Die Bibliothek der HALLE 14

Foto: Uwe Walter, Berlin

Die Bibliothek der HALLE 14 besitzt rund 36.000 Bücher und andere Medien zur zeitgenössischen Kunst. Der umfassende Fundus mit Künstlermonografien, Ausstellungs- und Galeriekatalogen, audiovisuellem Material u. v. m. ist für alle interessierten Besucher zum Entdecken, zur Recherche oder als Inspirationsquelle im Besucherzentrum der HALLE 14 öffentlich zugänglich.

Es handelt sich um eine Präsenzbibliothek, in der die Medien vor Ort genutzt werden können.

Öffnungszeiten: Di bis Fr, 11 bis 18 Uhr

Kontakt:
Monique Erlitz (Projektleiterin Bibliothek HALLE 14)
bibliothekØhalle14.org

Steffi Jüngling, Wortschätze, Goethe-Institut, London, 2002

Die Kunst des Buchhaltens

Steffi Jüngling (D) und Ni Haifeng (CN)

5. Juli bis 17. Dezember 2010

Mit der Verwahrung, Sicherung und Klassifizierung von Kulturschätzen kann sich eine Bibliothek nicht begnügen. In der Kunst des Buchhaltens gilt es den eigenen Status als Wissenhort und Dokumentationszentrum auf das veränderte Gleichgewicht zwischen digitalen und traditionellen Medien anzupassen und die stete Neuerfindung eines zeitgemäßen Bildungsauftrages voranzutreiben. In diesem Projekt wurden die Künstler Steffi Jüngling und Ni Haifeng eingeladen, sich in einer neuen Arbeit mit Fragen nach der Rolle einer Kunstbibliothek im 21. Jahrhundert auseinanderzusetzen.

Die deutsche Künstlerin Steffi Jüngling (*1970) entwarf unter anderem Ex Libris für die Murhardsche Bibliothek in Kassel und erarbeitete ein Konzept, mit dem möglichst viele Bibliotheken dieser Welt durch Zitate des Textes „La biblioteca di babel“ des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges (1899-1986) verbunden werden. In einem Interview in unseren aktuellen Zeitung vierzehn 8 erzählte Jüngling bereits über ihre letzten Projekte.

Der in Amsterdam lebende, chinesische Künstler Ni Haifeng (*1964) lotet seit den 1980ern, durch poststrukturalistische, französische Philosophen inspiriert, den Prozess das Schreibens mittels einer eigens kreierten, bedeutungsfreien Schrift als körperliche Ertüchtigung und als Markierung und Vermessung von Räumen aus. In neueren Projekten wie „Unfinished Self-Portrait“ übt er sich, die Dimension Programmiersprachen mit Menschmaß auszumessen, indem er den aussichtlosen Versuch unternimmt, den Codes eines digitalen Selbstporträts handschriftlich festzuhalten.

Vom 5. bis 7. Juli 2010 besuchten beide Künstler in Leipzig, um innerhalb eines gemeinsamen Workshops ortsspezifische Ideen für ihre Kunstwerke zu entwickeln. In einem öffentlichen Künstlergespräch (5. Juli 2010 um 19 Uhr) stellten sie bisherige Arbeiten zu den Themen Text und Buch, Bibliothek und Archiv vor. Im September und November 2010 werden sie ihre Interventionen zur Kunstbibliothek der HALLE 14 der Öffentlichkeit vorstellen.

Gefördert durch:

RAN AN DEN HANDAPPARAT!


Nicht nur unsere neue Ausstellung über die Vehikel der Kunst offenbart einen Blick hinter die Kulissen, sondern auch der aktuelle Handapparat zur Ausstellung: Wenn Sie mehr über Künstler wie z.B. Paul Etienne Lincoln, Morten Viskum sowie den Mathematiker Claude Shannon erfahren wollen oder Hörbeispiele der Hausgeräte-Musik des Ensembles für Intuitive Musik hören mögen, finden Sie hier Kataloge, Publikationen, CD's und DVD's der gezeigten Künstler.

