieses Druckwerkes. Seit dem 30. Juni 2000 war die Frankfurter Oskar-von-Miller-Straße 16 ein „Schauplatz permanenter Einführungen in die Kunst des Zwischenfalls“. Die beiden Künstler Riedel und Loesch veranstalteten dort in „unzuverlässiger Folge“ Blueprints von Ausstellungen, Clubabende, Konzerte und Filmvorführungen. Stets ging es um die Kopie, das „Spiel des Doppelgängers ohne Legitimation“. Dem Vorwort folgen Dokumentationen in Text und Bild von Aktionen, die hier in den ersten drei Jahren stattgefunden hatten. Sie trugen für sich sprechende Titel wie „Clubed Club“ und „Filmed Film“. In „Warhol Shooting“ taucht auch der Staranwalt des künstlerischen Re-Produktes wieder auf. Zahlreiche weiße Bögen am Ende des Werkes scheinen auf die Zukunft der „Millerstraße“ zu verweisen, die laut Internetrecherche noch bis 2007 andauerte.

Michael S. Riedel, Dennis Loesch: Oskar-von-Miller Strasse 16, Silverbridge, Paris 2003

#4 - Archäologischer Art-Fiction

5. bis 11. Januar 2010

Das Künstlerbuch The Art Collection: The Cabinet of Ramon Haze zeigt Werke aus der Kunstsammlung eines gewissen Ramon Haze. Der Kunstdetektiv, Künstler und Sammler Ramon Haze ist eine Fiktion der beiden Künstler Andreas Grahl und Holmer Feldmann. Aus einer nicht näher bestimmten Zukunft spürt Haze Kunstwerke des 20. Jahrhunderts auf. Anhand der gesammelten Fundstücke beginnt er für sich, die ihm ferne Kunstepoche zu rekonstruieren.

Die Gegenstände, die Feldmann und Grahl in Wirklichkeit meist in Abrisshäusern gefunden hatten, werden von Ramon Haze als Kunstobjekte in einem Archiv versammelt und Künstlern wie Constantin Brancusi, Marcel Duchamp oder Ilja Kabakov zugeordnet. Die Sammlung unterliegt stetiger Veränderungen – Neufunde kommen hinzu, Kunstgegenstände gehen verloren. Die Künstlerbiografien in dem 1999 im Spector Verlag erschienenen Buch verorten die Künstler und ihre Werke in der Vergangenheit und setzen sie oft in einen außergewöhnlichen historischen Kontext: So liest man, dass Duchamps Urinale aus Dresden stammten oder der erste von Ferdinand Porsche konstruierte Wagen schon 140 Kilometer pro Stunde fuhr. Während Porsche aufgrund futuristischer Fehlinterpretationen von Ramon Haze als Vertreter für praktisch fundierte Kunst gilt, „die nicht nur die überlieferte Formensprache erweitert, sondern sich auch als körperliche Erfahrung vermittelt“, stellt er sogar den Terroristen Andreas Baader als Künstler vor, der mit seiner Gruppe RAF Aktionen durchführte, die von vornherein zum Scheitern verurteilt waren: „Mit diesem inszenierten Scheitern griff die RAF auf die romantische Tradition des einsamen, verkannten Künstler zurück, verschaffte sich aber gleichzeitig gesellschaftliche Relevanz.“ Feldmann und Grahl suchten sich nach eigenen Aussagen schwarze Stellen in den Biografien der „Künstler“, so dass diese Angaben prinzipiell alle wahr sein könnten.

Die Sammlung von Ramon Haze wurde der Öffentlichkeit seit 1997 dreimal als unterschiedliche, begehbare Installationen vorgestellt. Das Buch zur Installation hat der Grafikdesigner Markus Dreßen (Spector Leipzig) als seine Diplomarbeit an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig gestaltet. Es ist ein einzigartiges Buch, dessen Schriftart, Satzspiegel, Papierart und Werkverzeichnis an eine Publikation des 19. Jahrhunderts erinnert und aufgrund seines ungewöhnlich großen Formats (46 cm x 35 cm) in kein Bücherregal unserer Bibliothek passt.

Feldmann, Holmer & Grahl, Andreas: The Art Collection: The Cabinet of Ramon Haze, Hrsg. Kunstverein Leipzig e.V, Leipzig, Spector Verlag, 1999

#3 - Ho! Ho! Ho!

15. bis 21. Dezember 2009

"Ho! Ho! Ho!“ lautet der Erkennungsruf von Knecht Ruprechts amerikanischen Bruder Santa Claus. Den einen oder anderen mag es an die Rufe revolutionswilliger 68er erinnern „Ho!Ho! Ho-Chi-Minh!“ Für das Anliegen des Videokünstlers Jun Nguyen-Hatsushiba ein sinniges Wortspiel. Die Vietnamesen nennen Landsleute wie Nguyen-Hatsushiba, der 1968 in Japan geboren wurde und in den USA aufwuchs, Viet Kieu. Es handelt sich dabei um eine Bezeichnung für Menschen mit vietnamesischen Wurzeln, die nicht in Vietnam aufwuchsen, aber in das Land ihrer Eltern zurückkehrten, das sie sich nun wie Touristen erschließen müssen. Der Künstler lebt heute in Ho-Chi-Minh-Stadt (vormals: Saigon).

Der Unterwasserfilm, dessen Titel mit "Ho! Ho! Ho! Fröhliche Weihnachten: Kampf am Staffeleipunkt - Memorialprojekt Okinawa" übersetzt werden könnte, kommt in Hollywoodästhetik daher. Mit Kreiden bewaffnete Taucher rüsten sich mit ihren Staffeleien zu einem malerischen Kampf. Gegenstand des Kreidekrieges sind Hollywood-Stars wie zum Beispiel Sylvester Stallone, die im Kino als fragwürdige Kriegshelden auftraten.  Die Porträts der Schauspieler kommentieren die je nach geopolitischer Verortung unterschiedlichen Interpretationen des Kriegsgeschehens. Die nutzlose Mission endet ohne Sieger. Jun Nguyen-Hatsushiba drehte das Video in der Nähe einer Militärbasis der USA auf der Insel Okinawa, die von 1945 bis zu ihrer Rückgabe an Japan unter amerikanischer Besatzung war.

Jun Nguyen-Hatsushiba: Ho! Ho! Ho! Merry Christmas: Battle of Easel Point – Memorial Project Okinawa, single-channel video, 15 min, 2003/04

#2 Eine Reise um die Welt auf 155 Seiten

8. bis 14. Dezember 2009

Der Düsseldorfer Fotograf Axel Hütte ist bekannt für seine Landschaftsaufnahmen. In dem Katalog „Kontinente“ aus dem Jahr 2000 werden Fotografien gezeigt, die auf seinen Reisen von 1997 bis 1999 entstanden. Es sind menschenleere und asketische wirkende Aufnahmen. Wie der Name bereits vermuten lässt, sind verschiedenste Gebiete von allen sechs Kontinenten abgebildet. Während Europa immer im Morgennebel zu liegen scheint, wie die Gebirgsspitze des Lombo do Mouro in Portugal oder der Hüfigletscher in der Schweiz, besitzen die Fotografien aus Nordamerika wie Horse Creek in Kanada oder der Turnagain Arm in Alaska eine eher kühle, distanzierte Atmosphäre. Im Gegensatz dazu fallen die Aufnahmen der australischen Vegetation wiederum allesamt durch ein kräftiges, saftiges Grün dem Betrachter ins Auge.

Begleitet werden Hüttes Aufnahmen von Reiseessays und Gedichten des renommierten niederländischen Schriftsteller Cees Notebooms. Noteboom ist selbst ein begeisterter Weltenbummler, der in den letzten zwanzig Jahren, zwar nicht die gleichen Orte wie Hütte, aber ebenfalls alle sechs Kontinente besucht hat. Und während Hütte zur Kamera griff, um einen Moment festzuhalten, griff Noteboom eben zum Stift. So schließen sich den Fotografien von Axel Hütte Gedichte, Eindrücke, Gedanken oder Anekdoten von Noteboom auf dem selben Kontinent entstanden an.

In den meisten Büchern, in denen Literatur und Kunst kombiniert werden, müssen sich diese beiden Einheiten bedingen. Meist ist eine untrennbare Synthese von Aussage und Form des Buches die Zielsetzung der Verbindung von Bild und Text. In dem Katalog „Kontinente“ ist dies glücklicherweise nicht der Fall. Sowohl die Panoramafotografien von Hütte als auch Notebooms Reiseanekdoten funktionieren sehr gut unabhängig voneinander. Gerade daraus ergibt sich der Reiz dieser Symbiose.

Axel Hütte, Cees Nooteboom: Kontinente, Schirmer/Mosel, München 2000

#1 Bibliophile Cumuluswolke



1. bis 7. Dezember 2009

Dieser Katalog des 1963 in Havanna (CU) geborenen und heute in Los Angeles (US) lebenden Künstlers Jorge Pardo fällt in jeder Hinsicht aus dem Rahmen oder - auf eine Bibliothek übertragen - aus dem Regal. Der 2002 zu einer Ausstellung in der P K M Gallery in Seoul (KR) erschienene Katalog gleicht in seiner Form einer Wolke. Zweiundvierzig orange-gelb-kakigrün-gemusterte Seiten verweisen mit einem Text, der nicht mehr verrät als ein Museumsetikett, lediglich auf sich selbst als eigenständiges Kunstwerk: „untitled, Kyoung-mee Park, sept. 27 – oct. 25“.



In seinem formvollendeten doch Funktionalismus verweigernden Design fordert dieses im eigentlichen Wortsinn „haltlose“ Katalogwerk den Bibliotheksalltag heraus. „Dieses Ausloten von Gestaltungsmöglichkeiten im Grenzbereich von Kunst und Architektur, von Design und Skulptur, von Alltagstauglichkeit und ästhetischer Autonomie, ist charakteristisch für die Arbeitsweise des Künstlers.“ (Andreas Kaernbach) Weitere Werke von Jorge Pardo in Leipzig kann man übrigens im Ost-West Kontaktzentrum auf der Neuen Messe Leipzig sehen. Hierfür gestaltete Pardo Stühle, Tische, Sofas, Hocker und Lampen.



Jorge Pardo: untitled, Kyoung-mee Park, sept. 27 – oct. 25, m, P K M Gallery, Seoul 2002