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Foto: Büro für Fotografie, 2019

WIN/WIN 

Die Ankäufe der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2019

20. Juni bis 30. August 2020

David Adam, Nevin Aladağ, Juana Anzellini, Sabrina Asche, Silke Berg, Elise Beutner, Jan Brokof, Annedore Dietze, Susan Donath, Felicitas Fäßler, Thomas Fißler, Tony Franz, Martin Groß, Ulf Langheinrich, Rasmus Ross Lindquist, Laura Link, Johannes Listewnik, Stephanie Lüning, Jürgen Matschie, Bea Meyer, Anne Neukamp, Grit Ruhland, Carsten Saeger, Josefine Schulz, Maya Schweizer, Su-Ran Sichling, Adéla Součková, Maximilian Stühlen, Elize Vossgätter, Sebastijan Zupancic.

Jährlich fördert die Kulturstiftung mit ihren Ankäufen Kunstwerke, die einen einzigartigen Einblick in die zeitgenössische Kunst Sachsens ermöglichen und unterstützt junge Kunstschaffende und wichtige Positionen. Die von einem unabhängigen Fachbeirat für einen Ankauf empfohlenen Werke der Bildenden Kunst geben einen spannenden Einblick in das aktuelle zeitgenössische Kunstschaffen in Sachsen. Viele der jungen Talente arbeiten mit großer Genauigkeit über mehrere Jahre an den Themen, die sie bewegen. Dabei entstehen Werke unterschiedlichster Gattungen, darunter Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Objekte, Performance, Foto-, Video- und Audioarbeiten.

Insgesamt hat die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen in ihrer diesjährigen Ankaufssitzung 32 Kunstwerke sächsischer Künstler*innen im Gesamtwert von rund 165.000,00 € erworben. Seit 2005 hat die Stiftung insgesamt 602 Werke für rund 2,4 Mio. Euro angekauft. Die mit Mitteln des Sächsischen Landtags angekauften Arbeiten gehen nach der Ausstellung in die Sammlung des Kunstfonds in die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden über.

Weitere Informationen unter www.kdfs.de [1]

KUNST(re_public)

Eine Ausstellung in Zeiten der suspendierten Öffentlichkeit

Ab 1. Mai bis 30. August 2020

Eröffnung: Freitag, 1. Mai 2020,
15 Uhr online auf Facebook [2] und Instagram [3]

VORSPIEL/PRELUDE: ARCU&OHM, Ya-Wen Fu, Sebastian Gögel, Angelika Rochhausen, Johannes Rochhausen

AUS DER SAMMLUNG / FROM THE COLLECTION: Sven Bergelt, Jens Besser, Nori Blume, Nadja Buttendorf, Yvon Chabrowski, Lutz Dammbeck, Eckehard Fuchs, Rainer Görß, Janet Grau, Falk Haberkorn, Harry Hachmeister, Mark Hamilton, Lena Rosa Händle, , Andreas Hildebrandt, Margret Hoppe, Britta Jonas, Susanne Keichel, Anja Kempe, Dirk Lange, Nora Mesaros, Dominik Meyer, Bruno Raetsch, Martin Reich, Evelyn Richter, Ute Richter, Daniel Rode, Ricarda Roggan, Luise Schröder & Anna Baranowski, Matti Schulz, Tilo Schulz, André Schulze, Gundula Schulze Eldowy, VIP, Ya-Wen Fu, Christoph Wetzel, Katrin Winkler, Tobias Zielony

Kunst ist für alle da. Ja! Nichtsdestotrotz besteht zwischen Kunst und Öffentlichkeit ein Spannungsverhältnis. Der Wert und die Originalität von Kunstwerken haben eine Kultur der Sorgfalt hervorgebracht, so dass Werke nicht ohne weiteres geliehen und genutzt werden können. In Ausstellungen gilt in der Regel ein Berührungsverbot. Die Werke sollen schließlich nicht nur für die Gegenwart, sondern auch zukünftige Generationen zur Verfügung stehen. Häufig bedarf es eines speziellen Vorwissens, um sich die Werke erschließen zu können. Der Kunstgenuss in der Gruppe ist üblich, aber nicht in jedem Fall förderlich. Manche Werke offenbaren sich erst im intimen Zwiegespräch. Die sich aus diesen Spannungsverhältnissen ergebenden Zugänge zur Kunst sind Anlass zahlreicher Debatten – und das nicht erst heute.

