Trusted Time

 

13. September bis
9. November 2014


Künstlerinnen: Delia Baillie, Valerie Norris, Anna Orton & Ortonandon

Im Rahmen einer Kooperation mit dem schottischen Künstlerhaus Hospitalfield Arts waren drei Künstlerinnen aus Dundee im Frühjahr und Sommer 2014 eingeladen, eine Residenz an der HALLE 14 zu verbringen. Delia Baillie, Valerie Norris und Anna Orton verbindet ein Interesse an Formen und Sprache und das bewusste Agieren im Spannungsfeld zwischen Intuition und tiefer Kenntnisse kultureller Bezüge. Sie wurden ausgewählt, für eine begrenzte Zeit in Leipzig zu leben und zu arbeiten. Diese Präsentation „Trusted Time” zeigte Arbeiten, die während und nach ihrem Aufenthalt entstanden sind.

Ausstellungsansicht: Delia Baillie. Foto: Ulrike von Dewitz

Delia Baillie


Delia Baillie präsentiert eine Serie von Arbeiten auf Papier, die sowohl eine direkte Reaktion auf Leipzig als auch eine Reflektion über ihre malerische Praxis zwischen Figuration und Abstraktion der letzten zwei Jahre darstellen. Ausgangspunkt waren Fotografien einer großen Baustelle zu Erneuerung der Uferanlage von Dundee, die Baillies tägliche Wege veränderte und ihr Interesse weckte: Neben Schutt, der zum Abtransport bereit lag, warteten neue Materialien gestapelt auf ihre Verwendung.

Diese Bestandteile von Erneuerung und Zerstörung teilten einen gemeinsamen Kontext: Alle waren auf Baustoffpaletten gelagert, die ihnen zufällig eine einheitliche Form verleihen, und glichen so abstrakten Skulpturen auf Sockeln. Die Körperlichkeit dieser Metall- und Betonstrukturen waren die Basis für gegenstandslose Kompositionen. Die Titel dieser Arbeiten wie stammen von phonetischen Instruktionen, die Baillie ihrem Deutsch-Sprachführer entnahm. Baillie nummerierte ihre Gemälde in der Chronologie ihrer Entstehung. Wenn Baillie ihr 26. Bild „zehks oond tsvahn tseek“ nennt, spielt sie humorvoll mit der Beschreibung einer Sprache durch eine andere, die zugleich konkret greifbar wie nebulös bildhaft ist.

 

Weitere Informationen unter www.deliabaillie.com

 

Ausstellungsansicht: Valerie Norris. Foto: Ulrike von Dewitz

Valerie Norris

 

In den Arbeiten von Valerie Norris entstehen die Bedeutungsschichten durch das Zusammenspiel einer visuellen Sprache zwischen Malerei, Objekten, Form, Farbe, Bild und Text. Norris’ Werk ist durch einen Vielzahl von Referenzen aus Archivbildern, Fundobjekten, Gebrauchtwaren, Zitaten aus Magazintexten, Filmen, Mode, Musik, Natur, Literatur und Poesie beeinflusst. Nicht-lineare Erzählformen und zufällige Assoziationen werden durch einen Prozess von Anordnung und Spiel erschaffen. Für diese neue Werkgruppe verwendete Norris ortsspezifische Materialien und gefundene Objekte, mit denen sie Vorstellungen und Ideen zu den Bereichen Farbe, Sprache und Form ausdrückt. Indem sie sich in ihren Collagen und Skulpturen auf eine ganz bestimmte Farbpalette des Designs aus dem 20. Jahrhundert bezieht und auf literarische Strukturen und Wahrnehmungsformen anspielt, erkundet ihr Werk Irritationen in der Wahrnehmung und die Spannung zwischen Realität und Phantasie.

 

Weitere Informationen unter valerienorris.tumblr.com

 

Ausstellungsansicht: Anna Orton. Foto: Ulrike von Dewitz

Anna Orton


Anna Orton verfolgt einen multidisziplinären Ansatz, der Malerei, Bildhauerei, Druckgrafik, Theater, Modellbau und digitale Bilder verbindet. Das autobiographische Element, was sie in einem weiten politischen und sozialen Kontext erforscht, steht meist im Kern ihrer Arbeit. Für die Ausstellung schuf sie die ortsspezifische Installation „Come eat with me, my imaginary friend“. Ortons individuelle künstlerische Praxis verbindet sich mit dem Gemeinschaftsprojekt Ortonandon – einer offenen Zusammenarbeit mit ihren beiden Schwestern Katie und Sophie Orton. Mit der menschlichen Figur als zentralem Motiv betrachten die Geschwister die Körperform im Verhältnis mit Gesellschaftspolitik und überlegen, wie Identität durch Handlungen und Requisiten repräsentiert werden kann. Am 13. September, um 16 Uhr Uhr präsentieren die Ortonandons ihre neue Performance „Another Family Snap“.

 

Weitere Informationen unter ortonandon.com
 

 

Die Ausstellung wurde gefördert durch: