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Xtreme Houses

Ausstellung mit dreiundzwanzig unkonventionellen, radikalen und individuellen Lösungen zum Thema Obdach


05.09. bis 20.11. 2004


mit AllesWirdGut (Wien, A), Allmann, Sattler, Wappner (München, D), Atelier van Lieshout (Rotterdam, NL), Winfried Baumann (Nürnberg, D), Robert Bruno (Lubbock, USA), Stefan Eberstadt (München, D), FAT/Fashion Architecture Taste (London, GB), Sean Godsell (Victoria, AUS), Hai Merlin Studio für Architektur (München, D), Michael Hönes (Lesotho, ZA), Jones, Partners: Architecture (Elsegundo, USA), L21 (Leipzig, D), Maix Mayer (Leipzig, D), N55 (Kopenhagen, DK), Gregor Passens (München, D), Valeska Peschke (Berlin, D), Po.D. (Paris, F), Marjetica Potrc (Ljubljana, SLO), Michael Rakowitz (New York City, USA), Room Interior Products (New York City, USA), Michael Sailstorfer (München, D), Oscar Tuazon (New York City, USA), Temporary Services with Dave Whitman (Chicago, USA).


Kuratiert von Courtenay Smith (München, D), Sean Topham (London, GB) und Frank Motz (Leipzig, D).


Wir – die Kuratoren dieser Ausstellung – sind keine Architekten. Wir haben auch nicht Architektur studiert. Dennoch haben wir die längste Zeit unseres Lebens in einer Art von Haus gelebt und haben diese Häuser unseren Bedürfnissen entsprechend gestaltet, was uns, wie auch alle anderen, die eine Entscheidung über ihr Zuhause getroffen haben, unserer Meinung nach zu Architekten macht. Wir möchten herausfinden, was ein Haus konstituiert, oder besser noch ein Zuhause ausmacht, da ein „Haus” eine individuelle Lösung für das Thema Obdach darstellt, während „Wohnungsbau” das Wohnen auf Massen-Ebene beschreibt. Wohnungsbau ist unserer Meinung nach eine Pauschallösung, die jedermann gleich behandelt. Die Erscheinungsformen sind gleichförmig und oftmals langweilig. Häuser jedoch sind einzigartig und berücksichtigen die Wahrnehmung des Einzelnen in Bezug auf ein „Zuhause”, welche sich von der Meinung anderer unterscheiden kann. Wir betrachten die ausgestellten Häuser hinsichtlich ihrer Gestaltung als die internationale Spitze der Wohnarchitektur, auch wenn sie (noch) nicht beim Immobilienmakler oder in den Wohnungsanzeigen beworben wird.

Die Häuser, die wir in dieser Ausstellung zeigen, sind extrem, weil sie Herausforderungen an die traditionellen Bautechniken stellen oder ein Problem zu lösen versuchen. In bestimmten Fällen nehmen die Häuser, die wir ausgewählt haben, im sprichwörtlichen Sinn einen Platz am Rande der Gesellschaft ein, während sie in anderen Fällen gänzlich davon entfernt sind und für extreme Umweltbedingungen oder soziale Situationen gestaltet wurden. Sie antworten auch auf ungewöhnliche Umstände wie eine nie zuvor da gewesene Mobilität, horrende Immobilienkosten (wie das für diese Ausstellung produzierte Rucksack House), Naturkatastrophen, Krieg, Massenmigrationen, soziale Unterschiede und Obdachlosigkeit. Sie führen fast ausschließlich neue oder in Vergessenheit geratene Technologien und Materialien vor, die Formen ergeben, welche neue Wege der Interaktion mit anderen Menschen und unserer Umwelt erzeugen. Ein Thema, das wir gründlich untersucht haben und welches je nach Kontext verschiedene Formen annimmt, ist Obdachlosigkeit. Weitere Themen sind die Globalisierung und die Konsumgesellschaft in Bezug auf die Wohnungsbau-Industrie, die Explosion von Heimwerker-Strategien in vielerlei Zusammenhängen und nomadische Wohnsysteme als Ergebnis zunehmender Mobilität. Im Kontext Münchens als florierender Geschäftsstadt mit effektiver urbaner Dichte und akutem Wohnmangel und Leipzigs als Schrumpfstadt mit vielen Freiräumen und tausenden leer stehenden Wohnungen beantworten die vorgestellten Wohnalternativen urbane Fragen aus verschiedenen Perspektiven.

Für den Leipziger Ausstellungsabschnitt wurde die Realisierung eines Prototypen von Stefan Eberstadts Rucksack House ermöglicht. Mobil wie ein Rucksack, wird dieses Mini-Haus als Raumerweiterung mit Gurten vor die Fassade eines beliebigen Wohnhauses gehängt und beim Umzug von seinem Bewohner mitgenommen – ob ein paar Häuser weiter oder in ein anderes Land.


Die Ausstellung „Xtreme Houses” war außerdem vom 22.05. bis zum 18.07. 2004 in der lothringer dreizehn [1] (München) zu sehen.


Eine Ausstellung in Partnerschaft mit dem lothringer dreizehn (München).


Gefördert durch:

 

 

Ausführliche Informationen

vierzehn Nr. 3„Xtreme Houses / Schichtwechsel”, 2004 (1,7 mb) [2]

Zeitung zur Ausstellung „Xtreme Houses” und „Schichtwechsel” im Sommer 2004 in der Halle 14 mit Texten und zahlreichen Abbildung zu allen vertretenen KünstlerInnen und –gruppen und einem Artikel zu den Kriegs-, Revolutions- und Inflationsjahren der Leipziger Baumwollspinnerei.