Nichtsdestotrotz: Kunst ist für alle da! Das 19. Jahrhundert gründete Museen und Kunstvereine. Im 20. Jahrhundert erfand die reformpädagogische Bewegung die Museumspädagogik, um neue Zielgruppen anzusprechen. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erneuerte ein staatlich geförderter Museumsboom das Ideal einer Kultur für alle. In der DDR sicherte ein Auftragssystem die Produktion von Bildern, die den sozialistischen Ideen einer volksnahen und erzieherischen Kunst entsprachen. Einen freien Kunstmarkt gab es nicht. Heute erneuern Digitalisierung und Netzkunst das Versprechen auf Zugänglichkeit und auch Produktion von Kunst durch alle.

Anlässlich der 10. Ausgabe der alljährlichen Ankaufsausstellung der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen »WIN/WIN« nimmt das Projekt »KUNST(re_public)« die Sammlung des Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlung Dresden in den Blick. Hier werden die Kunstwerke gesammelt und erforscht, die der Freistaat Sachsen seit 1992 jährlich von Künstlerinnen und Künstlern ankauft. Seit 2005 führt die sächsische Kulturstiftung diesen Ankauf durch. Über die Ankäufe entscheidet ein unabhängiger Fachbeirat. Mehr als 1000 Werke gelangten so in den vergangenen 30 Jahren in die Sammlung des Kunstfonds. Nach den vorher wechselnden Präsentationen an verschiedenen Orten in Sachsen werden die Ankäufe seit 2011 nun unmittelbar nach der Jurysitzung in der Ausstellungsreihe »WIN/WIN« der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel des Projektes »KUNST(re_public)« ist anhand von Werken aus dieser Sammlung exemplarisch das aktuelle Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit auszuloten.

Dieses Projekt wurde geplant, bevor die Auswirkungen für das öffentliche Leben durch die weltweite Verbreitung des neuartigen Coronavirus auch nur denkbar waren. Niemand hätte noch vor kurzem den fast vollständigen Stillstand der Öffentlichkeit – und zwar weltweit – für möglich gehalten. Nun gilt es, unter den neuen Bedingungen das Verhältnis unserer Kunstinstitution zur Öffentlichkeit neu zu erfinden – immer mit der Perspektive, dass die Einschränkungen nicht nur reduziert, sondern auch wieder verstärkt werden könnten. Große Eröffnungen und Spinnerei-Rundgänge wird es wohl auf absehbare Zeit nicht geben. Wie Veranstaltungen, Schulprojekte und Kurse stattfinden können, gilt es noch zu entwickeln. Das Projekt startet zum planmäßigen Termin am 1. Mai 2020, 15 Jahre nach dem ersten großen Rundgang auf der Spinnerei, virtuell auf unseren Online-Plattformen. Wir stellen Werke der Sammlung vor und Menschen, die mit ihr in Verbindung stehen. Das Team der HALLE 14 hat während des Lockdowns eine Auswahl von Werken aus dem Kunstfonds zusammengestellt. Können Computerprogramme in Zukunft hilfreich sein, Ausstellungen zu entwickeln und Sammlungen öffentlicher zu machen? Der Künstler Tillmann Ohm hat den künstlichen Kurator ArCu entwickelt, der ebenfalls eine Auswahl an Werken aus den Ankäufen seit 2011 getroffen hat. Diese Auswahl wollen wir nun mit unserem Publikum diskutieren – erst online, später auch hier vor Ort.

Bleiben wir in Kontakt!

Abb.: Interview mit Silke Wagler, Leiterin des Kunstfonds (Videostill), 2020

INTERVIEW 2

MIT SILKE WAGLER
(LEITERIN KUNSTFONDS)

ab Mi, 27. Mai 2020, 15 Uhr online
auf Facebook [4] und Instagram [5]

Die Kunsthistorikerin Silke Wagler hat in Dresden, Florenz und London studiert. Seit 2003 leitet sie mit dem Kunstfonds der Staatliche Kunstsammlungen Dresden, eine große Sammlung Kunst nach 1945 mit dem Schwerpunkt auf Kunst aus der DDR. Seit 1992 kauft der Freistaat Sachsen Gegenwartskunst seiner Kunstschaffenden zugunsten des Kunstfonds.
Waglers Forschungsschwerpunkt ist sozialistische und non-konforme Kunst aus der DDR mit einem Interesse für künstlerisches Schaffen über politische Zäsuren hinweg sowie architekturbezogene Kunst. Sie hat Texte dazu und zur zeitgenössischen Kunst publiziert und ist als Jurymitglied in verschiedenen Beiräten und Kunst-am-Bau-Wettbewerben tätig.