Regalsystem von quartier vier. design

Spenden Sie 50 Euro für 1 Regalmeter!

Spendenaktion für Bretter, die eine Bibliothek bedeuten

18.3. bis 25.7.2010

Weitere Informationen unter Förderer und Sponsoren

Internationaler Fundus mit seltenen Schätzen

Es handelt sich um eine hochaktuelle Ansammlung von Kunstliteratur, die einen bemerkenswerten Querschnitt durch die internationale zeitgenössische Kunst darstellt.

Sie umfasst:

  • seltene Ausstellungs- und Gruppenkataloge,
  • Bestandskataloge internationaler Museen, Sammlungen und Galerien,
  • kunstwissenschaftliche Publikationen,
  • audiovisuelle Aufzeichnungen internationaler, interdisziplinärer Kunstaktionen,
  • Plakate, Postkarten, Exlibris, Grafiken, Zeitschriften und Zeitschriftenartikel sowie
  • weitere Dokumente zeitgenössischer Kunst wie Eintrittskarten und Skizzen

Charakteristisch für den Fundus ist die Internationalität und sein hoher Seltenheitswert. Alle Bücher liegen in Originalsprache vor, zumeist auf Englisch, Spanisch, Französisch oder Deutsch. Viele Medien sind Unikate, stammen aus stark limitierten Auflagen und sind nicht im Buchhandel erhältlich.

Die Systematik des Freihandbereichs

1.    Allgemeine Nachschlagewerke zur Kunst

1.1 Kunsttheorie

1.2 Kunstgeschichte

1.3 Künstlerverzeichnisse

1.4 Sammlerverzeichnisse

1.5 Adressbücher

2.   Ausstellungs- und Sammlungskataloge von Kunstinstitutionen

2.1 Länder/ Ländergruppen

2.2 Kunstgattungen, Kunstformen (Architektur, Fotografie, Medienkunst etc.)

2.3 Kunstrichtungen, Kunststile, Kunstbewegungen

2.4 Angewandte Künste und Sonderformen

2.5 andere Künste

2.6 Themen

2.7 Kunstinstitutionen (Galerien, Museen, off-spaces)

2.8 Ausstellungszyklen, Festivals

3.   Monografien von Künstlern, Künstlergruppen, Künstlerpaaren

(alphabetische Sortierung nach Künstlernamen)

4.   non-book material: Einladungskarten, Flyer, Pressetexte, Bewerbungsmaterialien, loses Material etc.

5.   Multimediales Material

(CDs, DVDs, Videos u. a.)

6.   Archiv HALLE 14

Handapparate zur HALLE-14–Ausstellungen, HALLE-14-Archiv, Kreative Spinner, HALLE-14-Publikationen, Künstler der Baumwollspinnerei, Partner & befreundete Institutionen der HALLE 14

7.   Zeitschriften, Magazine 

 

Zur Einsicht von Publikationen, die im Archiv stehen, fragen Sie bitte unser Personal.

Herkunft und Besonderheiten

Das Konvolut stammt aus dem Archiv einer großen internationalen Kunstmesse, für die sich Galerien und Kunsthändler jährlich mit aufwändigen Offerten von Künstlern bewerben. Der Veranstalter konnte die kostbaren Zeitzeugnisse der Kunst weder zurücksenden noch länger einlagern. Durch die Initiative des Münchner Büros C3 | wortundform und der Stiftung Federkiel wurden die Bestände 2003 an die HALLE 14 mit dem Auftrag übergeben, sie für die Öffentlichkeit zu bewahren und zu erschließen. Noch immer werden von der Messe jährlich mehrere tausend neue Medien nach Leipzig gesandt.

Auch durch den Schriftentausch zwischen Kunst- und Museumsbibliotheken und durch Spenden von Museen, Galerien, Sammlern und weiteren Kunstinstitutionen wird der Bestand kontinuierlich erweitert.
Die Kunstbibliothek der HALLE 14 sammelt und erschließt somit nicht im klassischen Sinn Kunstliteratur, sondern bietet mit ihrem ungewöhnlichen Fundus eine Quelle zur Inspiration und Information.

Zu den aktuellen Ausstellungen der HALLE 14 stellt die Bibliothek Handapparate zusammen und bietet damit Hintergrundinformationen zu den gezeigten Künstlern und ihrem Thema. Nach Abschluss der Ausstellungen bleiben die Konvolute den Besuchern und Mitarbeitern als wachsendes Archiv der HALLE 14 zugänglich.

Das Besucherzentrum - Ein lebendiger Ort für die Bibliothek

Foto: Uwe Walter, Berlin

Seit Anfang 2009 hat das Besucherzentrum der HALLE 14 seinen Betrieb aufgenommen und die Bibliothek hat darin einen publikumsnahen und festen Ort gefunden. Schritt für Schritt werden die Bücherkisten nun ausgepackt, gesichtet, sortiert und digital katalogisiert.

Räumlich ist die Bibliothek von drei Regalwänden gegliedert. In der 17 Meter langen, hinteren Regalwand werden in Zukunft alphabetisch aufgestellte Künstlerkataloge zu finden sein. Linkerhand wird die Industriehalle durch eine Bibliothekswand unterbrochen, in der sowohl Kataloge von Museums- und Galerieausstellungen als auch das Archiv der HALLE 14 aufgestellt werden. Mitten im Raum steht die Displaywand, die den Besucher mit aktuellen Informationen und dem Handapparat zur laufenden Ausstellung empfängt, während sich auf ihrer Rückseite kunstwissenschaftliche Literatur und Nachschlagewerke versammeln. Hier befinden sich auch drei Computerarbeitsplätze für die Besucher zur Recherche im Online-Katalog oder im Internet.

Einige geplante Möbel und Einrichtungen fehlen noch: Bewegliche Lesetische an der hinteren Regalwand sollen zusätzliche Arbeitsplätze bieten. Schallschluckende Lampen werden für ausreichend Licht und eine angenehme Arbeitsatmosphäre sorgen.

Da der umfangreiche Buch- und Medienbestand nicht vollständig in den vorhandenen Regalwänden Platz finden wird, ist eine Erweiterung des Bibliotheksraumes geplant. Hinter der langen Bibliothekswand soll ein Archivraum entstehen, der den wachsenden Bestand aufnimmt und weitere Lese- und Arbeitsplätze bieten wird.

Digitale Katalogisierung

Das Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat die Bibliothek der HALLE 14 als wissenschaftliche Spezialbibliothek (Kunst- und Museumsbibliothek) anerkannt, wodurch es eine kostenlose Verbundmitgliedschaft im Südwestdeutschen Bibliotheksverbund (SWB) und Bereitstellung der lokalen Katalogisierungssoftware ermöglichte.

Der Online-Katalog ist bereits weltweit über die Internetseite der HALLE 14 zugänglich. Alle Medien der Bibliothek werden im Katalog des SWB erschlossen. Der lokale Katalog der HALLE 14 ist in ihm eingegliedert und weist die Medien vor Ort nach. Die digitale Katalogisierung wird die Bibliotheksmitarbeiter noch einige Jahre beschäftigen.

Netzwerke und Kooperationen

Die Bibliothek ist als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Kunst- und Museumsbibliotheken (AKMB) mit öffentlichen Wissenschaftsbibliotheken zum fachlichen Austausch vernetzt.

Mit dem Fachbereich Buch und Medien der Hochschule für Technik, Wissenschaft und Kultur Leipzig besteht seit 2008 eine feste Kooperation. Studierende können in zu aktuellen Seminarthemen passenden Projekten ihr theoretisches Wissen in der praktischen Bibliotheksarbeit anwenden.