Weitere Informationen unter: https://kunstfonds.skd.museum [6]

 

 

Abb.: Ya-Wen Fu, Space In Between, Multimedia-Installation-Performance in der HALLE 14, 2015, Foto: Nicolás Rupcich, Kamera und Schnitt: Pedro Carnicer

ONLINE-SHOW 2 

SPACE IN BETWEEN (2014-15) VON YA-WEN FU (MEDIENKÜNSTLERIN)

Sa, 9. Mai 2020, 19:00 Uhr online
auf Facebook [7] und Instagram [8]

Auch die Museumsnacht Halle-Leipzig wird 2020 nur virtuell stattfinden. Wir präsentieren zu diesem Anlass ein weiteres Werk aus der Sammlung des Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Performance „Space In Between“ der Künstlerin Ya-Wen Fu. Die Medienkünstlerin hat von 2007 bis zu ihrem Abschluss als Meisterschülerin 2016 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert. In dieser Aktion bindet die Künstlerin ihren Körper mit einem selbstentworfenen, kleidungsähnlichen Geschirr aus 60 Stahlfedern an den Raum der Vorführung. Jede Bewegung wird so zu einer Kraftübung, die durch Bewegungsmelder und Kontaktmikrofone auch als Klang im Raum zu hören ist. Diese Arbeit wurde 2015 von der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen angekauft und im Rahmen der Eröffnung der damaligen WIN/WIN-Ausstellung in der HALLE 14 aufgeführt. Die Performance war bereits im spanischen Gijón (2014), im polnischen Wrocław (2015), in Görlitz (2015), Wien (2017) und Taichung in Taiwan (2017) zu sehen. Sobald Veranstaltungen wieder möglich sind, geben wir den Termin einer weiteren Aufführung in Leipzig bekannt.

Mehr über Ya-Wen Fu finden Sie unter www.bearfuinberlin.com [9]

Weitere Online-Angebote zur Museumsnacht 2020 finden Sie unter www.museumsnacht-halle-leipzig.de  [10]

Abb.: Nadja Buttendorf, Robotron - a tech opera, Trailer zur Web Serie, (Still), 2018

INTERVIEW 1

MIT NADJA BUTTENDORF (KÜNSTLERIN)

Sa, 2. Mai 2020, 15 Uhr online
auf Facebook [11] und Instagram [12]

Mit ihrer Kunst hinterfragt Nadja Buttendorf Normen und Codes der digitalen Gesellschaft. Dafür findet sie ungewöhnliche Formen wie Schmuckstücke, die wie ein elfter Finger zu Körpererweiterungen werden. Aber auch Nail-Art und Video-Tutorials gehören dazu. 2019 wurde ihre YouTube-Serie „Robotron – a tech opera“ (2018) von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen angekauft. Wir sprechen mit Nadja über Dresden als das Sillcon Valley Sachsens und das Spannungsfeld zwischen digitaler Kunst und Originalität.

Mehr über Nadja Buttendorf finden Sie unter nadjabuttendorf.com [13]

Abb.: Nadja Buttendorf, Robotron - a tech opera, Staffel 1 (Still), 2018

ONLINE-SHOW 1

ROBOTRON – A TECH OPERA (2018) VON NADJA BUTTENDORF

Sa, 2. Mai 2020, 15:30 Uhr online
auf Facebook [14] und Instagram [15]

Zum Auftakt unseres Projektes „KUNST(re_public)“ [16] präsentieren wir euch eine Arbeit der Künstlerin Nadja Buttendorf. Es ist die erste Seifenoper, die in der Computerindustrie der DDR spielt und sich mit der Computerentwicklung in einer Planwirtschaft und dem Alltag in Ostdeutschland beschäftigt. Der VEB Kombinat Robotron war der größte Computerhersteller der ehemaligen DDR und einer der bedeutendsten Produzenten von Informationstechnologie im sozialistischen Osteuropa. Anhand der eigenen Familiengeschichte zeichnet Buttendorf eine selten beleuchtete Facette der Technikgeschichte nach.

PRE-FOLGE: emotianal eyebrows (room tour & squiggle eyebrows) [17] / STAFFEL 01 [18] / STAFFEL 02 [19]

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Gefördert durch